Ungleiche Verträge, kein Teamgefühl und Sorge vor Versetzungen
Verbesserungsvorschläge
1. Teamgeist und Zusammenarbeit stärken – Offene Kommunikation fördern, Fehler konstruktiv besprechen und multiprofessionelle Zusammenarbeit ermöglichen.
2. Arbeitsbedingungen und Ressourcen verbessern – Materialbeschaffung, Belüftung und Infrastruktur zuverlässig sicherstellen.
3. Vergütung und Entwicklung transparent gestalten – Gehalt anpassen, Aufstiegsmöglichkeiten für alle ermöglichen und Weiterbildung einfacher zugänglich machen.
Arbeitsatmosphäre
Der Teamgedanke war kaum vorhanden. Statt Zusammenarbeit herrschte überwiegend Einzelarbeit. Fehler wurden selten konstruktiv besprochen, sondern eher vorwurfsvoll thematisiert.
Es gab einzelne Kolleg*innen, mit denen der Umgang sehr angenehm war und mit denen man sich gut verstanden hat. Ein engerer kollegialer Austausch oder Zusammenhalt untereinander wurde jedoch nicht wirklich gefördert und teilweise eher kritisch gesehen.
Die allgemeine Stimmung im Team war überwiegend gedrückt, wodurch das Arbeitsklima als belastend empfunden wurde und die Motivation, zur Arbeit zu gehen, deutlich sank.
Work-Life-Balance
Die Arbeitszeiten in der Tagesklinik waren grundsätzlich geregelt, was eine gute Planbarkeit des Alltags ermöglicht hat. Zudem bestand die Möglichkeit, Freizeitausgleich zu nehmen, was positiv hervorzuheben ist.
Kritisch war jedoch, dass Freizeitausgleich teilweise genehmigt wurde, ohne ausreichend auf die anschließende Dienstbesetzung zu achten. Dadurch kam es vereinzelt zu Belastungen im Team.
Karriere/Weiterbildung
Jüngere Mitarbeitende erhalten grundsätzlich Möglichkeiten, Verantwortung zu übernehmen und sich weiterzuentwickeln. Eigeninitiative ist dabei wichtig, um Chancen wahrnehmen zu können.
Externe Weiterbildungen werden nur begrenzt genehmigt, oft müssen sie selbst bezahlt werden. Interne Weiterbildungen finden regelmäßig statt, können aber aufgrund von Krankheitsfällen oder Dienstplänen manchmal verschoben oder abgesagt werden.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt wird nicht automatisch angepasst und orientiert sich nicht an tariflichen Vorgaben. Es gibt drei verschiedene Vertragsarten: Mitarbeitende mit dem „ AltVertrag“ haben Aufstiegsmöglichkeiten, während andere Beschäftigte davon ausgeschlossen sind.
Zuschläge wie Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld oder ein 13. Gehalt werden nicht gezahlt. Wiederholt wurden Gehaltserhöhungen angekündigt, diese wurden jedoch nicht umgesetzt. Insgesamt wird die Vergütung von vielen Mitarbeitenden als verbesserungswürdig empfunden.
Kollegenzusammenhalt
Mit einzelnen Kolleg*innen bestand ein guter Zusammenhalt und ein wertschätzender Umgang. Gleichzeitig gab es jedoch immer wieder Haltungen, die diesen Zusammenhalt erschwert haben. Teilweise wurde auf eine sehr strikte Trennung der Berufsgruppen bestanden, wodurch ein offener, multiprofessioneller Austausch kaum möglich war.
Aufgaben wurden stark abgegrenzt und ausschließlich bestimmten Bereichen zugeordnet, was die Zusammenarbeit zusätzlich eingeschränkt hat. Insgesamt konnte sich dadurch kein tragfähiger Kollegenzusammenhalt entwickeln, und es fehlte spürbar an gemeinschaftlichem Arbeiten.
Umgang mit älteren Kollegen
Der Umgang mit älteren Kolleginnen war grundsätzlich respektvoll, und es gab keine Probleme aufgrund des Alters selbst. Erfahrung und Zugehörigkeitsdauer zum Haus wurden jedoch stärker gewichtet: Je länger man im Team war, desto mehr Entscheidungsspielraum und Einfluss hatte man im Arbeitsalltag.
Dies führte zu einem gewissen „Senioritätsvorteil“, ohne dass das Alter an sich eine Rolle spielte. Insgesamt wurde die Erfahrung der langjährigen Kolleginnen geschätzt und wertgeschätzt.
Vorgesetztenverhalten
Die Erreichbarkeit der höheren Leitungsebenen war eingeschränkt. Es entstand der Eindruck, dass wenig Einblick in den tatsächlichen Arbeitsalltag bestand und selten aktiv nachgefragt wurde, wie es im Team läuft. Über längere Zeiträume fehlte eine klare, präsente Führung.
Wenn Führung stattfand, wurde diese nicht immer als unterstützend oder wohlwollend erlebt. Teilweise entstand der Eindruck, dass Spannungen im Team eher verstärkt als aufgefangen wurden. Zudem wurden Zusagen gemacht, die im weiteren Verlauf nicht oder nur teilweise eingehalten wurden.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen waren teils eingeschränkt. Parkmöglichkeiten standen nur begrenzt zur Verfügung, und die Belüftung auf der Station ließ zu wünschen übrig, sodass die Luftqualität oft unangenehm war.
Arbeitsmaterialien mussten häufig lange beantragt werden, teilweise wurden Anschaffungen gar nicht genehmigt oder die Beschaffungsprozesse dauerten sehr lange. Die Versorgung mit benötigtem Equipment war stark vom Budget abhängig.
Auch kleinere Einrichtungen, wie der Spielplatz für Kinder, wurden über längere Zeit nicht erneuert oder instand gehalten.
Kommunikation
Die Kommunikation wurde häufig als vorwurfsvoll empfunden. Es kam vor, dass Anschuldigungen oder Vorwürfe geäußert wurden, die aus eigener Sicht so nicht zutrafen. Dadurch entstand wiederholt das Gefühl, sich rechtfertigen zu müssen, anstatt ernst genommen zu werden.
Zudem entstand der Eindruck, dass Themen eher hinter dem Rücken besprochen wurden, statt offen und direkt angesprochen zu werden. Eine transparente, wertschätzende Kommunikationskultur war daher nur eingeschränkt vorhanden.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben waren sehr vielfältig und boten die Möglichkeit, immer wieder neue Tätigkeiten auszuprobieren. Innerhalb des Arbeitsalltags gab es viel Eigenverantwortung und Freiheiten, die Aufgaben selbst zu gestalten.
Wer Freude an der Arbeit mit psychisch erkrankten Menschen hat, findet hier besonders interessante und bereichernde Tätigkeiten, die sowohl fachlich als auch persönlich lohnend sein können.

