Engagierte Mitarbeitende im Spannungsfeld unrealistischer Erwartungen
Gut am Arbeitgeber finde ich
Sehr engagierte und kompetente Kolleg:innen, spannende Forschungsthemen mit internationaler Sichtbarkeit sowie die Kombination aus anwendungsorientierter Forschung und Business Development. Der Kollegenzusammenhalt war ein großer Pluspunkt und hat in schwierigen Zeiten vieles aufgefangen. Positiv hervorzuheben ist auch, dass im Personalbereich neben der reinen Lohnverrechnung zunehmend das Thema Personalentwicklung aufgegriffen wurde. Es bleibt zu hoffen, dass dieser wichtige Schritt nachhaltig weiterverfolgt wird.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die strategische Führung wirkte über weite Strecken reaktiv statt gestaltend. Unterstützung für das mittlere Management war kaum spürbar, stattdessen herrschte hoher Druck bei gleichzeitig schwer erreichbaren Zielen. Kommunikation erfolgte häufig einseitig, Kritik wurde wenig konstruktiv aufgenommen. Strukturelle Probleme bestanden über Jahre hinweg und führten zu hoher Personalfluktuation.
Verbesserungsvorschläge
(1) Führungsverständnis weiterentwickeln: Mehr Gestaltungswille statt reiner Verwaltung, konstruktiver Umgang mit Kritik und echte Reflexion eigener Entscheidungen.
(2) Kommunikation stärken: Regelmäßiger, direkter Austausch zwischen Geschäftsführung und operativen Ebenen.
(3) Einheitliche Führung der technischen Teams durch klar definierte Zuständigkeiten: Doppelrollen auf oberer Führungsebene sollten vermieden werden, um Interessenskonflikte zu reduzieren. Zudem wäre es wichtig, internes Konkurrenzdenken („Silo-Denken“) abzubauen und die bereichsübergreifende Zusammenarbeit zu stärken.
(4) Realistische Zielsetzungen: Wirtschaftliche Vorgaben müssen erreichbar sein und die tatsächlichen Rahmenbedingungen berücksichtigen.
(5) Finanzierungsbasis sichern: Aufbau einer stabilen Grundfinanzierung zur Deckung von Fixkosten und zur Sicherung von Schlüsselpersonal.
(6) Mitarbeiterorientierung ernst nehmen: Ergebnisse aus internen Umfragen (z.B. zur psychischen Gesundheit) konsequent und nachhaltig umsetzen.
(7) Transparenz gegenüber Eigentümern stärken: Die Geschäftsführung sollte die bestehende Situation offen und differenziert auch gegenüber den Eigentümern auf Bundes- und Landesebene adressieren und aktiv notwendige Verbesserungen einfordern. Aktuell entsteht bei Mitarbeiter:innen teilweise der Eindruck, dass nach außen vor allem positive Aspekte kommuniziert werden, während strukturelle Herausforderungen zu wenig sichtbar gemacht werden. Mehr Transparenz könnte dazu beitragen, realistische Rahmenbedingungen zu schaffen und langfristige Lösungen zu ermöglichen.
Zusammenfassung / persönliche Erfahrung:
Als Teamleiter eines forschungsorientierten Teams war ich mit einer zunehmend schwierigen wirtschaftlichen Situation konfrontiert, geprägt durch sinkende Fördermittel und steigende Konkurrenz. Trotz großer Anstrengungen im Team sowie Anpassungen in der Organisation konnte die Entwicklung nicht aufgehalten werden. Besonders herausfordernd war die Diskrepanz zwischen Erwartungshaltung der Geschäftsführung und realistisch erreichbaren Ergebnissen sowie das Fehlen spürbarer Unterstützung in kritischen Phasen.
Arbeitsatmosphäre
Angespannt durch wirtschaftlichen Druck und unsichere Perspektiven
Kommunikation
Top-down geprägt, zu wenig Dialog auf Augenhöhe
Kollegenzusammenhalt
Sehr gut - starker Teamgeist und gegenseitige Unterstützung
Work-Life-Balance
Situationsabhängig, in schwierigen Phasen eingeschränkt
Vorgesetztenverhalten
Auf oberster Ebene wenig unterstützend, eher kontrollierend
Interessante Aufgaben
Fachlich sehr spannend und abwechslungsreich
Gleichberechtigung
Grundsätzlich gegeben
Umgang mit älteren Kollegen
Respektvoll
Arbeitsbedingungen
Solide, punktuelle Verbesserungen vorhanden
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Vorhanden, jedoch mit Fokus auf kleinere Maßnahmen
Gehalt/Benefits
Das Einstiegsgehalt liegt unter dem Niveau vergleichbarer Vollzeitstellen an österreichischen Universitäten. Die weitere Gehaltsentwicklung ist stark von der Dauer der Unternehmenszugehörigkeit sowie vom ursprünglich abgeschlossenen Dienstvertrag abhängig. Insgesamt wirkt das System wenig transparent.
Image
Gute internationale Reputation
Karriere/Weiterbildung
Eingeschränkt durch strukturelle und finanzielle Rahmenbedingungen
