Gutes Team und spannende Arbeit, aber grosse Defizite bei Führung, Kommunikation und Entwicklung
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Schlecht finde ich vor allem die fehlende Verbindlichkeit bei Kommunikation, Entwicklung und Führung. Gute Leistung und zusätzliche Verantwortung werden zwar gerne angenommen und gelobt, bei Funktionsanpassungen, Lohnentwicklung oder konkreten Karriereperspektiven fehlt jedoch häufig die gleiche Konsequenz.
Entscheidungen und Änderungen werden teilweise sehr spät oder unzureichend kommuniziert. Mitarbeitende müssen sich vieles selbst zusammensuchen und mit Unsicherheiten umgehen, obwohl diese Informationen für den Arbeitsalltag wichtig wären.
Besonders enttäuschend ist für mich, wenn Entwicklungsschritte mehrfach in Aussicht gestellt oder zugesagt werden, anschliessend aber nicht umgesetzt werden und sich niemand klar dafür verantwortlich fühlt.
Aus meiner Sicht gibt es zudem zu viele Führungsebenen und teilweise zu wenig Nähe zum operativen Geschäft. Gerade die Mitarbeitenden an der Basis tragen einen grossen Teil der täglichen Verantwortung und sollten entsprechend stärker gehört, gefördert und fairer eingestuft werden.
Verbesserungsvorschläge
Aus meiner Sicht sollte die Führungsstruktur ab der Teamleiter-Ebene grundsätzlich überprüft werden. Teilweise entsteht der Eindruck, dass zu viele Führungsebenen beziehungsweise Teamleiter im Verhältnis zur Anzahl der operativen Mitarbeitenden vorhanden sind.
Gleichzeitig fehlt bei gewissen Führungsfunktionen aus meiner Sicht die notwendige Nähe zum operativen Tagesgeschäft. Entscheidungen werden getroffen, ohne dass die tatsächlichen Abläufe und Herausforderungen an der Basis ausreichend berücksichtigt werden.
Es wird sehr viel über Veränderungen, Verbesserungen und neue Prozesse gesprochen. Bei den Mitarbeitenden kommt davon jedoch häufig wenig oder sehr spät an. Hier wäre weniger Kommunikation in Form von Ankündigungen und dafür mehr konkrete, konsequente Umsetzung wünschenswert.
Die Mitarbeitenden im operativen Bereich tragen einen wesentlichen Teil dazu bei, dass Projekte umgesetzt, Termine eingehalten und Kundenaufträge erfüllt werden. Aus meiner Sicht sollte ihre Leistung, Erfahrung und Verantwortung deshalb deutlich stärker berücksichtigt werden – sowohl bei Entscheidungen als auch bei Entwicklung, Einstufung und Entlöhnung.
Im Unternehmen wäre sehr viel Potenzial vorhanden. Dafür müsste man jedoch bestehende Führungsstrukturen kritisch hinterfragen, Verantwortlichkeiten klarer definieren, näher an den Mitarbeitenden sein und gute Leistung nicht nur mit Worten anerkennen, sondern auch mit konkreten Entwicklungsmöglichkeiten und fairen Bedingungen.
Arbeitsatmosphäre
In unserem kleinen Team ist die Arbeitsatmosphäre sehr gut. Wir halten stark zusammen, unterstützen uns gegenseitig und können uns aufeinander verlassen. Gerade dieser enge Zusammenhalt und die direkte Zusammenarbeit im Team sind für mich ein grosser Pluspunkt.
Ab der Ebene oberhalb des Teamleiters empfinde ich die Atmosphäre jedoch deutlich anders. Dort fehlt mir teilweise die Nähe zu den Mitarbeitenden und das Gefühl, dass Anliegen wirklich aufgenommen und verbindlich weiterverfolgt werden.
Kommunikation
Die Kommunikation innerhalb der Firma empfinde ich als sehr schlecht. Änderungen werden teilweise auf Fachführungsebene beschlossen, erreichen die Mitarbeitenden in der operativen Umsetzung jedoch erst Wochen oder teilweise Monate später.
In dieser Zeit müssen wir uns viele Informationen selbst zusammensuchen, Abläufe eigenständig herausfinden oder über Umwege erfahren, dass sich Prozesse bereits geändert haben. Das führt zu unnötigem Aufwand, Unsicherheit und vermeidbaren Fehlern.
Aus meiner Sicht fehlt es deutlich an einer schnellen, transparenten und verbindlichen Kommunikation von oben nach unten. Gerade bei Änderungen, die den täglichen Arbeitsablauf direkt betreffen, besteht hier sehr grosser Verbesserungsbedarf.
Kollegenzusammenhalt
In unserem kleinen Team ist der Kollegenzusammenhalt sehr stark. Wir unterstützen uns gegenseitig, helfen einander wo immer es möglich ist und können uns im Arbeitsalltag aufeinander verlassen. Gerade dieser Zusammenhalt ist für mich einer der grössten Pluspunkte im direkten Team.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance ist grundsätzlich in Ordnung. Durch die zunehmende Verantwortung und immer mehr zusätzliche Aufgaben kann die Arbeitsbelastung jedoch zeitweise hoch sein. Gerade wenn immer weitere Themen dazukommen, ohne bestehende Aufgaben entsprechend zu reduzieren, leidet die Balance teilweise darunter.
Vorgesetztenverhalten
Das Vorgesetztenverhalten empfinde ich als einen der grössten Schwachpunkte.
Gute Arbeit wird zwar gelobt und zusätzliche Verantwortung wird gerne übertragen, sobald es aber um verbindliche Entwicklungsschritte, Funktionsanpassungen oder Lohn geht, fehlt es aus meiner Sicht an Klarheit, Verbindlichkeit und Verantwortung.
