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haar-shop.ch 
AG
Bewertung

Ihr Unternehmen?

Schöne Fassade nach aussen, ernüchternde Realität im Innern

1,3
Nicht empfohlen
Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung im Bereich Administration / Verwaltung in Uetendorf gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

- Retourenware wird gelegentlich vergünstigt an Mitarbeitende abgegeben

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

- Der CEO stellt das eigene Wohl und dasjenige der Firma konsequent über die Interessen der Mitarbeitenden
- Vorgesetzte werden spürbar bessergestellt besserer Parkplatz, Monitor fürs Homeoffice, etc...
- Trotz mehrheitlich weiblicher Belegschaft besteht keine wirkliche Gleichberechtigung zwischen weiblichen und männlichen Angestellten
- Von Frauen wird erwartet, eine geplante Schwangerschaft frühzeitig bekannt zu geben und diese möglichst so zu legen, dass sie in eine ruhigere Phase des Unternehmens fällt
- Es fehlen schriftliche Richtlinien zur Gleichbehandlung, transparente Beförderungskriterien und eine ernst genommene Anlaufstelle bei Diskriminierung
- Der Lohn ist nicht marktgerecht und entwickelt sich über die Jahre kaum weiter
- Bei der beruflichen Vorsorge wird lediglich das gesetzliche BVG Minimum eingehalten, überobligatorische Arbeitgeberbeiträge fehlen
- Ein Teuerungsausgleich wird nicht gewährt
- Externe Weiterbildungen werden kaum unterstützt, die aufgewendete Zeit gilt nicht als Arbeitszeit, und ein grosser Teil der Kosten ist selbst zu tragen
- Leistungskennzahlen einzelner Mitarbeitender werden intern offen verglichen
Vorgesetzte kontrollieren laufende Arbeiten häufiger, als sie Ergebnisse besprechen
- Kritik wird im Grossraumbüro vor anderen geäussert, nicht im Einzelgespräch
- Administrative Arbeit gilt intern als Nebenaufgabe und wird kaum anerkannt
Zuständigkeiten zwischen Administration, Lager und Kundendienst sind nicht schriftlich geregelt
- In Spitzenzeiten wird kurzfristige Mithilfe im Lager vorausgesetzt, ohne Vorlauf oder Instruktion
- Überzeit wird vorausgesetzt und nur teilweise erfasst
- Krankmeldungen werden von Vorgesetzten regelmässig hinterfragt, teils bis hin zu Nachfragen zur Ursache
- Ferienwünsche werden ohne erkennbare oder nachvollziehbare Kriterien abgelehnt
- Mitarbeitergespräche werden angekündigt, aber nicht durchgeführt
- Verbesserungsvorschläge werden entgegengenommen, aber weder beantwortet noch weiterverfolgt

Verbesserungsvorschläge

Ich kann die vielen Negativen Kritiken nur bestädigen. Der grundlegendste Ansatzpunkt liegt bei der Geschäftsleitung selbst. Solange der CEO das eigene Wohl und dasjenige der Firma erkennbar über die Interessen der Mitarbeitenden stellt, greifen einzelne Massnahmen zu kurz. Nötig wäre ein echter Kulturwandel an der Spitze, der Wertschätzung, faire Arbeitsbedingungen und Verbindlichkeit nicht nur nach aussen kommuniziert, sondern intern konsequent vorlebt. Ohne diese Haltung bleiben verbindliche Regeln, transparente Löhne und funktionierende Feedbackprozesse blosse Absichtserklärungen.

Arbeitsatmosphäre

Belastend wirkt die permanente Sichtbarkeit der Leistungsdaten in der Logistik und der Umgang der Vorgesetzten damit. Der Vergleich einzelner Personen ist bei haar-shop zur Normalität geworden, ohne dass die jeweiligen Rahmenbedingungen berücksichtigt würden. Verstärkt wird die Anspannung durch unklare Prioritäten: Anfragen aus Lager, Kundendienst und Geschäftsleitung treffen parallel ein, alle mit dem Anspruch auf sofortige Bearbeitung. Eine Priorisierung durch die Vorgesetzten findet nicht statt. Die Mitarbeitenden müssen diese Entscheide selbst treffen – und werden anschliessend dafür kritisiert.

