Fehlende Kommunikation, mangelhafte Führung und unklare Strukturen
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die therapeutischen Aufgaben im sportlichen Umfeld sowie der starke Zusammenhalt im Team (abseits der Leitung).
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Für mich waren unklare Strukturen, fehlende Abstimmungen in der Führung und der Kommunikationsstil herausfordernd.
Verbesserungsvorschläge
Ich wünsche mir ein professionelleres, reflektierteres Führungsverhalten mit klaren Zuständigkeiten. Konstruktive Kritik sollte auf Augenhöhe erfolgen. Eine transparente Kommunikation und die Bereitschaft, Strukturen zu hinterfragen, wären aus meiner Sicht sehr hilfreich für das Team.
Arbeitsatmosphäre
Die Stimmung im Team empfand ich als stark schwankend, was aus meiner Sicht auch mit dem Führungsverhalten zusammenhing. In Phasen ohne direkte Präsenz der Führung war die Atmosphäre für mich deutlich entspannter. Mehrfach hatte ich den Eindruck, dass Kolleg:innen emotional belastet oder überfordert waren. Eine übergeordnete Struktur oder ein klares Konzept war für mich nicht erkennbar, was zu einer allgemeinen Unsicherheit beitrug. Auch Patient:innen äusserten gelegentlich Rückmeldungen, die diese Unruhe widerspiegelten.
Kommunikation
Die Kommunikation erlebte ich als spontan und wenig strukturiert. Gespräche zu heiklen Themen fanden teilweise unangekündigt oder ohne geeigneten Rahmen statt – etwa zwischen Terminen oder in offenen Arbeitsbereichen. Dadurch fühlte ich mich in solchen Situationen unvorbereitet. Auch empfand ich die Abstimmung innerhalb der Führungsebene als uneinheitlich, was zu widersprüchlichen Informationen führte.
Kollegenzusammenhalt
Trotz hoher Belastung habe ich den Zusammenhalt unter Kolleg:innen als sehr positiv erlebt. Der Austausch war unterstützend und respektvoll. Das Miteinander im Team war für mich eine grosse Stärke in der täglichen Arbeit (ohne Leitungsebene).
Work-Life-Balance
Die Arbeitszeiten waren grundsätzlich flexibel planbar. Zwei Spätdienste pro Woche empfand ich als vertretbar. Allerdings wurde erwartet, dass man auch während Pausenzeiten ansprechbar bleibt – etwa für die Betreuung der medizinischen Trainingstherapie oder bei kurzfristigen Patientenneuaufnahmen mit Telefondienst. Für mich fühlte sich das weniger nach echter Pause, sondern eher nach Bereitschaft an.
Vorgesetztenverhalten
Im Umgang mit Konflikten war das Verhalten der Führung oft wenig konstruktiv. Klare Rollenverteilungen innerhalb der Leitung (2 Inhaberinnen und 1 stellvertretende:r Leitungs-Physio) fehlten aus meiner Sicht, was zu Überschneidungen führte. Entscheidungen wurden teils nicht abgestimmt oder spontan revidiert. Ein abschliessendes Gespräch fand nicht automatisch statt, sondern musste von mir aktiv eingefordert werden.
Interessante Aufgaben
Die therapeutische Arbeit war abwechslungsreich und bot viele spannende Aspekte. Gleichzeitig hatte ich den Eindruck, dass sich die Ausrichtung nicht immer an aktuellen fachlichen Standards orientierte. Fortbildungen waren zwar grundsätzlich möglich, wurden bei hoher Auslastung aber teils kurzfristig gestrichen.
Arbeitsbedingungen
Einige Vereinbarungen zu Arbeitszeiten (z.B. Kompensation der Überstunden) wurden im Nachhinein und bei einem spontan vereinbarten Gespräch über Mittag verändert.
Die Dokumentationszeit war nicht im Plan vorgesehen, sondern musste parallel zum regulären Pensum organisiert werden. Positiv hervorzuheben ist die grosszügige Zeit für Ersttermine (45 Minuten), was im Vergleich zu anderen Praxen aus meiner Sicht positiv auffällt.
Image
Die Aussenwirkung des Unternehmens (z.B. über Google-Rezensionen) deckt sich meiner Meinung nach nicht mit den internen Gegebenheiten. Besonders bedenklich empfand ich zudem die öffentliche Reaktion der Chefinnen auf frühere Kununu-Bewertungen. Statt mit Kritik professionell umzugehen oder den Austausch zu suchen, wurde eine abwertende und persönliche Rückmeldung veröffentlicht, die sämtliche Kritikpunkte der bewertenden Person unterstreicht.