Null Startplanung, fragwürdige Arbeitszeitenpraxis, hinterhältige Vorgesetzte, Lügen, schlechte Tools und tolle Kollegen
Arbeitsatmosphäre
Von der Kanzel herab wird gepredigt, man sei ein Familienbetrieb und wehe jemand widerspricht. Gegen Mobbing ist auf dem Papier wohl viel unternommen worden. Die Mittagspause ist spassig wenn der Chef nicht im Raum ist.
Image
Im Informatik-Bereich keine wirklich bekannte oder prägnante Marke. Da man sich mit überschaubarer Schlagkraft offenbar eher in die Breite orientieren möchte, dürfte das auch so bleiben.
Work-Life-Balance
Eher lange Wochenarbeitszeit und unterjähriges Vorschaffen für die Weihnachts-Betriebsferien. Gewisse Stunden soll man sowieso nicht aufschreiben. Eine gut geölte Minusstundenmaschine. Sobald man 5 Projekte an der Backe hat, bekommt man seine Zeiterfassung wohl gefüllt. Ist ja zum Glück nur stundengenau. Für die Balance schafft wohl fast jeder Teilzeit. Eine halb verordnete morgendliche Kafipause gilt als Arbeitszeit. Möglichst jegliche Arbeitszeit ist produktiv auf Kundenprojekte zu verbuchen
Karriere/Weiterbildung
Ende 2025 listet die Website 29 Köpfe im wohl geschrumpften Geschäftsbereich Informatik auf, wovon 7 bereits eine Leitungsfunktion haben. Davon 3 seit über 20 Jahren im Unternehmen. Wieviele Karrierepfade da noch übrig bleiben, darf sich jeder selbst ausrechnen. Aufgrund des überschaubaren Bekanntheitsgrads dient EBP wohl auch nicht gerade als Karrieresprungbrett. Weiterbildungen und die Zeit dafür werden in anderen Firmen grosszügiger gehandhabt.
Gehalt/Benefits
Die Gehälter sind unterdurchschnittlich verglichen mit Mitbewerbern im Informatik-Bereich, gemessen an der Wochenarbeitszeit, dem Ferienanspruch sowie in Relation zu den verrechneten Stundenansätzen. Gemessen am Stadtzürcher Niveau sogar deutlich. Bundeseinrichtungen
zahlen hier besser. Dennoch muss der Vorgesetzte dreimal im Monat erwähnen, wie teuer man angeblich sei. Eine fakultative Beteiligung der Mitarbeiter am Geschäftsjahresergebnis wird in den Raum gestellt, jedoch wohl nicht immer ausbezahlt. Die PK erreicht in absoluten Börsenrekordjahren überschaubare Rendite. Die weiteren Sozialleistungen wurden in zahlreichen Bewertungen schon ausgeführt.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Als Arbeitgeber ergreift EBP viele Massnahmen zur Reduktion des Energieverbrauchs der Geschäftsräume, der Mitarbeiter sowie bezüglich Geschäftsreisen. Umso besser wenn man dies noch öffentlichkeitswirksam darstellen kann. Natürlich würde ein höherer Home-Office-Anteil den
Gesamtenergieverbrauch senken. Bezüglich Sozialbewusstsein gibt es natürlich den einen oder anderen blinden Fleck.
Kollegenzusammenhalt
Viele engagierte, ehrliche und warmherzige Kollegen. Jedoch auch einige Intriganten an Schlüsselstellen. Viel Taktiererei hinter den Kulissen.
Vorgesetztenverhalten
Abreden aus den Vorstellungsgesprächen gelten bei Arbeitsantritt nichts mehr. Vor dem Arbeitsantritt wird keine Einsatzplanung vorgenommen. Grundsätzlich wird von Vorgesetzten alles, was man sagt auf die Goldwaage gelegt und negativ ausgelegt. Es herrscht Misstrauen. Für Lügen von anderen soll man sich verteidigen. Persönliche Kritik kommt pauschal und ohne konkrete Beispiele. Die Vorgesetzten vergreifen sich wiederum gerne gleich zu Beginn im Ton und sind so unangenehm,
dass man sie am liebsten ganz meidet. Mir wurden regelrechte Theaterstücke vorgespielt. Man muss ihnen wohl vergeben, denn sie kennen ja seit 20 Jahren nicht anderes. Statt wunschgemäss frühzeitig in einem Termin die Zeiterfassung zu besprechen schaut der Vorgesetzte auch lieber zehn mal heimlich rein und legt den Inquisitions-Termin dann auf den letzten Arbeitstag des Monats. Arbeitsergebnisse werden ebenso pauschal abgekanzelt und nicht konstruktiv besprochen. Jede Frage kann eine Trickfrage sein.
Arbeitsbedingungen
Sehr ansprechende und abwechlungsreiche Räumlichkeiten in bester Lage am Stadelhofen und nahe des Seeufers. Ergonomische Möbel. Die Hardware-Ausstattung hat man halbwegs im Griff. Betriebssystem und Software hingegen nicht. Jahrzehnte alte Tools und die Inhalte darin sind
schlecht gepflegt. Viele verschiedene Ablagen wurden nie konsolidiert. Ein Softwareproblem kann durchaus schon mal einen Monat zur Behebung benötigen. Ansonsten viele angenehme zentrale Dienste wie Empfang, Kantine und Bistro.
Kommunikation
Kommuniziert wird meiner Wahrnehmung nach von oben nach unten. Events und morgendliche Kafipause sollen den Informationsfluss und Zusammenhalt zwar verbessern, aber der Vorgesetzte schreibt gedanklich jedes gesprochene Wort mit.
Gleichberechtigung
Auffällige Gleichstellungsagenda mit Feigenblatt-Führungspositionen.
Interessante Aufgaben
Die grosse Bandbreite spannender Projekte ist vermutlich der Hauptgrund, aus dem viele bleiben. Die knappen Zeit- und Akquise-Budgets würgen dabei jedoch den Tiefgang und die Dokumentation ab. Dennoch bildet man sich ein mittels Schwarmintelligenz Experte in allem zu sein und ständig
neue Felder beackern zu müssen.