Verschleiss mit System!
Verbesserungsvorschläge
Strukturwandel bitter nötig.
Mitarbeiter = Mensch
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre war bereits vor dem Merger angespannt, begleitet von einem spürbaren Personalverschleiss. Nach dem Zusammenschluss hat sich die Lage deutlich verschlimmert. Ein Grossteil der Mitarbeitenden hangelt sich von Tag zu Tag und hofft auf irgendeine Form der Verbesserung. Wer aktuell auf einem Projekt eingesetzt ist, steht zunächst weniger im Fokus. Sobald jedoch Ansprüche gestellt werden oder sich Anzeichen von „Low Performance“ zeigen, wird es schnell eng. Wie man ein solches Umfeld bezeichnet, dürfte offensichtlich sein. Wichtig anzumerken ist jedoch, dass dies je nach Standort unterschiedlich ausfallen kann
Zusätzliche IT Probleme sowie Schwierigkeiten bei der Zeiterfassung geben dem Ganzen zum Wochenschluss regelmässig den letzten Stoss
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Es bröckelt an allen Enden. Mittlerweile sind die Zustände über das Unternehmen hinaus bekannt. Intern krönt man dagegen sich als konkurrenzlos.
Work-Life-Balance
Ein äusserst kritischer Punkt. Arbeitstage von bis zu 12 Stunden sind eher die Regel als die Ausnahme und offenbar auch so gewünscht. Hinzu kommt, dass man teilweise über Monate hinweg am Projektstandort eingesetzt ist und das Privatleben faktisch pausiert. Lange Anfahrten, hohe Arbeitsbelastung, permanenter Druck und fehlende Flexibilität seitens des Unternehmens machen eine echte Balance praktisch unmöglich. Homeoffice ist kaum vorgesehen. Abgerundet wird dies durch eine geringe Anzahl an Urlaubstagen, orientiert am Schweizer Minimum, wobei diese Regelung nicht für alle gleichermaßen gilt. Je nach ursprünglicher Firmenzugehörigkeit und Alter bestehen Unterschiede. Überstunden können in beliebiger Menge aufgebaut werden, meist bis zur eigenen Belastungsgrenze. Krankheitstage werden teilweise mit einem gewissen Sarkasmus kommentiert
Karriere/Weiterbildung
Nur wenige schaffen hier tatsächlich den nächsten Karriereschritt oder eine spürbare Weiterentwicklung. Häufig basiert dies eher auf der Dauer der Betriebszugehörigkeit als auf tatsächlicher Qualifikation. Führungsverantwortung anhand abgesessener Jahre zu vergeben, ist mehr als fragwürdig und verdeutlicht die strukturellen Schwächen. Viele Versprechungen bleiben unerfüllt. Positionen, Verantwortlichkeiten und Titel wirken teilweise zufällig vergeben und haben wenig Aussagekraft. Weiterbildungsprogramme existieren zwar, unterscheiden sich jedoch stark in ihrer Qualität, und die Vergabe erfolgt eher nach Gefühl als nach einem klaren Konzept. Früher war das Unternehmen sowohl für Einsteiger als auch für erfahrene Fachkräfte interessant, inzwischen meiden beide Gruppen diesen Arbeitgeber zunehmend. Die aktuelle Marktsituation sorgt dennoch dafür, dass Stellen weiterhin besetzt werden
Gehalt/Benefits
Das Gehalt ist für Schweizer Verhältnisse unattraktiv. Diese Tatsache ist mittlerweile auch bei Kunden angekommen und sorgt dort teilweise für unangenehme Reaktionen. Leistungen wie ÖV Abos, GA oder Spesen werden nur unter bestimmten Voraussetzungen gewährt, etwa bei Einsätzen ausserhalb des Hauptstandorts. Sportangebote werden unterstützt, und Poolfahrzeuge stehen zur Verfügung. „Bike to Work“ wird zwar beworben, ist jedoch nur unter bestimmten Voraussetzungen realistisch umsetzbar.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Wirkt aus der Zeit gefallen, ineffizient und wenig innovativ.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammnehalt ist natürlich auch wieder Projekt- oder Standortabhängig aber tatsächlich der einzige positive Aspekt der hier zu erwähnen ist. Da der turnover aber so massiv ist, darf man sich an diese nicht zu lange gewöhnen. Ansonsten halten viele zusammen um durchzustehen, dies muss ich meinen Ex-Kollegen hoch anrechnen.
Umgang mit älteren Kollegen
Positiv hervorzuheben ist, dass zwar wenige erfahrene Kollegen vorhanden sind aber diese im Team in der Regel respektvoll eingebunden sowie gleich behandelt werden.
Vorgesetztenverhalten
Direkte Führungskräfte zeigen meist Engagement, sind ansprechbar und offen für Feedback. Auch Entwicklungsgespräche werden auf dieser Ebene geführt. Entscheidungen, Aussagen und Verhaltensweisen auf darüberliegenden Ebenen sind hingegen häufig schwer nachvollziehbar und teilweise fragwürdig. Hier liegt vermutlich die Ursache vieler der zuvor genannten Probleme
Arbeitsbedingungen
Grossraumbüros mit teilweise funktionierender IT, in Kundenbüros oder auch im Container. Kostenfreie Heissgetränke und regelmässige Treffen mit Verpflegung. Obstkorb vorhanden.
Kommunikation
Hier muss unterschieden werden zwischen Projekt und interner Kommunikation. Im Projektumfeld hängt vieles stark von den jeweiligen Leads, den Kollegen sowie der Struktur ab. Intern existiert hingegen kaum echte Kommunikation. Stattdessen dominiert eine ständig brodelnde Gerüchteküche, die aus der mangelhaften Informationspolitik resultiert. Von einer klaren Struktur oder Strategie zu sprechen, wäre überzogen. Mails der Geschäftsführung werden je nach Inhalt und Tonalität eher belächelt. Die Kommunikation auf Ebene der direkten Vorgesetzten ist meist noch akzeptabel, alles darüber hinaus häufig schwer nachvollziehbar und unangenehme.
Gleichberechtigung
In den Projektteams ist Gleichberechtigung absolut vorhanden, es macht keinen Unterschied welches Geschlecht oder welche Herkunft eine Person hat. Lead kann jeder sein und werden. Intern sieht das wieder ganz anders aus, hier findet man den guten alten Männerhaufen wieder, ausgenommen sind seltene Standortleitungen. Ein viel größeres Problem ist die Ausgrenzung durch Sprache. Trotz der Vielsprachigkeit der Schweiz und dem nun globalen Charakter wird oft rücksichtslos auf deutsch kommuniziert. Das resultiert in wiederkehrenden Bitten nicht-deutschsprachiger Kollegen in internen Meetings, die getroffenen Anweisungen oder Aussagen doch bitte so zu formulieren, dass auch diese den Inhalt verstehen können.
Interessante Aufgaben
Stark abhängig von Projekt, Position und persönlicher Motivation, daher neutral zu bewerten.