Image

Nach aussen tritt das Unternehmen als moderner, kundennaher Online-Shop mit flachen Hierarchien und offener Kultur auf. In der Personalwerbung werden Eigenverantwortung, Entwicklungsmöglichkeiten und ein wertschätzender Umgang hervorgehoben. Intern deckt sich dieses Bild nur teilweise mit dem Erleben. Die flache Hierarchie bedeutet vor allem, dass zwischen Geschäftsleitung und Mitarbeitenden eine einzige Führungsebene liegt, deren Verhalten damit umso stärker prägt. Eigenverantwortung besteht faktisch dort, wo Zuständigkeiten ungeklärt sind – nicht dort, wo Entscheidungsspielraum eingeräumt wird. Auffällig ist zudem, dass die Aussenkommunikation Werte betont, die intern weder in Regeln noch in Prozessen oder Führungsinstrumenten verankert sind. Es existieren weder ein Führungsleitbild noch verbindliche Standards für Feedback oder Zusammenarbeit, auf die sich Mitarbeitende berufen könnten. Beim CEO ist deutlich spürbar, dass der Fokus auf dem eigenen Wohlbefinden und der Firma liegt die Mitarbeitenden stehen erkennbar eine Stufe darunter.

Work-Life-Balance

Die Work-Life-Balance ist bei haar-shop schlecht. Mehrarbeit wird vorausgesetzt und nur teilweise erfasst. Zusätzlich wird kurzfristig Mithilfe in anderen Bereichen erwartet, was vorausschauende Planung faktisch verunmöglicht. Homeoffice wird nicht gern gesehen und muss bei Vorgesetzten und CEO mit Begründung beantragt werden. Der Abbau aufgelaufener Stunden ist theoretisch vorgesehen, wird in der Praxis jedoch nicht gern gesehen. Private Termine müssen die Mitarbeitenden selbst organisieren liegen sie innerhalb der Arbeitszeit, bietet haar-shop keinerlei Entgegenkommen. Auch der Ferienbezug ist in einzelnen Monaten faktisch eingeschränkt, ohne dass eine schriftliche Regelung dazu bestünde.

Karriere/Weiterbildung

Interne Kurzschulungen zu Systemen und Prozessen finden kaum statt. Sie sind unregelmässig und nicht dokumentiert, sodass neue Mitarbeitende überwiegend durch Zuschauen und Nachfragen eingearbeitet werden. Ein Entwicklungspfad existiert nicht: Es gibt keine Funktionsbeschreibungen, keine Anforderungsprofile für weiterführende Aufgaben und keine internen Ausschreibungen. Wechsel in andere Bereiche erfolgten bisher aufgrund persönlicher Nähe zur Führung, nicht aufgrund nachvollziehbarer Kriterien. Externe Weiterbildungen werden kaum unterstützt eine Förderung von Qualifikationen, die mittelfristig eine Entwicklung ermöglichen würden, findet nicht statt. Die für Weiterbildung aufgewendete Zeit wird zudem nicht als Arbeitszeit anerkannt, ein grosser Teil der Kosten muss selbst getragen werden, und man muss sich vertraglich unverhältnismässig binden.

