Ihr Unternehmen?

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Schachermayer 
GmbH
Bewertung

Ihr Unternehmen?

Wenn Gelb fürs Leben wichtiger ist als Veränderung...

2,5
Nicht empfohlen
Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung bei Schachermayer GroßhandelsgesmbH in Linz gearbeitet.

Verbesserungsvorschläge

Sehr geehrter Geschäftsführer,

vielleicht erreicht Sie diese Bewertung auf einem Weg, auf dem Informationen nicht zuvor durch mehrere Führungsebenen gefiltert werden.

Viele der folgenden Punkte habe ich über Jahre hinweg selbst wahrgenommen oder in Gesprächen mit Kolleginnen und Kollegen aus unterschiedlichsten Bereichen mitbekommen. Deshalb geht es hier nicht um Einzelfälle, sondern um Themen, die im Unternehmen seit Langem bekannt sind.

Nach außen präsentiert sich Schachermayer als modernes Familienunternehmen mit Werten, Entwicklungsmöglichkeiten und einem starken Miteinander. Intern habe ich jedoch häufig eine andere Realität wahrgenommen.

Karrierewege wirkten oft vorhersehbar. Nicht immer entstand der Eindruck, dass Leistung, Kompetenz oder Potenzial ausschlaggebend waren. Viel häufiger wurde darüber gesprochen, wer wen kennt oder zu welchem Netzwerk gehört. Für viele Mitarbeiter waren die Entwicklungsmöglichkeiten begrenzt, für Frauen gefühlt noch einmal stärker. Teilzeitkräfte wurden nicht immer als gleichwertige Arbeitskräfte wahrgenommen, sondern teilweise als organisatorische Belastung.

Gleichzeitig wurden Führungspositionen überwiegend intern besetzt. Dadurch entstand über Jahre eine Kultur, die sich selbst bestätigte und selten hinterfragte. Neue Perspektiven oder moderne Führungsansätze kamen kaum ins Unternehmen. Aussagen, dass man bei der Lehrlingssuche wieder stärker auf männliche Bewerber setzen sollte, vermittelten ebenfalls nicht gerade den Eindruck eines modernen Arbeitgebers.

Auch mit sensiblen Themen wurde aus meiner Sicht oft erstaunlich locker umgegangen. Grenzüberschreitendes Verhalten wurde häufig verharmlost oder toleriert. Konstellationen zwischen Führungskräften und direkt unterstellten Mitarbeitern wurden vielfach als offenes Geheimnis wahrgenommen. Dadurch entstand der Eindruck, dass für manche Personen andere Maßstäbe gelten als für andere.

Besonders auffällig war jedoch die Situation in der Personalabteilung. Die hohe Fluktuation dort war über Jahre hinweg im gesamten Unternehmen bekannt. Kaum eine andere Abteilung wurde so häufig mit Personalwechseln in Verbindung gebracht. Trotzdem entstand nie der Eindruck, dass die Ursachen ernsthaft hinterfragt wurden. Die offensichtlichste Frage blieb unbeantwortet: Warum verlassen so viele Mitarbeiter genau diese Abteilung wieder?

Auch außerhalb der Personalabteilung wurde immer wieder über das dortige Arbeitsklima gesprochen. Von Kontrolle, Misstrauen und Spannungen innerhalb des Teams war regelmäßig die Rede. Unter Mitarbeitern wurde teilweise sogar darüber gewitzelt, wer wohl als Nächstes auf der „schwarzen Liste“ stehen würde. Erschreckend war dabei nicht, dass solche Gespräche geführt wurden. Erschreckend war, dass sie über Jahre hinweg geführt wurden und sich dennoch nichts änderte.

Für zusätzliches Unverständnis sorgten Regeln und Entscheidungen, die im Alltag oft lebensfremd wirkten. Selbst kleine Aufmerksamkeiten von Kolleginnen und Kollegen mussten abgegeben werden. Gleichzeitig entstand vielerorts der Eindruck, dass Regeln nicht für alle gleichermaßen galten.

