Schade was aus der Bedag geworden ist
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Bedag war einmal eine richtig coole Firma. Sie war zwar nie besonders innovativ, aber man hatte zumindest das Gefühl, dass sich das Unternehmen um seine Mitarbeitenden kümmert und diese nicht einfach als austauschbare Ressourcen betrachtet. Seit dem letzten November ist dieses Vertrauen jedoch komplett verloren gegangen. Der Begriff „Bedag Family“ ist intern mittlerweile schon zum Running Gag geworden.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die Kommunikation gegenüber den Mitarbeitenden und teilweise auch gegenüber den Kunden wird als wenig ehrlich und transparent wahrgenommen. Wenn aufgrund der Geschäftslage so viele Mitarbeitende gekündigt werden, sollte dies aus meiner Sicht auch das Management betreffen und nicht hauptsächlich die Mitarbeitenden auf operativer Ebene. Gerade diese haben ihre Arbeit gemacht und können wenig für die Entscheidungen des Managements.
Zudem fehlt es aus meiner Sicht an Empathie im Umgang mit den betroffenen Mitarbeitenden. Wenn man Menschen auf die Strasse stellt, sollte man zumindest etwas Mitgefühl zeigen oder den Eindruck vermitteln, dass man die Situation bedauert. Aussagen wie „Unsere Türen stehen offen“ wirken in einer solchen Situation eher mager.
Verbesserungsvorschläge
Das aktuelle Management (BSO) scheint seit Jahren nicht in der Lage zu sein, die notwendigen Verbesserungen voranzutreiben. Trotz der Nähe zum Kanton gelingt es nicht, ausreichend neue Aufträge zu gewinnen. Im Gegenteil, durch verschiedene Entscheidungen und das Vorgehen des Managements besteht sogar die Gefahr, bestehende Kunden zu verärgern oder zu verlieren.
Arbeitsatmosphäre
In den letzten Monaten war die Arbeitsatmosphäre durch häufige personelle Veränderungen und eine ausgeprägte „Hire & Fire“-Mentalität geprägt.
Image
Die Bedag versucht seit Jahren, sich modern aufzustellen und entsprechend zu präsentieren. Sowohl intern als auch extern wird das Unternehmen jedoch weiterhin als eher konservativ wahrgenommen.
Karriere/Weiterbildung
Es werden regelmässig interne Kurse angeboten und es gibt ein jährliches Budget für externe Weiterbildungen. Allerdings muss die dafür benötigte Zeit teilweise aus den eigenen Ferien genommen werden, was die Weiterbildungsmöglichkeiten etwas einschränkt.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt ist stark vom jeweiligen Geschäftsfeld und insbesondere von der Führungskraft abhängig.
Umgang mit älteren Kollegen
Nach den Kündigungen im November entstand der Eindruck, dass die Bedag wenig Wert auf den Umgang mit älteren oder langjährigen Mitarbeitenden legt. Teilweise wurden Mitarbeitende, die seit vielen Jahren im Unternehmen waren oder über 55 Jahre alt waren, von heute auf morgen gekündigt, ohne Sozialplan oder erkennbare Wertschätzung.
Wie es andere bereits erwähnt haben, mussten die Mitarbeitenden im Gang warten, bis ihr Name aufgerufen wurde. Erst beim Aufruf erfuhren sie, dass sie gekündigt wurden. Die Situation erinnerte eher an Tiere vor dem Schlachthof als an einen respektvollen Umgang mit langjährigen Mitarbeitenden. Wer sich ein solches Vorgehen ausgedacht hat, ist höchst fragwürdig.
Vorgesetztenverhalten
Das Vorgesetztenverhalten wird teilweise als wenig empathisch und eher von oben herab wahrgenommen. Oft fehlt es an Verständnis und Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitenden.
Kommunikation
Die Bedag vermittelt den Eindruck einer offenen und transparenten Kommunikation. Durch die im November letzten Jahres erfolgten, beinahe massenhaften Entlassungen wurden wir jedoch eines Besseren belehrt.
Gehalt/Benefits
Grundsätzlich gibt es viele Benefits. Zudem sind die Arbeitszeiten flexibel und es gibt keine starren Arbeitszeiten. Mit den Kollegen kann man sich in der Regel gut organisieren, wenn man kurzfristig einen Tag frei benötigt oder aus familiären Gründen etwas dazwischenkommt.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben sind eher wenig abwechslungsreich und teilweise langweilig. Sowohl die Projekte als auch das Unternehmen und die Kunden sind sehr konservativ ausgerichtet. Innovative oder technisch spannende Projekte sind daher eher die Ausnahme. Häufig handelt es sich um klassische Kantonsprojekte, wie einfache Ein-/Ausgabe-Anwendungen oder die Digitalisierung bisher manueller und papierbasierter Prozesse.