Gehalt/Benefits

Die Löhne liegen im unteren Bereich und entwickeln sich über die Jahre kaum weiter. Lohngespräche finden offenbar nur auf Initiative der Mitarbeitenden statt ein systematischer Prozess mit definierten Zeitpunkten oder transparenten Lohnbändern besteht nicht. Wie bereits in verschiedenen anderen Kritiken erwähnt, wird kein 13. Monatslohn ausgerichtet als Begründung wird der Shop-Rabatt angeführt. Diese Begründung ist nicht angemessen, da ein Rabatt auf Produkte keinen Bestandteil einer marktgerechten Lohnstruktur ersetzt. Zudem ist die Berechnungsgrundlage für die Löhne nicht transparent, und die ausbezahlten Beträge scheinen erheblich zu schwanken. Bei der beruflichen Vorsorge wird lediglich das gesetzliche BVG-Minimum eingehalten überobligatorische Arbeitgeberbeiträge werden nicht geleistet, ein Teuerungsausgleich wird nicht gewährt. Insgesamt entsteht der Eindruck, dass die Lohn- und Sozialleistungen konsequent auf das gesetzliche Minimum ausgerichtet sind und kaum Möglichkeiten für eine langfristige finanzielle Entwicklung der Mitarbeitenden bestehen.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Nach aussen kommuniziert das Unternehmen Nachhaltigkeitsanliegen und führt entsprechend gekennzeichnete Sortimentsbereiche. Diese Positionierung ist im Marketing sichtbar und wird in der Kundenkommunikation aktiv eingesetzt. Im betrieblichen Alltag fehlt jedoch jede entsprechende Systematik. Entscheide zu Verpackung, Versand und Umgang mit Retouren folgen primär Kostenüberlegungen ökologische Auswirkungen werden weder erhoben noch ausgewertet. Anregungen aus den operativen Bereichen zu ressourcenschonenderen Abläufen werden nicht weiterverfolgt. Nachhaltigkeit wird primär aus Marketinggründen unterstützt und widerspiegelt nicht die tatsächliche Haltung des Unternehmens. Auch die soziale Verantwortung gegenüber der eigenen Belegschaft ist wenig ausgeprägt: Es bestehen keine Angebote zur Unterstützung bei gesundheitlicher oder familiärer Belastung, keine Regelung für die Rückkehr nach längerer Abwesenheit und kein strukturiertes Vorgehen bei Konflikten.

Kollegenzusammenhalt

Der Zusammenhalt innerhalb der Teams ist gut und trägt einen wesentlichen Teil des Betriebs. Er entsteht allerdings vor allem aus der Notwendigkeit heraus, Weil ein verbindliches Vertretungskonzept und klare Prozesse fehlen, müssen die Mitarbeitenden entstehende Lücken selbst schliessen. Die Leistung des Teams macht die strukturellen Mängel dadurch nach oben unsichtbar. Zwischen den Abteilungen ist der Zusammenhalt deutlich schwächer. Fehler an den Schnittstellen zwischen Administration, Lager und Kundendienst führen regelmässig zu gegenseitigen Schuldzuweisungen, weil ein gemeinsames Verständnis der Abläufe und ein Gefäss für bereichsübergreifende Klärung fehlen.

Umgang mit älteren Kollegen

Bei der Einführung neuer Systeme wird nicht differenziert. Alle Mitarbeitenden erhalten dieselbe knappe Instruktion, unabhängig von ihrer Vorerfahrung. Zusätzliche Unterstützung wird nicht angeboten, was zu Mehraufwand und Unsicherheit führt und ältere Mitarbeitende faktisch benachteiligt. Auch bei Entwicklungsmöglichkeiten und der Zuteilung neuer Aufgaben werden ältere Mitarbeitende seltener berücksichtigt. Eine Auseinandersetzung mit altersgerechter Arbeitsgestaltung oder mit der bevorstehenden Nachfolge bei Pensionierungen findet nicht statt. Zudem entsteht bei Bewerbungen der Eindruck, dass der Fokus stark auf jüngeren Bewerberinnen und Bewerbern liegt, während ältere Personen deutlich weniger Chancen erhalten, überhaupt zu einem Bewerbungsverfahren zugelassen zu werden.