Besonders bemerkenswert ist, dass genau jene Abteilung, die für Personalentwicklung, Unternehmenskultur und die Schulung von Führungskräften verantwortlich war, selbst immer wieder Gegenstand kritischer Gespräche innerhalb des Unternehmens war. Wenn ausgerechnet dort über Jahre dieselben Probleme wahrgenommen werden, sollte das Anlass genug sein, die eigenen Strukturen kritisch zu hinterfragen.

Am meisten irritiert rückblickend nicht einmal das Verhalten einzelner Personen. Irritierend ist, wie viele dieser Themen über Jahre hinweg bekannt waren. Darüber wurde in den Abteilungen gesprochen, bei Firmenveranstaltungen gesprochen und in den Pausen gesprochen. Es waren keine Geheimnisse.

Die eigentliche Frage ist daher nicht, ob diese Probleme existierten oder existieren. Die eigentliche Frage ist, warum sie so lange bestehen konnten.

Die größte Stärke des Unternehmens sind die vielen engagierten Mitarbeiter. Die größte Schwäche ist, dass bekannte Probleme, bekannte Führungsthemen und bekannte Missstände über Jahre hinweg ohne erkennbare Konsequenzen bestehen konnten.

Schachermayer hat enormes Potenzial. Umso bedauerlicher ist es, wenn dieses Potenzial durch Freunderlwirtschaft, mangelnde Konsequenzen und eine Kultur des Wegschauens Jahr für Jahr verspielt wird.


Arbeitsatmosphäre

Image

Work-Life-Balance

Karriere/Weiterbildung

Gehalt/Benefits

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Kollegenzusammenhalt

Umgang mit älteren Kollegen

Vorgesetztenverhalten

Arbeitsbedingungen

Kommunikation

Gleichberechtigung

Interessante Aufgaben

2Hilfreichfinden das hilfreich6Zustimmenstimmen zuMeldenTeilen

Arbeitgeber-Kommentar

Stephanie KneifelPersonalleiterin

Sehr geehrte/r Anonym

Danke sehr für das Feedback, auch wenn es ehrlicherweise nicht so positiv ausgefallen ist, wie ich es mir wünschen würde. Ich möchte auf ein paar Punkte konkret eingehen und meine Sichtweise dazu teilen.
Ja, es stimmt, dass wir danach trachten, Führungspositionen überwiegend intern zu besetzen. Dies kommt daher, dass wir daran glauben, dass einem in einem Unternehmen prinzipiell alle Karrierewege offen stehen sollen und es keinen „gläsernen Deckel“ geben soll, den man nur durchbrechen kann, wenn man von „außen“ mit akademischen oder sonstigen Titeln kommt. Karriere mit Lehre bzw. Karriere durch Einsatz und Leistung muss bei uns möglich sein.
Natürlich hat diese Sichtweise auch den Nachteil, dass einigen dieser Führungskräfte die Erfahrung fehlt, woanders gearbeitet zu haben. Dadurch, dass auch interne Bewerber sich dem ganz normalen Bewerbungsprozess stellen müssen, der auch durch die Personalabteilung begleitet wird, können wir Freundschaftsbesetzungen entgegenwirken.
Zu Grenzüberschreitendem oder gar übergriffigem Verhalten kommt es in einem Unternehmen in unserer Größenordnung leider immer wieder. Aus meiner Sicht nehmen wir diese Fälle sehr ernst und handeln immer faktenbasiert, schnell und konsequent. So ein Verhalten hat in einem Familienunternehmen keinen Platz.
Aber ja, wir haben keine Regel gegen Beziehungen am Arbeitsplatz. Meine Meinung dazu ist, dass solange es hier zu keinen Compliance-konflikten kommt und die Arbeit auch nicht leidet, soll man Beziehungen unter Mitarbeitern nicht einschränken.
Die beschriebene Situation in der Personalabteilung wirft bei mir viele Fragen auf und kann ich so nicht nachvollziehen. Die Vorwürfe nehme ich natürlich sehr ernst und werde sie intern besprechen. Ich lade Sie herzlich dazu ein, mich diesbezüglich direkt zu kontaktieren.

Gerd Schachermayer

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Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.