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Profactor
Bewertung

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Engagierte Mitarbeitende im Spannungsfeld unrealistischer Erwartungen

3,8
Empfohlen
Ex-FührungskraftHat bis 2026 im Bereich Forschung / Entwicklung bei Profactor GmbH in Steyr gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Sehr engagierte und kompetente Kolleg:innen, spannende Forschungsthemen mit internationaler Sichtbarkeit sowie die Kombination aus anwendungsorientierter Forschung und Business Development. Der Kollegenzusammenhalt war ein großer Pluspunkt und hat in schwierigen Zeiten vieles aufgefangen. Positiv hervorzuheben ist auch, dass im Personalbereich neben der reinen Lohnverrechnung zunehmend das Thema Personalentwicklung aufgegriffen wurde. Es bleibt zu hoffen, dass dieser wichtige Schritt nachhaltig weiterverfolgt wird.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Die strategische Führung wirkte über weite Strecken reaktiv statt gestaltend. Unterstützung für das mittlere Management war kaum spürbar, stattdessen herrschte hoher Druck bei gleichzeitig schwer erreichbaren Zielen. Kommunikation erfolgte häufig einseitig, Kritik wurde wenig konstruktiv aufgenommen. Strukturelle Probleme bestanden über Jahre hinweg und führten zu hoher Personalfluktuation.

Verbesserungsvorschläge

(1) Führungsverständnis weiterentwickeln: Mehr Gestaltungswille statt reiner Verwaltung, konstruktiver Umgang mit Kritik und echte Reflexion eigener Entscheidungen.
(2) Kommunikation stärken: Regelmäßiger, direkter Austausch zwischen Geschäftsführung und operativen Ebenen.
(3) Einheitliche Führung der technischen Teams durch klar definierte Zuständigkeiten: Doppelrollen auf oberer Führungsebene sollten vermieden werden, um Interessenskonflikte zu reduzieren. Zudem wäre es wichtig, internes Konkurrenzdenken („Silo-Denken“) abzubauen und die bereichsübergreifende Zusammenarbeit zu stärken.
(4) Realistische Zielsetzungen: Wirtschaftliche Vorgaben müssen erreichbar sein und die tatsächlichen Rahmenbedingungen berücksichtigen.
(5) Finanzierungsbasis sichern: Aufbau einer stabilen Grundfinanzierung zur Deckung von Fixkosten und zur Sicherung von Schlüsselpersonal.
(6) Mitarbeiterorientierung ernst nehmen: Ergebnisse aus internen Umfragen (z.B. zur psychischen Gesundheit) konsequent und nachhaltig umsetzen.
(7) Transparenz gegenüber Eigentümern stärken: Die Geschäftsführung sollte die bestehende Situation offen und differenziert auch gegenüber den Eigentümern auf Bundes- und Landesebene adressieren und aktiv notwendige Verbesserungen einfordern. Aktuell entsteht bei Mitarbeiter:innen teilweise der Eindruck, dass nach außen vor allem positive Aspekte kommuniziert werden, während strukturelle Herausforderungen zu wenig sichtbar gemacht werden. Mehr Transparenz könnte dazu beitragen, realistische Rahmenbedingungen zu schaffen und langfristige Lösungen zu ermöglichen.

Zusammenfassung / persönliche Erfahrung:
Als Teamleiter eines forschungsorientierten Teams war ich mit einer zunehmend schwierigen wirtschaftlichen Situation konfrontiert, geprägt durch sinkende Fördermittel und steigende Konkurrenz. Trotz großer Anstrengungen im Team sowie Anpassungen in der Organisation konnte die Entwicklung nicht aufgehalten werden. Besonders herausfordernd war die Diskrepanz zwischen Erwartungshaltung der Geschäftsführung und realistisch erreichbaren Ergebnissen sowie das Fehlen spürbarer Unterstützung in kritischen Phasen.

Arbeitsatmosphäre

Angespannt durch wirtschaftlichen Druck und unsichere Perspektiven

Kommunikation

Top-down geprägt, zu wenig Dialog auf Augenhöhe

Kollegenzusammenhalt

Sehr gut - starker Teamgeist und gegenseitige Unterstützung

Work-Life-Balance

Situationsabhängig, in schwierigen Phasen eingeschränkt

Vorgesetztenverhalten

Auf oberster Ebene wenig unterstützend, eher kontrollierend

Interessante Aufgaben

Fachlich sehr spannend und abwechslungsreich

Gleichberechtigung

Grundsätzlich gegeben

Umgang mit älteren Kollegen

Respektvoll

Arbeitsbedingungen

Solide, punktuelle Verbesserungen vorhanden

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Vorhanden, jedoch mit Fokus auf kleinere Maßnahmen

Gehalt/Benefits

Das Einstiegsgehalt liegt unter dem Niveau vergleichbarer Vollzeitstellen an österreichischen Universitäten. Die weitere Gehaltsentwicklung ist stark von der Dauer der Unternehmenszugehörigkeit sowie vom ursprünglich abgeschlossenen Dienstvertrag abhängig. Insgesamt wirkt das System wenig transparent.

Image

Gute internationale Reputation

Karriere/Weiterbildung

Eingeschränkt durch strukturelle und finanzielle Rahmenbedingungen

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Arbeitgeber-Kommentar

Alexandra Siegl, HR Management
Alexandra SieglHR Management

Wir danken für das Feedback sowie die Anerkennung des hohen fachlichen Niveaus unserer Mitarbeitenden und der international sichtbaren Forschungsarbeit bei PROFACTOR.

Als anwendungsorientiertes Forschungsunternehmen mit exzellenten Ergebnissen agieren wir bewusst in einem dynamischen, wettbewerbsintensiven Umfeld, das strategische Anpassungsfähigkeit als auch wirtschaftliche Verantwortung erfordert. Ein zentrales Organisationsprinzip ist die weitreichende inhaltliche und gestalterische Freiheit in Führungsrollen des mittleren Managements, die auf einem hohen Maß an innovativer Gestaltungskompetenz, Selbststeuerung und eigenverantwortlicher Führungsverantwortung basiert.

Dieser Organisationsrahmen entfaltet seine Wirkung insbesondere dort, wo Rolle, Kompetenzen sowie der persönliche Umgang mit Verantwortung und Ambiguität in ausreichendem Maß zusammenpassen. Eine unterschiedliche Wahrnehmung zu Zielen, Unterstützung oder Steuerungsmechanismen hängt deshalb stark davon ab, wie die Führungsrolle in der gegebenen Organisationsstruktur tatsächlich gelebt wird bzw. wurde.

Dennoch verstehen wir Feedback aus verschiedenen Perspektiven – wie das gegenständliche - als wichtiges Instrument zur regelmäßigen Reflexion von Führung, Kommunikation und Zusammenarbeit in unserem stabilen Arbeitsumfeld bei PROFACTOR.

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Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.