Mangelnde Work-Life-Balance - Arbeiten aufs Limit
Gut am Arbeitgeber finde ich
Den Zusammenhalt unter den Kolleginnen und Kollegen.
Die Möglichkeit, an abwechslungsreichen Aufgaben zu arbeiten.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die hohe Arbeitsbelastung und fehlende Unterstützung bei Überstunden.
Die unklare Kommunikation und mangelnde Transparenz in Entscheidungen.
Die wenig flexible Handhabung von Homeoffice und Work-Life-Balance.
Verbesserungsvorschläge
Bessere Kommunikation zwischen den Hierarchieebenen.
Flexiblere Arbeitszeitmodelle und mehr Unterstützung für die Work-Life-Balance.
Fairere Gehaltsstrukturen und regelmäßige Überprüfungen.
Weiterbildung ohne langfristige Verpflichtung anbieten.
Zeitgemässe Benefits (z.B. Essenzulagen / Automaten / 40h)
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre ist stark leistungsgetrieben. Es wird dauerhaft ein sehr hohes Arbeitstempo erwartet. Wenn man diese Leistung zeitweise nicht erbringen kann, hatte ich den Eindruck, dass dafür wenig Verständnis vorhanden ist und dies eher kritisch angesprochen wird. Insgesamt habe ich das Unternehmen als sehr stark auf wirtschaftliche Ziele fokussiert erlebt, was sich spürbar auf den Umgang mit Mitarbeitenden auswirkt.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance habe ich als unzureichend erlebt. Das Arbeitszeitmodell mit 42 Wochenstunden wirkt aus meiner Sicht wenig zeitgemäss. Überstunden fallen regelmässig an und wer bereit ist, mehr zu arbeiten, hat dafür jederzeit Möglichkeiten. Der Versuch, eine ausgewogene Work-Life-Balance aufrechtzuerhalten, wurde meiner Erfahrung nach von der Führungsebene eher kritisch gesehen. Zudem habe ich erlebt, dass eine Kompensation oder Auszahlung von Überstunden schwierig bis teilweise kaum möglich ist.
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildungsmöglichkeiten bestehen grundsätzlich, allerdings sind diese häufig an eine Verpflichtung gebunden. In meinem Fall war eine Rückzahlung oder Bindung über einen Zeitraum von meist rund zwei Jahren vorgesehen, was die Flexibilität einschränkt.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt unter den Arbeitskollegen ist sehr gut und aus meiner Sicht einer der wenigen positiven Aspekte des Unternehmens. Viele Mitarbeitende unterstützen sich gegenseitig, was im anspruchsvollen Arbeitsalltag wichtig ist. Oft hatte ich den Eindruck, dass dieser Zusammenhalt auch deshalb entsteht, weil Herausforderungen und Belastungen gemeinsam getragen werden.
Vorgesetztenverhalten
Das Verhalten der direkten Vorgesetzten habe ich überwiegend als in Ordnung erlebt. Je höher die Hierarchiestufe, desto ungreifbarer und distanzierter erschien mir die Führung. Entscheidungen und Rückmeldungen aus höheren Ebenen waren für mich oft wenig transparent oder nachvollziehbar.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen habe ich als wenig zeitgemäss und insgesamt nicht empfehlenswert erlebt. Die Arbeitsbelastung ist aus meiner Sicht sehr hoch, was langfristig stark an die persönliche Belastungsgrenze gehen kann. Homeoffice wird zwar offiziell angeboten, in der Praxis hatte ich jedoch den Eindruck, dass dessen Nutzung nicht gerne gesehen ist und zu kritischen Gesprächen mit dem Vorgesetzten führen kann.
Kommunikation
Die Kommunikation habe ich als sehr einseitig erlebt. Informationen werden hauptsächlich von oben nach unten weitergegeben (CEO → Regionsleitung → Teamleitung). Ein offener Austausch oder Rückmeldungen in die andere Richtung finden meiner Erfahrung nach kaum statt. Zusätzlich hatte ich oft das Gefühl, nicht klar zu wissen, woran man ist, da Erwartungen und Entscheidungen nicht transparent kommuniziert werden.
Gehalt/Benefits
Die Gehalts- und Sozialleistungen habe ich als eher unzufriedenstellend erlebt. Meiner Wahrnehmung nach werden Löhne eher tief angesetzt, und erst nach deutlichem Nachfragen oder Reklamieren scheint eine Anpassung möglich zu sein. Zudem wirkte das Produktivitätsziel in meinem Bereich sehr hoch angesetzt: Viele Mitarbeitende hatten als Ziel rund 65 % erreicht, was dann im Folgejahr auf mindestens 75 % erhöht wurde. Auch bei Erreichen oder Überschreiten dieser Ziele habe ich kaum spürbare Lohnanpassungen wahrgenommen.
Gleichberechtigung
Die Gleichberechtigung habe ich als eingeschränkt erlebt. Meiner Wahrnehmung nach werden bestimmte Mitarbeitende klar bevorzugt, während andere weniger Beachtung oder Unterstützung erhalten.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben sind grundsätzlich abwechslungsreich und vielfältig. Gleichzeitig habe ich die Arbeitslast teilweise als sehr hoch empfunden, was aus meiner Sicht stellenweise zu einer Überforderung geführt hat.