Mir wurden konkrete Entwicklungsschritte und eine entsprechende Vertrags- bzw. Funktionsanpassung in Aussicht gestellt bzw. zugesagt. Die dafür genannten Voraussetzungen habe ich erfüllt, umgesetzt wurde die Anpassung trotzdem nicht. Später wurde erneut eine Entwicklung bis Ende 2026 in Aussicht gestellt, auch diese Perspektive wurde schliesslich wieder relativiert bzw. nicht verbindlich bestätigt.
Besonders enttäuschend ist, dass Anliegen teilweise weitergeschoben werden und am Ende niemand klar Verantwortung übernimmt. Auf direkte und schriftliche Fragen zu meiner beruflichen Zukunft erhielt ich teilweise keine verbindliche Antwort.
Wenn Mitarbeitende gute Leistungen bringen, zusätzliche Verantwortung übernehmen und sich weiterbilden, sollte sich das aus meiner Sicht auch in einer klaren und verlässlichen Entwicklungsperspektive widerspiegeln.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben selbst sind sehr interessant und abwechslungsreich. Gerade im Netzbau und in der Projektarbeit gibt es viele unterschiedliche Themen, Herausforderungen und Schnittstellen, wodurch kaum ein Tag genau gleich aussieht.
Mit zunehmender Verantwortung konnte ich immer mehr anspruchsvolle Aufgaben übernehmen, was fachlich sehr spannend war. Die Tätigkeit an sich gehört für mich klar zu den positiven Seiten des Unternehmens.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen sind grundsätzlich gut. Die technische Ausstattung und die Möglichkeiten für mobiles Arbeiten sind vorhanden und unterstützen den Arbeitsalltag.
Negativ empfinde ich jedoch, dass mit zunehmender Verantwortung und zusätzlichen Aufgaben die Rahmenbedingungen nicht immer entsprechend angepasst werden. Mehr Verantwortung wird schnell übertragen, bei Funktion, Vertrag und Entlöhnung zieht die Entwicklung jedoch nicht im gleichen Mass mit.
Aus meiner Sicht sollten zusätzliche Aufgaben und eine höhere Verantwortung auch klar in den Arbeitsbedingungen und der entsprechenden Einstufung berücksichtigt werden.
Gehalt/Benefits
Die Entlöhnung empfinde ich im Verhältnis zu Verantwortung, Leistung und zusätzlichen Aufgaben als deutlich zu tief.
Mehr Verantwortung, zusätzliche Aufgaben und anspruchsvollere Tätigkeiten werden laufend übernommen, ohne dass sich dies entsprechend in Funktion, Vertrag oder Lohn widerspiegelt. Gute Leistung wird zwar gelobt und gerne genutzt, bei einer angemessenen finanziellen Entwicklung oder einer längst fälligen Vertragsanpassung fehlt jedoch die gleiche Konsequenz.
Besonders enttäuschend ist, wenn Entwicklungsschritte und Anpassungen mehrfach in Aussicht gestellt oder zugesagt werden, am Ende aber trotzdem nicht umgesetzt werden. Dadurch entsteht der Eindruck, dass Mehrleistung selbstverständlich erwartet wird, während eine faire Gegenleistung immer wieder verschoben wird.
Die Benefits sind teilweise vorhanden, gleichen aus meiner Sicht aber nicht aus, dass Verantwortung und Entlöhnung über längere Zeit nicht im richtigen Verhältnis stehen.
Gerade bei langjährigen Mitarbeitenden, die zusätzliche Verantwortung übernehmen, sich weiterbilden und konstant gute Leistungen bringen, besteht aus meiner Sicht sehr grosser Verbesserungsbedarf bei Lohnentwicklung, Einstufung.
Image
Nach aussen wirkt das Unternehmen teilweise noch professionell und gut aufgestellt. Intern erlebe ich die Situation jedoch deutlich anders.
Viele Themen funktionieren aus meiner Sicht nicht so strukturiert, transparent und mitarbeiterorientiert, wie es nach aussen vermittelt wird. Besonders bei Kommunikation, Entwicklungsmöglichkeiten, Verbindlichkeit und dem Umgang mit Mitarbeitenden besteht intern grosser Verbesserungsbedarf.
Dadurch entsteht für mich eine deutliche Diskrepanz zwischen dem äusseren Auftritt und der tatsächlichen internen Realität.
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildungen werden grundsätzlich unterstützt, aber eine Weiterbildung allein bringt wenig, wenn die daraus besprochene Entwicklung anschliessend nicht umgesetzt wird.
In meinem Fall wurde mir eine konkrete berufliche Weiterentwicklung mit entsprechender Funktions- und Vertragsanpassung in Aussicht gestellt. Voraussetzung dafür war unter anderem eine Weiterbildung im Projektmanagement sowie zwei Jahre Erfahrung in der Bauleitung. Diese Voraussetzungen habe ich erfüllt.
Trotzdem wurde die angekündigte Entwicklung anschliessend nicht umgesetzt. Später wurde erneut eine Anpassung zu einem späteren Zeitpunkt in Aussicht gestellt, auch diese konnte letztlich wieder nicht verbindlich bestätigt werden.
Das empfinde ich als besonders enttäuschend. Mitarbeitende investieren Zeit, Energie und Motivation in ihre Weiterbildung und übernehmen gleichzeitig immer mehr Verantwortung. Wenn danach trotzdem keine klare Entwicklungsperspektive vorhanden ist, verliert das Thema Karriereförderung stark an Glaubwürdigkeit.
Aus meiner Sicht fehlt es weniger an Möglichkeiten zur Weiterbildung als an Verbindlichkeit bei der tatsächlichen Weiterentwicklung danach.