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Bewertung

Schade was aus der Bedag geworden ist

2,1
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung nicht mehr bei Bedag Solutions AG in Bern gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Die Bedag war einmal eine richtig coole Firma. Sie war zwar nie besonders innovativ, aber man hatte zumindest das Gefühl, dass sich das Unternehmen um seine Mitarbeitenden kümmert und diese nicht einfach als austauschbare Ressourcen betrachtet. Seit dem letzten November ist dieses Vertrauen jedoch komplett verloren gegangen. Der Begriff „Bedag Family“ ist intern mittlerweile schon zum Running Gag geworden.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Die Kommunikation gegenüber den Mitarbeitenden und teilweise auch gegenüber den Kunden wird als wenig ehrlich und transparent wahrgenommen. Wenn aufgrund der Geschäftslage so viele Mitarbeitende gekündigt werden, sollte dies aus meiner Sicht auch das Management betreffen und nicht hauptsächlich die Mitarbeitenden auf operativer Ebene. Gerade diese haben ihre Arbeit gemacht und können wenig für die Entscheidungen des Managements.
Zudem fehlt es aus meiner Sicht an Empathie im Umgang mit den betroffenen Mitarbeitenden. Wenn man Menschen auf die Strasse stellt, sollte man zumindest etwas Mitgefühl zeigen oder den Eindruck vermitteln, dass man die Situation bedauert. Aussagen wie „Unsere Türen stehen offen“ wirken in einer solchen Situation eher mager.

Verbesserungsvorschläge

Das aktuelle Management (BSO) scheint seit Jahren nicht in der Lage zu sein, die notwendigen Verbesserungen voranzutreiben. Trotz der Nähe zum Kanton gelingt es nicht, ausreichend neue Aufträge zu gewinnen. Im Gegenteil, durch verschiedene Entscheidungen und das Vorgehen des Managements besteht sogar die Gefahr, bestehende Kunden zu verärgern oder zu verlieren.

Arbeitsatmosphäre

In den letzten Monaten war die Arbeitsatmosphäre durch häufige personelle Veränderungen und eine ausgeprägte „Hire & Fire“-Mentalität geprägt.

Image

Die Bedag versucht seit Jahren, sich modern aufzustellen und entsprechend zu präsentieren. Sowohl intern als auch extern wird das Unternehmen jedoch weiterhin als eher konservativ wahrgenommen.

Karriere/Weiterbildung

Es werden regelmässig interne Kurse angeboten und es gibt ein jährliches Budget für externe Weiterbildungen. Allerdings muss die dafür benötigte Zeit teilweise aus den eigenen Ferien genommen werden, was die Weiterbildungsmöglichkeiten etwas einschränkt.

Kollegenzusammenhalt

Der Kollegenzusammenhalt ist stark vom jeweiligen Geschäftsfeld und insbesondere von der Führungskraft abhängig.

Umgang mit älteren Kollegen

Nach den Kündigungen im November entstand der Eindruck, dass die Bedag wenig Wert auf den Umgang mit älteren oder langjährigen Mitarbeitenden legt. Teilweise wurden Mitarbeitende, die seit vielen Jahren im Unternehmen waren oder über 55 Jahre alt waren, von heute auf morgen gekündigt, ohne Sozialplan oder erkennbare Wertschätzung.
Wie es andere bereits erwähnt haben, mussten die Mitarbeitenden im Gang warten, bis ihr Name aufgerufen wurde. Erst beim Aufruf erfuhren sie, dass sie gekündigt wurden. Die Situation erinnerte eher an Tiere vor dem Schlachthof als an einen respektvollen Umgang mit langjährigen Mitarbeitenden. Wer sich ein solches Vorgehen ausgedacht hat, ist höchst fragwürdig.

Vorgesetztenverhalten

Das Vorgesetztenverhalten wird teilweise als wenig empathisch und eher von oben herab wahrgenommen. Oft fehlt es an Verständnis und Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitenden.

Kommunikation

Die Bedag vermittelt den Eindruck einer offenen und transparenten Kommunikation. Durch die im November letzten Jahres erfolgten, beinahe massenhaften Entlassungen wurden wir jedoch eines Besseren belehrt.

Gehalt/Benefits

Grundsätzlich gibt es viele Benefits. Zudem sind die Arbeitszeiten flexibel und es gibt keine starren Arbeitszeiten. Mit den Kollegen kann man sich in der Regel gut organisieren, wenn man kurzfristig einen Tag frei benötigt oder aus familiären Gründen etwas dazwischenkommt.

Interessante Aufgaben

Die Aufgaben sind eher wenig abwechslungsreich und teilweise langweilig. Sowohl die Projekte als auch das Unternehmen und die Kunden sind sehr konservativ ausgerichtet. Innovative oder technisch spannende Projekte sind daher eher die Ausnahme. Häufig handelt es sich um klassische Kantonsprojekte, wie einfache Ein-/Ausgabe-Anwendungen oder die Digitalisierung bisher manueller und papierbasierter Prozesse.


Work-Life-Balance

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Arbeitgeber-Kommentar

Daniela Burkhard, Head of Human Resource Management
Daniela BurkhardHead of Human Resource Management

Liebe ehemalige Kollegin, Lieber ehemaliger Kollege

Danke für dein ausführliches Feedback. Und danke vor allem dafür, dass du differenzierst. Du schreibst hart auf, was aus deiner Sicht schiefgelaufen ist, und gibst uns beim Gehalt und den Benefits trotzdem vier Sterne. Das ist nicht selbstverständlich, wenn man enttäuscht geht.

Dein Titel geht mir nach. «Schade was aus der Bedag geworden ist» — so schreibt niemand, dem die Firma egal war.

Zu den Kündigungen vom vergangenen November haben wir ausführlich Stellung genommen: gegenüber den Betroffenen direkt und hier auf Kununu, im Beitrag vom Januar. Ich möchte das nicht noch einmal im Detail aufrollen.

Nur so viel: Unterstützung gab es sehr wohl. Vom externen Newplacement bis zu Folgegesprächen mit (Führungs-) Personen und Geschäftsleitungsmitgliedern, die rege genutzt wurden.

Bei der Weiterbildung hast du teilweise recht, und das sage ich ohne Umschweife. Finanziell sind wir grosszügig: 5'000 Franken pro Person und Jahr, dazu laufend interne Kurse. Die Zeit dagegen trägt bei uns in der Regel die oder der Mitarbeitende. Das ist der Deal. Dazu gehört auch, dass wir keine Rückzahlungsverpflichtungen kennen.

Zu deiner Einschätzung, unsere Projekte seien konservativ: Vieles bei uns ist tatsächlich solides Handwerk für den Kanton, das bestreite ich nicht. Nur ist es nicht alles. helloDATA etwa, unser Datencockpit auf Open-Source-Basis, hat mit einer einfachen Ein-/Ausgabe-Anwendung wenig zu tun.

Beste Grüsse

Daniela

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Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.