Überforderung, marode Infrastruktur und intransparente Führung
Gut am Arbeitgeber finde ich
Kollegialer Zusammenhalt: Mitarbeitende helfen einander, der Umgang ist respektvoll und teils fürsorglich.
Interessante und lehrreiche Einblicke in Migrationsthemen, Dossiersicht und gesetzliche Grundlagen.
Freundliche, angenehme Interaktionen im Biometrie-Team trotz monotone Routineaufgaben.
Modernisierte IT-Ausstattung: Laptops, Internet-Telefonie und Kopfhörer erleichtern die Arbeit deutlich.
Möglichkeit, wertvolle Erfahrungen im Umgang mit Menschen und zu sammeln.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Intransparente Führung, teilweise herablassend und wenig unterstützend
Monotone Aufgaben im Biometrie-Team, während an den Infoschaltern hoher Stress und Überlastung herrschten.
Altes Gebäude, zu kleine Pausenräume, Desksharing, kein Wasserspender.
Ungleichbehandlung auf Führungsebene: Mitarbeitende mit Nähe zu Vorgesetzten wurden bevorzugt.
Lange Wartezeiten für Gesuchstellende und stark belastete Telefonlinien, was das Image negativ beeinflusst.
Politische Färbung im Amt
Verbesserungsvorschläge
Umzug an einen moderneren, geräumigeren Standort mit ausreichend Platz, guter ÖV-Verbindung, nähe zu Polizeistation und grösseren Pausenräumen.
Optimierung der Abläufe an Infoschaltern und Hotline, um Wartezeiten zu reduzieren und die Servicequalität zu erhöhen.
Arbeitsatmosphäre
An den Infoschaltern herrschte oft Chaos: viele Wartende mit langen Wartezeiten vor Ort
Die Betreuung der Gesuchstellenden war sehr uneinheitlich – manche halfen engagiert, andere eher unkoordiniert oder rechthaberisch.
Das Biometrie-Team wirkte stark unterfordert, monotone Routineaufgaben prägten den Arbeitsalltag. Die Stimmung dort erinnerte eher an eine Berufsschule als an ein professionelles Arbeitsumfeld.
Positiv hervorzuheben ist, dass der Umgang unter den Mitarbeitenden trotzdem grösstenteils sehr kollegial und hilfsbereit war. Viele halfen einander, und es entstanden gute Bekanntschaften.
Bemerkenswert war die politische Färbung des Amtes, die spürbar war und mir zuvor nie begegnet ist
Image
Das Migrationsamt hat stark mit seinem Image zu kämpfen.
Lange Wartezeiten prägen den Eindruck: Gesuchstellende müssen teils bis zu 90 Minuten in den Hallen warten, an der Telefonlinie beträgt die Wartezeit in der Regel 35–40 Minuten, was kaum einem angemessenen Service entspricht.
Work-Life-Balance
Wie überall in der Kantonalen Verwaltung galten auch hier 8 Stunden 24 Minuten Arbeitszeit. Bei der Biometrie endete der Arbeitstag um 16:30, sobald alle Termine erledigt waren. Die Mittagspause war mit 30 Minuten eher kurz.
An den Infoschaltern sah es anders aus: Da alle Gesuchstellenden bearbeitet werden mussten, kam es oft zu Überstunden bis 18:00 Uhr oder länger. Open-End-Tage waren hier keine Ausnahme, was die Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben erschwerte.
Kollegenzusammenhalt
Unter den Mitarbeitenden war der Kollegenzusammenhalt sehr gut. Man half sich gegenseitig, sprang füreinander ein und es entstanden tolle Bekanntschaften. Ich habe den Zusammenhalt im Team sehr geschätzt. Allerdings gab es Spannungen zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitenden, da Führung teilweise herablassend agierte. Einzelne schwierige Teammitglieder gab es aber das kommt in jedem Team vor.
Vorgesetztenverhalten
Das Verhalten der Vorgesetzten war intransparent und manipulativ. Erwartungen und Abläufe wurden oft nicht klar kommuniziert, Feedback kam spät oder unzureichend. Entscheidungen wirkten teilweise willkürlich, was Unsicherheit und Frustration bei den Mitarbeitenden erzeugte. Insgesamt empfand ich die Führung als wenig unterstützend und unprofessionell
Besonders negativ aufgefallen ist mir eine Führungsperson, die laut Aussagen von Mitarbeitenden in einigen Fällen schikanös gegenüber Angestellten auftrat. Bereits im Bewerbungsprozess fiel sie mir durch vorwurfsvolle Fragen und ein Verhör-ähnliches Vorgehen auf. Mitarbeitende mit persönlichen Nähebeziehungen zu ihr oder bevorzugten Orientierungen wurden gezielt gefördert, während andere benachteiligt wurden.
Arbeitsbedingungen
Die Infrastruktur und das Gebäude sind sehr alt, und es gibt zu viele Mitarbeitende für die vorhandenen Räumlichkeiten – Desksharing ist die Folge. Pausenräume sind viel zu klein, sodass es kaum Platz gibt, um Mittag zu essen. Eine Kaffeemaschine steht glücklicherweise gratis zur Verfügung, ein Wasserspender fehlt jedoch, was unverständlich ist.
Positiv hervorzuheben ist, dass die IT-Ausstattung modernisiert wurde: Anfangs typisch kantonale PCs mit Drahttelefonen, mittlerweile sind Laptops, Kopfhörer und Telefon über Internetanschluss Standard, was die Arbeit digitaler und effizienter macht.
Kommunikation
Die Kommunikation innerhalb von der Führung war wenig transparent. Erwartungen und Abläufe waren oft unklar, Feedback zu Leistungen fehlte oder kam sehr spät. Im Biometrie-Team war die Kommunikation locker, aber wenig professionell strukturiert.
Gleichberechtigung
Je nachdem, welche „Verbindungen“ man zu Führungspersonen hatte, wurde man unterschiedlich behandelt. Mitarbeitende mit guten internen Kontakten oder Nähe zur Führungspersonen wurden bevorzugt gefördert, während andere benachteiligt wurden. Dieses „Vitamin B“ innerhalb des Amtes hatte erstaunlich grossen Einfluss auf Karrierechancen, was ich in einem kantonalen Amt nicht für möglich gehalten hätte.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben waren sehr unterschiedlich je nach Einsatzbereich. An den Infoschaltern konnte die Arbeit sehr mühsam werden: Man musste oft Informationen mehrfach erklären, unangenehme Botschaften übermitteln oder schwierige Situationen mit Gesuchstellenden bewältigen. Gleichzeitig war das Thema Migration äusserst spannend – die Einsicht in Dossiers, das Arbeiten mit gesetzlichen Grundlagen und der direkte Kontakt zu den Menschen und ihren Schicksalen machten die Tätigkeit sehr lehrreich und erlebnisreich.
Im Biometrie-Team waren die Aufgaben hingegen sehr monoton: Fotos machen, Fingerabdrücke und Unterschriften aufnehmen – „that’s it“. Die Interaktionen mit den Menschen waren aber oft sehr freundlich und liebevoll, da sie ohne Probleme zu dir kamen, um ihre biometrischen Daten für ihre Ausweise zu erstellen. Diese Momente brachten Freude in den sonst eher eintönigen Ablauf.