Gut am Arbeitgeber finde ich
Der Beruf an sich ist toll. Bevor man diesen Beruf ausüben möchte, sollte man sich über eines Gedanken machen: der Beruf ist ähnlich zu einem normalen Verkäufer, aber mit weniger Benefits, Sicherheiten und Lohn.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die Bezahlung ist meiner Meinung nach unter dem Branchenschnitt, ich hatte noch nie in meinem Leben ein so tiefen Lohn.
Verbesserungsvorschläge
Der Umgang mit Lernenden und Mitarbeitenden anpassen. Dieses „Oldschool“ führen eines Betrieb ist nicht mehr zeitgemäss. Wie kann ein so kleiner Betrieb eine so hohe Fluktuationsrate haben?
Als Inhaber oder Teamleiter mehr selbstreflektieren und vieleicht mal über den Schatten springen.
Arbeitsatmosphäre
Es gab gute und schöne Momente innerhalb des Teams. Leider wurden diese schönen Momente stark von den Taten der Innhaberfamilie überschattet.
Die Innhaberfamilie hatte zu diesem Zeitpunkt das gefühl, sie würden ein Milionenunternehmen führen, sie gaben einem das Gefühl man sei nichts Wert. Von oben herab und sehr explosiv. Mit explosiv sind all die respektlosen Aussagen gegenüber dem Team gemeint. Ich weiss nicht ob ich je in meinem Leben von einem Arbeitgeber angeschrien wurde, in diesem Betrieb kam das öfters vor, bei anderen Firmen wäre mehrmals ein disziplinarisches Verfahren seitens HR eingeleitet worden. Naja da in diesem Mini KMU dein Vorgesetzter auch zeitgleich „Leiter HR“ ist, ist es natürlich schwierig sich zu wehren. Denn wer es gewagt hatte, sich negativ gegenüber dem Betrieb oder der Familie zu äussern auch wenn es einfache Kritik war musste mit konsequenzen rechnen. Im schlimmsten Fall der Kündigung.
Karrierechancen
Da dieses Unternehmen selbst für ein KMU sehr klein ist (Es gibt Kioske oder Tankstellen die mehr Mitarbeiter und eine geregeltere Hierarchie haben) ist eine Karriere in diesem Betrieb praktisch unmöglich. Der Betrieb ist zu klein für Abteilungen und könnte rein Theoretisch mit 2-3 Mitarbeitenden geführt werden. Ich denke als Verkaufstalent hätte man nur dann Karrieremöglichkeiten wenn der Betrieb gewechselt wird (Mediamarkt, Interdiscount, Digitec, etc)
Als Fotograf hat man gute Karrieremöglichkeiten wenn man Selbständig werden würde. Was im heutigen Zeitalter ja zum glück sehr einfach ist.
Arbeitszeiten
Oft musste man Länger als geplant Arbeiten, die Zeiten wurden halbpatzig geführt. Ich hatte keine Möglichkeit, meine Zeiten einzusehen und zu kontrollieren.
Ausbildungsvergütung
Der Lohn war der niedrigste in der Branche. Ich habe den Ausbildungsort gewechselt und habe schlussendlich mehr als das doppelte verdient.
Die Ausbilder
Die Ausbilder waren zu diesem Zeitpunkt nur anderne Lernende. Tatsächliche Unterstützung von einem Lernendenbetreuer war nicht vorhanden. Zwar gab es einen Ausbilder, dies wird gesetzlich vorgeschrieben, im Betrieb aber nicht wirklich vorhanden.
Teilweise wurde auch ohne Aufsicht von einem Ausbilder gearbeitet, wenn dieser z.B in den Ferien war.
Dieses Unternehmen war zu diesem Zeitpunkt extrem unorganisiert, da zeitgleich auch viele Familienmitglieder im Unternehmen gearbeitet haben.
Spaßfaktor
Die Arbeiten an sich waren Toll, dies hat aber weniger mit dem Betrieb zu tun, denn es war der Beruf der spass gemacht hatte.
Ich denke aber die Arbeiten wären in einem anderen Betrieb noch spassiger gewesen.
Aufgaben/Tätigkeiten
Teilweise waren die Arbeiten interessant. Was aber auffällt, in diesem Betrieb ist man als Lernender nicht nur ein Teammitglied, man ist zur hälfte Putzkraft, Butler und der Fussabtreter der damaligen Vorgesetzten.
Variation
Es gab sehr abwechslungsreiche Aufgaben, dies kam aber eher selten vor. Leider fühlte sich dies teilweise nicht so an als wäre man ein Teilnehmer dieser Aufgabe fürs lernen, sondern eher als billige Arbeitskraft/Unterstützung da.
Respekt
Die Hierarchie war zu diesem Zeitpunkt unklar. Viele Familienmitglieder waren zu diesem Zeitpunkt in diesem Familienunternehmen angestellt. Dies führte dazu, dass man als Lernender/Mitarbeiter oft bei Familienstreitigkeiten mithören musste.
Teilweise fühlte es sich so an als müsste man sich anschliessend auf eine Seite stellen. Man wurde ungefragt involviert, was sehr unseriös und auch sehr unangenehm für die Mitarbeitenden oder Lernende war.