Veraltete Prozesse bremsen die Entwicklung – Anschluss an moderne Arbeitsweisen verloren
Gut am Arbeitgeber finde ich
Spannender Kundenstamm und ein Produkt (Abacus) mit großem Potenzial. Mitarbeitende könnten erfolgreich und eigenständig arbeiten, wenn sie richtig eingesetzt und befähigt würden.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Angesichts der aktuellen Situation – Verlust an Einfluss innerhalb der Abacus-Welt, sehr hohe Fluktuation (allein 2025 haben 8 von ca. 22 Mitarbeitenden das Unternehmen verlassen) und fehlende Bereitschaft, bestehende Strukturen oder Verhaltensmuster zu ändern – kann ich einen Einstieg in die Firma derzeit nicht empfehlen.
Verbesserungsvorschläge
Meiner Ansicht nach müsste sich das Unternehmen vollständig neu aufstellen, um langfristig ein erfolgreicher Abacus-Vertriebspartner zu bleiben.
Arbeitsatmosphäre
Toxische Arbeitsatmosphäre: Jeder kämpft für sich selbst. Neue Mitarbeitende werden nicht ausreichend abgeholt oder integriert. Die Zusammenarbeit ist geprägt von Top-down-Kommunikation, Fingerpointing sowie Fehler- und Schuldzuweisungen. Trotz des seit Längerem angekündigten Rückzugs aus dem operativen Geschäft üben Gründer und Eigentümer weiterhin starken Einfluss aus und blockieren damit die dringend notwendige Modernisierung sowie das erforderliche Neuaufstellen des Unternehmens. Inzwischen sind bereits vier Versuche gescheitert, neue Personen in die Geschäftsleitung zu holen.
Kommunikation
Informationen werden stark selektiv weitergegeben – man erfährt nur, was man wissen „muss“ oder darf. Mitarbeitende müssen häufig aktiv nachfragen, um Entscheidungen der Geschäftsleitung zu erfahren. Über personelle Themen wird kaum offen kommuniziert: Austritte werden lediglich im Nebensatz erwähnt, potenzielle Neueintritte lernt man an Schnuppertagen kennen, danach folgen oft monatelang keine weiteren Informationen. Auch Zahlen und die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens werden nicht transparent geteilt, sondern sind nur indirekt oder informell zu erfahren.
Kollegenzusammenhalt
Kollegenzusammenhalt: Grundsätzlich gibt es unter den Kolleginnen und Kollegen einen guten Austausch. Gleichzeitig zeigt sich jedoch eine klare Trennung zwischen langjährigen Mitarbeitenden mit über 12 Jahren Betriebszugehörigkeit und neueren Kolleginnen und Kollegen mit bis zu drei Jahren im Unternehmen. Diese Unterschiede müssten stärker moderiert und aktiv gemanagt werden.
Work-Life-Balance
Vertraglich sind 42,5 Stunden pro Woche vorgesehen, eine Zeiterfassung gibt es jedoch nicht, sodass automatisch oft mehr gearbeitet wird. Überstunden können weder ausgeglichen noch kompensiert werden. Private Termine lassen sich in der Regel gut vereinbaren, und es besteht eine gewisse Autonomie, obwohl physische Anwesenheit stark gewichtet wird.
Vorgesetztenverhalten
Es gibt keine formell ausgebildeten Führungskräfte. Die Personen in Führungsrollen sind mit der Zeit in diese Positionen hineingewachsen, was sich in unterschiedlicher Führungskompetenz zeigt. Regelmässige Austausche finden kaum statt oder werden aufgrund hoher Projektbelastung permanent verschoben. Neue Mitarbeitende müssen teilweise stark um Anschluss kämpfen; eine Begleitung nur in der ersten Woche reicht für ein effektives Onboarding nicht aus.
Interessante Aufgaben
Wer eigene Kunden und Projekte betreut, findet hier definitiv spannende Aufgaben. Gleichzeitig ist man weitgehend eigenverantwortlich und auf sich selbst gestellt.
Gleichberechtigung
Grundsätzlich werden alle Mitarbeitenden gleich behandelt. Gleichzeitig lässt sich im Alltag jedoch erkennen, dass bestimmte Gruppen, etwa das Sekretariat, anders behandelt werden.
Arbeitsbedingungen
Die Firma, ihre Strukturen und Prozesse sind stark veraltet, und ein Bedarf zur Modernisierung oder zur kritischen Hinterfragung bestehender Denk- und Verhaltensmuster wird kaum gesehen. Nach aussen wird ein moderneres Auftreten angestrebt, als es intern tatsächlich umgesetzt wird. Arbeit ist sehr papierlastig, und die Kontrollprozesse sind starr.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt richtet sich stark nach Verhandlungsgeschick; wer viel fordert, erhält in der Regel auch mehr. Es bestehen große Lohnunterschiede bei gleichzeitig starker Lohnintransparenz. Freiwillige Bonuszahlungen werden scheinbar willkürlich und ohne nachvollziehbare Kriterien vergeben. Sozialleistungen werden als besonders attraktiv dargestellt, entsprechen jedoch meist nur den gesetzlichen Mindestvorgaben und verbessern sich erst für Kader- oder langjährige Mitarbeitende.
Image
Intern wird das Unternehmen deutlich positiver wahrgenommen als von aussen oder von Abacus. Auf dem Markt gilt es kaum als ernstzunehmender Konkurrent.
Karriere/Weiterbildung
Ausbildungen bei Abacus werden übernommen