1 Bewertung von Bewerbern kununu Prüfprozess
kununu Prüfprozess
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Wenn Bewerber, einen telefonischen Erstkontakt mit der Linienvorgesetzten haben, aufgrund Fragen zum Stellenprofil,
sollte man es als Linienvorgesetzte unbedingt unterlassen, sofort zu pauschalisieren und 1:1 auf die unbekannte Bewerberin zu projizieren, sobald man das Alter 55+ am Telefon erfährt. Es wurde sofort und ab Moment der ersten Kontaktaufnahme mir andauernd von einer 55-jährigen mir völlig unbekannten ehemaligen Mitarbeiterin erzählt, welche vor 2 Jahren dort gearbeitet hat und ausgetreten ist und dieser jetzt vakante Job am Patientenempfang für diese 55-jährige Mitarbeiterin zu stressig war und sie dann nicht mehr konnte und wollte und dass ältere Mitarbeitende mehr Ruhe und
Struktur brauchen im Job und dass sie, so eine Situation als Praxismanagerin nie mehr erleben möchte. Sie hätten auch keine Zeit im Herbst für ein Onboarding und diese Mitarbeiterin hätte länger gebraucht, um diese Software zu verstehen und sie wolle das grad direkt sagen, weil Ihr junges Team nun seit 2 Jahren stabil sei und sie diese jetzige Personalsituation beibehalten wolle.
Man sendet daraufhin sein Bewerbungs-Dossier, wie es die Linienvorgesetzte mündlich am Telefon sagte und man wird tags darauf erfreulicherweise sogar noch schriftlich an ein Vorstellungsgespräch eingeladen.
Am Vorstellungsgespräch wurde zu meinem Erstaunen, erneut diese ehemalige 55-jährige Mitarbeiterin thematisiert und danach wird man auch noch zu einem 7-stündigen Schnuppertag eingeladen.
Die Arbeit tönte spannend für mich und ich wollte diesen Einblick und war motiviert.
Ich wurde morgens von der Stellvertretung in Empfang genommen, die Praxismanagerin erschien später und grüsste mich nicht! Um ca. 15.45 Uhr,
holte sie mich mit den Worten; „Können
wir noch kurz reden, ich möchte nachher gehn". Ich gab Ihr meine Rückmeldung, dass ich den Tag spannend und abwechslungsreich fand und das Team sehr nett. Ich traute meinen Ohren nicht, als die Linienvorgesetzte, erneut von dieser ehemaligen 55-jährigen Mitarbeiterin erzählte; diesmal noch detailreicher; ich fragte mich ernsthaft; wo hier der Datenschutz und auch der Persönlichkeitsschutz ist…und wie die generelle Gesprächskultur innerhalb des Teams läuft?..und ob hier die Voraussetzungen für eine loyale und faire Kommunikation und Zusammenarbeit mit Vertrauensbasis überhaupt gegeben sind?
Mir wurde erzählt, wieviel Stellenprozent diese ehemalige Mitarbeiterin gearbeitet hat und dass sie gleich neben der Medix-Praxis wohnte, an welchen Wochentagen sie genau gearbeitet hat und dass sie genug Zeit zur Erholung hatte zwischendurch, aber trotzdem weiterhin extrem gestresst war, dass sie jetzt in einer ruhigeren Doppelpraxis arbeitet und wo genau mit Nennung der Ortschaft und dass sie aber eine vife Person war...
Am Ende des Monologs, bekam ich noch eine persönliche Wertung, mit einem vergifteten Lobessatz; „Ich nehme Sie als „strukturierte“, ordentliche, genaue und „pingelige“ Person wahr, wir haben nächste Woche noch andere Kandidaten“! Ich wunderte mich über diese Aussage, da die Praxismanagerin nicht ein Moment während dieser 7 Std. neben mir sass und mich kaum kennt…
Nur soviel: Ich kann ehrlicherweise sagen, dass ich schon einige professionelle Vorstellungsgespräche hatte - auch schon Stressinterviews - aber tatsächlich noch nie eines, welches dermassen mit Altersstereotypisierungen überfrachtet war, derart distanzlos, übergriffig und äusserst respektlos, sowie desinteressiert! Dieses Bewerbererlebnis und die gesamte sehr spezielle Kommunikation war für mich ein absolutes Novum und einmalig bis dato!
Und Nein; das hat nichts mit dem Jahrgang zu tun; sondern mit emotionaler Intelligenz, Emphatie und Chancengleicheit - und an dieser, fehlte es hier leider maximal!
Das grösste Interesse und „Red Flag“ galt einer ehemaligen 55-jährigen Mitarbeiterin!
➡️FAZIT: Bewerber einladen, Monologe führen, wo der Bewerber plötzlich zur unbewussten Zielscheibe wird und nicht weiss wie ihm geschieht und dazu noch zu einem 7-stündigen Schnuppertag eingeladen wird, als „Alibiübung“ und ohne irgendwelches Interesse für ein „echtes Kennenlernen" und dies alles, als eine reine Zeitverschwendung für beide Seiten!
Ich empfehle dem Unternehmen dringend, konsequenterweise keine Mitarbeiter ü55, mehr an Vorstellungsgespräche und Schnuppertage einzuladen!
Es wurde ununterbrochen über eine 55-jährige ehemalige Mitarbeiterin gesprochen!