Gemischte Erfahrung als Audit Assistant in Corporate (Basel)
Verbesserungsvorschläge
Das Management sollte dringend an einer wertschätzenden und konstruktiven Kommunikationsweise arbeiten. Zudem sollte die Lästereikultur reduziert und ein respektvollerer Umgang gefördert werden. Insbesondere auf Manager-Ebene wäre es wünschenswert, eine professionellere und respektvollere Umgangsform vorzuleben.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre war insgesamt in Ordnung. Besonders die Seniors mit 3 bis 6 Jahren Berufserfahrung waren ausgesprochen nett, hilfsbereit und haben mir viel beigebracht. Leider war der Umgang auf Manager-Ebene jedoch oft sehr toxisch. Es herrschte eine starke Lästereikultur, bei der Manager häufig übereinander sprachen und sich negativ äußerten. Außerdem wurde kritisch reagiert, wenn Manager ihre Freizeit priorisierten und an Firmenveranstaltungen nicht teilnahmen.
Image
Das Image von KPMG ist gut. KPMG ist ein stabiles Unternehmen mit einem guten Ansehen in der Wirtschaft.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance entsprach dem typischen Big-4-Niveau: Gerade in der Busy Season arbeitete ich sehr viele Überstunden pro Woche. Überstunden konnten zwar im Folgejahr als Urlaub genommen werden, diese Zeit wurde jedoch meist für die Weiterbildung zum Wirtschaftsprüfer genutzt. Einige Projekte, insbesondere im Winter, waren oft aufgrund von Krankheiten unterbesetzt. Dennoch mussten diese Projekte abgeschlossen werden. Positiv hervorheben möchte ich jedoch, dass ich in solchen schwierigen Situationen gelegentlich von Managern für meine Einsatzbereitschaft gelobt wurde.
Karriere/Weiterbildung
Man wird direkt für die Weiterbildung zum Wirtschaftsprüfer angemeldet und erhält im Sommer Unterricht sowie Freizeit zur Vorbereitung.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt entsprach dem typischen Niveau, wie ich es auch von Freunden aus anderen Big-4-Audit-Firmen kenne: Nicht besser, aber auch nicht schlechter. Viele Mitarbeiter blieben nicht lange im Unternehmen, was sich auf die allgemeine Einstellung und Zusammenarbeit auswirkte.
Vorgesetztenverhalten
Besonders unangenehm empfand ich eine Situation in Basel, in der ein Manager einen Leiharbeiter lautstark vor versammeltem Team zurechtwies, nur weil dieser während einer Ansage weitergearbeitet hatte. Solche Wutausbrüche waren leider keine Seltenheit, da einige Manager unberechenbar und launisch agierten – manchmal äußerst freundlich, dann wieder sehr gereizt.
Nach knapp anderthalb Jahren entschied ich mich daher, das Unternehmen zu verlassen, da ich die Atmosphäre und die Umgangsweise der Manager auf Dauer als belastend empfand.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen hingen stark von den Räumlichkeiten ab, die von den geprüften Unternehmen zur Verfügung gestellt wurden. Das IT-Material und weitere Arbeitsgeräte von KPMG waren jedoch durchweg gut.
Kommunikation
Die Kommunikation war häufig sehr kritisch. Als Anfänger in einer der Big 4 musste man sich ständig beweisen, und selbst die beste Leistung wurde oft nur als ausreichend betrachtet. Man stand permanent unter Druck und erhielt regelmäßig negatives Feedback: Entweder wurde zu langsam gearbeitet oder es wurden Fehler gemacht.
Gehalt/Benefits
War in Ordnung. Besser als EY und schlecher als PWC und Deloitte.
Interessante Aufgaben
Man durfte sehr viel machen und ich muss sagen, dass mir die Tätigkeit im Audit grundsätzlich sehr viel Spaß gemacht hat. Man lernte viel über die Unternehmen, die man geprüft hat, sah, wie diese strukturiert waren und geführt wurden. Die Aufgaben waren abwechslungsreich und boten täglich neue Erkenntnisse und Aha-Momente. Wäre die Atmosphäre insgesamt besser gewesen, hätte ich für diesen Bereich sogar fünf Sterne vergeben.
Nach knapp anderthalb Jahren entschied ich mich daher, das Unternehmen zu verlassen, da ich die Atmosphäre und die Umgangsweise der Manager auf Dauer als belastend empfand.

