Nicht empfehlenswert
Verbesserungsvorschläge
Es braucht eine unternehmensinterne und sorgfältige Prüfung des Führungsverhaltens in den betroffenen Bereichen. Arbeitszeiten müssen korrekt, transparent und konsequent erfasst sowie vergütet werden. Ebenso müssen die Aus- und Weiterbildung von Assistenzärztinnen und Assistenzärzten ernst genommen und die tatsächlich erbrachten Leistungen angemessen anerkannt werden. Darüber hinaus ist es zwingend, dass geltende Gesetze und interne Weisungen eingehalten werden, anstatt fortlaufend nach Begründungen oder Ausweichmöglichkeiten zu suchen, um klare Vorgaben nicht umsetzen zu müssen.
Bleiben diese Themen ungelöst, besteht das erhebliche Risiko, dass weiterhin qualifizierte Ärztinnen und Ärzte das Spital verlassen und in andere Institutionen oder in die Praxis wechseln. Langfristig würde dies die Qualität, Attraktivität und Stellung eines A-Spitals deutlich schwächen.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre wird stark durch das jeweilige Team und die direkten Arbeitskolleginnen und Arbeitskollegen geprägt und kann daher je nach Bereich sehr unterschiedlich sein.
Work-Life-Balance
In verschiedenen Abteilungen wird erwartet dass die Arbeitsleistung über das gesetzlich zulässige Mass hinausgehen. Überstunden werden scheinbar durch das HR gestrichen um den schein von gesetzlicher Korrektheit zu wahren, es werden mehr Dienste geplant und geleistet als zulässig, und Weiterbildungen finden teilweise während der Mittagspause statt, ohne dass diese Zeit als Arbeitszeit erfasst oder entschädigt wird.
Zudem wird teilweise erwartet, dass Mitarbeitende auch während ihrer Mittagspause erreichbar und tätig bleiben ohne dies zu entschädigen.
Karriere/Weiterbildung
- Schlechtere Beförderungschancen
- Benachteiligung bei Positionsvergaben
- Druck zur Pensumsreduktion
- Geringere Sichtbarkeit von Leistung und Engagement
Vorgesetztenverhalten
Gewisse Vorgesetzte (Chefärzte /Leitende Ärzte), scheinen mit ihrer Rolle überfordert zu sein. Der Fokus liegt teilweise mehr auf persönlichen Interessen als auf dem Wohl der Abteilung, des Bereichs sowie der Patientinnen und Patienten.
Zudem werden Schichten, Ausbildungen und Termine teilweise kurzfristig und wenig koordiniert angepasst, was zu zusätzlicher Belastung für die Mitarbeitenden führt.
Es kommt vor, dass Vorgesetzte Beförderungen oder Positionen in Aussicht stellen, diese Zusagen später jedoch nicht einhalten. Besonders problematisch ist, dass gewisse Mitarbeitende aufgrund ihres Geschlechts auf eine mögliche Familienplanung angesprochen und in diesem Zusammenhang zu einer Pensumsreduktion gedrängt werden oder dass dies als Grund angeführt wird, weshalb eine Beförderung letztlich nicht erfolgt.
Arbeitsbedingungen
Das KSA bietet einen Personalarzt, eine Kita sowie einen angenehmen Aussenaufenthaltsbereich im Grünen — sofern man im Arbeitsalltag überhaupt Zeit findet, kurz durchzuatmen. Positiv hervorzuheben ist zudem, dass die technischen Mittel in der Regel state of the art sind. Mit dem Neubau dürften sich gewisse bestehende Unannehmlichkeiten zumindest teilweise beheben lassen.
Nachteilig ist jedoch, dass bei der Planung des Neubaus die Mitarbeitenden, die tatsächlich täglich mit den räumlichen und organisatorischen Gegebenheiten arbeiten, offenbar zu wenig einbezogen wurden. Dadurch entstehen teilweise Situationen, die wenig praxistauglich wirken und stellenweise bereits als beengt oder unzureichend durchdacht wahrgenommen werden.
Kommunikation
Viele Informationen werden nach dem Prinzip „Need to know“ zurückgehalten, wobei häufig vom jeweiligen Informationsüberbringer entschieden wird, wer einbezogen wird und wer nicht. Dies führt zu einer eingeschränkten Transparenz innerhalb der Organisation.
Darüber hinaus werden zahlreiche Themen informell oder nur in kleinen Kreisen diskutiert, wodurch wichtige Informationen für die eigene Arbeit und Planung teilweise erst mit Verzögerung verfügbar sind.
Gehalt/Benefits
Viele Oberärztinnen, Oberärzte, Assistenzärztinnen und Assistenzärzte werden hinsichtlich Entlöhnung und Anerkennung weitgehend gleich behandelt, ungeachtet individueller Leistung, fachlicher Qualität oder zusätzlichem Engagement. Dies führt dazu, dass besondere Leistungen kaum sichtbar honoriert werden.
Demgegenüber entsteht der Eindruck, dass leitende Ärztinnen und Ärzte teilweise deutlich höher entlöhnt werden, ohne dass der zusätzliche Aufwand oder die effektiv übernommene Verantwortung immer in einem nachvollziehbaren Verhältnis dazu steht.
Gleichberechtigung
Aussagen sprechen für sich!