1 Bewertung von Bewerbern kununu Prüfprozess
kununu Prüfprozess
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Ich habe mich über die Stellenvermittlungsfirma Medici & Sprecher AG auf eine Verkaufsstelle bei Peyer Marking AG beworben – konkret für eine Hunter-Position im Aussendienst. Nach einem kurzen Gespräch mit der Vermittlungsfirma wurde ich direkt zu einem Assessment weitergeleitet. Ein persönliches Gespräch mit der eigentlichen Firma fand nie statt. Die Einschätzung, ich sei „nicht geeignet“, erfolgte einzig deshalb, weil mein sogenannter Hunter-Wert mit 3 statt 4 oder 5 (auf einer Skala von 1 bis 5) bewertet wurde – und das allein aufgrund eines 45-minütigen Persönlichkeitstests.
Ehrlich gesagt war das für mich eine sehr befremdliche Erfahrung.
Einen Verkäufer – insbesondere einen Hunter – auf Grundlage eines standardisierten Tests zu beurteilen, halte ich für oberflächlich, willkürlich und wenig professionell. Menschen sind keine Schablonen, und Verkaufserfolg lässt sich nicht durch Multiple-Choice-Fragen oder stereotype Persönlichkeitsprofile messen.
Ich habe über 30 Jahre Erfahrung im Verkauf, war mehrfach unter den erfolgreichsten Hunters, und habe in verschiedenen Branchen überdurchschnittliche Ergebnisse und Einkommen erzielt. Diese belegbaren Erfolge, meine Referenzen und meine praktische Erfahrung wurden jedoch völlig ignoriert.
Ein Assessment kann nützlich sein, um zusätzliche Eindrücke zu gewinnen – es darf aber niemals als alleinige Entscheidungsgrundlage dienen. Denn weder Willenskraft, Leidenschaft, Durchhaltevermögen, noch die Fähigkeit, im direkten Kundenkontakt zu überzeugen, lassen sich durch einen 45-minütigen Online-Test messen. Wie reagiert z.B. jemand unter Druck oder in einem realen Verkaufsgespräch?
Ich habe in den letzten Monaten mehrere Assessments bei anderen Firmen absolviert (Insights, Adept-15, Smart Match). Die Rückmeldungen dort waren durchweg positiv, mit konkreten Jobangeboten. Das zeigt deutlich, wie unterschiedlich solche Verfahren ausfallen können – und wie wenig objektiv sie tatsächlich sind.
Dass Peyer Marking aufgrund eines einzigen Testergebnisses das Potenzial eines erfahrenen Hunters verwirft, zeigt, dass hier nicht der Mensch, sondern eine Theorie im Vordergrund steht. Eine Firma, die ernsthaft fähige Verkäufer sucht, sollte bereit sein, den Bewerber auch als Mensch kennenzulernen, ihm zuzuhören und seine praktischen Erfolge zu würdigen.
Leider hat auch Medici & Sprecher AG in diesem Prozess keinen Mut gezeigt, ihren Mandanten objektiv zu beraten. Statt den Kandidaten professionell zu vertreten und auf dessen nachweisliche Verkaufserfolge hinzuweisen, wurde der Entscheid einfach hingenommen – Hauptsache, die Vermittlungsgebühr fliesst.
Insgesamt hinterlässt das Ganze einen sehr unpersönlichen und unprofessionellen Eindruck.
Es ging weder um Potenzial noch um Leistung, sondern um die blinde Befolgung eines Testergebnisses.
Wer wirklich gute Verkäufer sucht, sollte auf Erfahrung, Resultate, Leidenschaft, Motivation und Charakter achten – nicht auf ein theoretisches Profil, das kaum etwas über reale Verkaufskompetenz aussagt. Assessments sind Werkzeuge, keine Urteile über den Menschen.
Ich verstehe die Mitarbeiterbewertung sehr gut, in denen die mangelhafte Sozialkompetenz des Unternehmens kritisiert und darauf hingewiesen wird, dass kurzfristiger Profit über alles gestellt wird – ebenso wie alle weiteren negativen Aussagen. Im Nachhinein, mit diesen Erkenntnissen, bin ich froh, nicht von dieser Firma angestellt worden zu sein.
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Nachtrag zum Bewerbungsprozess und Replik auf das Antwortschreiben: Selbst wenn der CEO nun sagt, dass sie nie allein auf Basis eines Tests entscheiden, ist dies bei mir genau so geschehen – diese Aussage stimmt also definitiv nicht.
Nach einem ersten Gespräch mit dem Stellenvermittler hat er sofort erkannt, dass ich sehr gut auf diese Stelle passen würde, und mich deshalb dem Test zugewiesen.
Der einzige Grund für die Nichtanstellung war danach der Testwert.
Dies wurde mir im kurzen Gespräch nach dem Test eindeutig mitgeteilt.
Weitere Schritte oder Abklärungen wurden im gesamten Bewerbungsprozess nicht unternommen.
Der Stellenvermittler schien sehr genau zu wissen, was ihr Mandant, Peyer Marking, wünscht – und aus diesem Grund wurde das Verfahren zu diesem Zeitpunkt ausschliesslich aufgrund dieses einen Wertes abgebrochen. Punkt.