Vorgesetztenverhalten

Rückmeldungen erfolgen nahezu ausschliesslich bei Abweichungen und werden häufig unmittelbar und in Anwesenheit anderer geäussert. Anerkennung für zuverlässig erbrachte Leistung wird kaum kommuniziert. Erwartungen werden zudem nicht klar formuliert und ändern sich kurzfristig, was fortlaufend Unsicherheit erzeugt. Arbeitsrechtlich heikel sind mehrere Praktiken die Anordnung von Mehrarbeit ohne vollständige Erfassung, das regelmässige Hinterfragen von Krankmeldungen einschliesslich Nachfragen zur Ursache, der faktische Entzug gesetzlicher Pausen bei hohem Arbeitsanfall sowie der offene Vergleich personenbezogener Leistungsdaten im Betrieb, der datenschutz- und persönlichkeitsrechtlich zu beurteilen wäre.

Arbeitsbedingungen

Gearbeitet wird in einem Grossraum ohne akustische Trennung, in dem gleichzeitig telefoniert und konzentriert gearbeitet wird. Rückzugsmöglichkeiten für vertrauliche Gespräche stehen nur in sehr begrenztem Umfang zur Verfügung. Bei Einsätzen ausserhalb des eigenen Bereichs fehlen Instruktion und geeignete Ausstattung. Die Mitarbeitenden werden ohne vorgängige Einführung in Abläufe eingebunden, für die sie nicht ausgebildet sind, was sowohl die Sicherheit als auch die Qualität beeinträchtigt.

Kommunikation

Betriebliche Entscheide und Prozessänderungen werden spät, unvollständig und ohne Einbezug der betroffenen Stellen kommuniziert. Die Mitarbeitenden erfahren Änderungen häufig erst, wenn sie bereits in Kraft sind, und müssen die entstehenden Folgeprobleme anschliessend selbst auffangen. Ein wirksamer Rückkanal fehlt: Formale Möglichkeiten zur Einbringung von Anliegen bestehen zwar, führen aber weder zu einer Rückmeldung noch zu erkennbaren Massnahmen. Regelmässige Mitarbeitergespräche, die diese Funktion übernehmen könnten, finden nicht statt.

Gleichberechtigung

Es bestehen keine schriftlichen Richtlinien zur Gleichbehandlung, keine transparenten Kriterien für Beförderungen und keine Anlaufstelle bei Diskriminierung. Wird eine solche dennoch eingefordert, werden Termine abgelehnt oder nicht ernst genommen. Entscheide zur Besetzung von Funktionen sind dadurch schwer nachvollziehbar. Bei haar-shop arbeiten mehrheitlich Frauen. Trotzdem entsteht der Eindruck, dass trotz des hohen Frauenanteils keine wirkliche Gleichberechtigung zwischen weiblichen und männlichen Angestellten besteht im privaten Austausch mit Mitarbeitenden wird dieser Eindruck teilweise bestätigt. So sollen Frauen eine bereits geplante Schwangerschaft möglichst im Voraus bekannt geben. Zudem wurde offenbar angesprochen, dass geplante Schwangerschaften wenn möglich so zu organisieren seien, dass sie in eine ruhigere Phase des Unternehmens fallen. Eine solche Erwartungshaltung sagt bereits einiges über die Unternehmenskultur und den Umgang mit den weiblichen Mitarbeitenden aus. Gerade in einem Unternehmen mit mehrheitlich weiblicher Belegschaft ist dies problematisch und nicht zeitgemäss.

Interessante Aufgaben

Die Tätigkeit im Betrieb ist grundsätzlich breit angelegt: Sie verbindet Auftragsabwicklung, Stammdaten, Lieferantenkontakte und die Schnittstelle zwischen Shop und Lager. Wer sich für Zusammenhänge interessiert, erhält einen guten Überblick über den gesamten Betrieb. Im Alltag überwiegen jedoch repetitive Korrektur- und Nachbearbeitungsaufgaben, die aus fehlerhaften oder unklar definierten Prozessen entstehen. Ein erheblicher Teil der Arbeitszeit fliesst damit in die Behebung von Problemen, die sich strukturell vermeiden liessen. Verbesserungsvorschläge werden entgegengenommen, jedoch weder beantwortet noch weiterverfolgt, was die Bereitschaft zur Eigeninitiative über die Zeit spürbar reduziert.

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Wie läuft deine Arbeitswoche?

Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.