Unternehmensimage versus gelebte Realität
Gut am Arbeitgeber finde ich
- Gehalt
- Weiterbildungsmöglichkeiten
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Ein weiterer Kritikpunkt betrifft das Beurteilungssystem der Mitarbeitenden. Die Gehälter werden bereits vom Verwaltungsrat festgelegt, bevor überhaupt eine Bewertung erfolgt, und die Zielvorgaben sind kaum messbar. Häufig werden Ziele aus dem Bauch heraus gesetzt und Bewertungen auf Basis von Punkten vergeben, die zuvor nicht kommuniziert oder erläutert wurden. Mitarbeitende können acht Monate lang alles als „gut“ erledigen, nur um dann plötzlich an zuvor nie thematisierten Kriterien gemessen zu werden. Dies zeigt ein erhebliches Defizit an Transparenz und Fairness im Beurteilungssystem. Aufgrund solcher Strukturen, der hohen Belastung und der negativen Auswirkungen auf die Gesundheit vieler Mitarbeitender in den letzten Jahren, würde ich diese Firma insbesondere jungen Menschen nicht empfehlen – sie erhalten ein verzerrtes produkt Bild von professioneller Arbeitswelt.
Verbesserungsvorschläge
Meine Verbesserungsvorschläge spiegeln persönliche Einsichten und Erfahrungen wider. Bereits bei der Bewertung habe ich bewusst überall 1 Stern abgezogen, da uns bei den Mitarbeiterbewertungen vermittelt wurde, dass Perfektion weder von Mitarbeitenden noch vom Unternehmen erwartet werden kann. Mein zentraler Vorschlag an die Glattwerk AG lautet: Das Unternehmen sollte sich auf die wiederholt angesprochenen Kritikpunkte konzentrieren, diese reflektieren und daraus Konsequenzen ziehen. Am Ende selbst Bewertungen zu schreiben, bringt eine Firma nicht weiter – entscheidend ist die echte Auseinandersetzung mit den Problemen.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre ist von Unsicherheit geprägt. Mitarbeitende bewegen sich spürbar „auf Eierschalen“, da offene Meinungsäußerung unerwünscht ist, sobald Kritik oder abweichende Perspektiven ins Spiel kommen. Wer Missstände anspricht, stößt nicht auf Dialog, sondern auf eine implizite Haltung nach dem Prinzip „Take it or leave it“. Diese Kultur verhindert konstruktiven Austausch und erzeugt Anpassungsdruck statt echter Zusammenarbeit.
Image
Das Image der Glattwerk AG hatte früher einen guten Ruf, verschlechtert sich jedoch zunehmend. Dies liegt vor allem daran, dass aus wirtschaftlichen Gründen zentrale Dienstleistungen, die das Unternehmen auszeichneten, reduziert oder eingestellt werden. Diese Veränderungen werden auch von den Einwohnern von Übendorf wahrgenommen. Es entsteht der Eindruck, dass das öffentlich dargestellte Image nicht die Realität widerspiegelt, sondern eher ein strategisch inszeniertes Bild ist.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance ist grundsätzlich zufriedenstellend. Ferien oder freie Tage können sehr spontan genommen werden, und auch die Arbeitszeiten sind flexibel gestaltet, sodass diesbezüglich keine nennenswerten Einschränkungen bestehen.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Treffendum gibt sich den Anschein, sozial und ökologisch verantwortlich zu handeln, doch hinter der Fassade zeigt sich Widersprüchliches. Zwar wird beispielsweise auf E-Autos umgestellt, gleichzeitig ist der Papierverbrauch nach wie vor sehr hoch. Es handelt sich also eher um Symbolpolitik als um konsequente Umsetzung. Positiv ist jedoch, dass erste Maßnahmen erkennbar sind, die auf eine Verbesserung in diesen Bereichen abzielen.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt ist stark abteilungsabhängig. Innerhalb der Abteilungen kommt es häufig zu Ungleichgewichten: Manche Mitarbeitende leisten deutlich mehr Arbeit, während andere ihren Beitrag nur unzureichend leisten, ohne Konsequenzen zu erfahren. Dies führt zu Spannungen und Frustration im Team. Über Abteilungsgrenzen hinweg existiert nur in wenigen Fällen ein echter Zusammenhalt, was die Zusammenarbeit unternehmensweit erschwert.
Umgang mit älteren Kollegen
Der Umgang mit älteren Mitarbeitenden lässt zu wünschen übrig. Sobald diese ihre Aufgaben nicht mehr in der gewohnten Geschwindigkeit erledigen können, werden sie häufig versetzt oder ausgegliedert. Hinter den Rücken der Betroffenen werden sie von einzelnen „höheren Parteien“ teilweise belächelt oder herabgesetzt, was deren Erfahrung und Leistung entwertet. Insgesamt deutet dies auf eine mangelnde Wertschätzung älterer Mitarbeitender hin und zeigt, dass in diesem Bereich deutlicher Handlungsbedarf besteht.
Vorgesetztenverhalten
Das Verhalten der Vorgesetzten ist stark problematisch. Es kommt wiederholt vor, dass Mitarbeitende im Flur oder Treppenhaus nicht einmal mit einem einfachen „Guten Morgen“ begrüßt werden – sowohl von Teamleitern als auch von Geschäftsleitern. In manchen Fällen werden einzelne Personen gezielt ignoriert, während andere begrüßt werden, was als respektlos und unprofessionell wahrgenommen wird. Kritik wird grundsätzlich nicht angenommen, weder innerhalb der Abteilung noch abteilungsübergreifend. Probleme werden häufig hinter verschlossenen Türen „unter vier Augen“ angesprochen, wodurch offene Diskussionen und Meinungsäußerungen stark eingeschränkt werden. Selbst teaminterne Debatten über Änderungen, die den Mitarbeitenden nicht passen, werden als unerwünscht oder gegen die Unternehmensrichtlinien gewertet. Diese Vorgehensweise fördert ein Klima der Angst und Unterordnung, statt konstruktiver Zusammenarbeit.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen werden regelmäßig angepasst, teils in verträglicher Weise. Kritik an Änderungen im Arbeitsvertrag wird jedoch häufig nur mit dem Hinweis beantwortet, dass die „Türen offen“ stehen, was impliziert, dass ein Verbleib optional ist. Insgesamt schwanken die Arbeitsbedingungen zwischen guten und weniger zufriedenstellenden Phasen.
Kommunikation
Die interne Kommunikation ist stark verbesserungswürdig. Informationen werden häufig nur innerhalb einzelner Teams weitergegeben, wodurch teamübergreifend wiederholt Diskrepanzen und Missverständnisse entstehen. Auch der Austausch zwischen Mitarbeitenden ist problematisch: Es kommt regelmäßig zu Lügereien, Falschaussagen und lautstarken Auseinandersetzungen im offenen Arbeitsumfeld. Selbst Interventionen der Geschäftsleitung bleiben oft aus, da Konflikte „zur Selbstklärung“ delegiert werden. Dies verdeutlicht ein grundlegendes Defizit in der Kommunikationskultur.
