Viel Freiraum und echte Entwicklungschancen, aber gravierende Mängel bei Diskretion und Führung
Gut am Arbeitgeber finde ich
▸ Sinnstiftender Auftrag
Pro Infirmis ist eine solide Organisation mit klarem Auftrag, die glaubwürdig für Inklusion steht und gegen aussen viel Vertrauen geniesst.
▸ Entwicklung und Karriere
Ein sehr grosser Pluspunkt: Wer will, kann sich hier weiterentwickeln und Karriere machen.
▸ Gestaltungsfreiraum
Man hat viel Freiraum, neue Ansätze auszuprobieren und eigene Ideen umzusetzen. Das ist nicht selbstverständlich.
▸ Teamklima
Die Stimmung ist grundsätzlich gut, der Umgang über die Hierarchiestufen hinweg oft freundschaftlich und partnerschaftlich.
▸ Sicherheit
Die Organisation ist finanziell sehr solide aufgestellt. Das Gehalt liegt leicht über dem Branchendurchschnitt, die Work-Life-Balance ist gut.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
▸ Vertraulichkeit auf Geschäftsleitungsebene
Sehr kritisch ist der Umgang mit vertraulichen Informationen. Ich habe wiederholt erlebt, dass Vorstandsentscheide im Team bekannt waren, bevor sie offiziell kommuniziert wurden. Noch schwerer wiegt, dass persönliche Inhalte aus Personalgesprächen mit Mitgliedern der Geschäftsleitung bis auf die unterste Mitarbeitendenebene durchdrangen. Auch Informationen aus der Personalkommission waren informell oft früh im Umlauf. Wer ein vertrauliches Gespräch mit der Geschäftsleitung führt, kann sich aus meiner Sicht nicht darauf verlassen, dass es vertraulich bleibt.
▸ Meinungskultur
Einzelne Mitglieder der Geschäftsleitung äussern ihre Meinung oft sehr laut und dominant. Das hemmt eine offene Diskussion und damit die Suche nach der besten Lösung.
▸ Entscheidungswege
Meinungen und Entscheide bilden sich oft in kleinen informellen Kreisen, ohne Blick aufs Ganze. Wegweisende Entscheide werden im kleinen Kreis gefällt und danach als feststehend kommuniziert. Für Abteilungsleitungen ist es dadurch schwierig, sie mitzutragen und wirksam umzusetzen. So habe ich auch erlebt, dass in meinem Bereich externe Mandate zu sehr hohen Konditionen vergeben wurden, ohne die Abteilungsleitung einzubeziehen, obwohl deren eigene Analyse zu einem anderen Schluss gekommen war.
▸ Führung
Führungspositionen sind teilweise mit Personen besetzt, denen die fachliche Nähe zum jeweiligen Bereich fehlt. Das führt zu Spannungen und kann ein ungesundes Arbeitsklima begünstigen. Mittelfristig leidet aus meiner Sicht auch der Erfolg des jeweiligen Bereichs darunter, was nach meiner Erfahrung oft erst spät erkannt wird. Ein Muster, das ich leider auch aus anderen Organisationen kenne.
▸ Innovation
Durch die überwiegend staatliche Finanzierung ist die Organisation eher konservativ unterwegs. Das spürt man bei der Innovationsbereitschaft.
Verbesserungsvorschläge
▸ Vertraulichkeit
Personalgespräche, Vorstandsentscheide und Inhalte der Personalkommission dürfen nicht informell weitergetragen werden. Es braucht klare Regeln und eine Geschäftsleitung, die sie vorlebt.
▸ Diskussionskultur
Eine offene Gesprächskultur fördern, in der auch die Geschäftsleitung zuhört und andere Meinungen Raum bekommen. So entstehen bessere Lösungen.
▸ Entscheidungswege
Wegweisende Entscheide transparent vorbereiten und betroffene Abteilungsleitungen frühzeitig einbeziehen, statt sie im kleinen Kreis zu fällen. Das gilt auch für die Vergabe externer Mandate, die den eigenen Bereich betreffen.
▸ Mitsprache
Die interne Mitsprache der Mitarbeitenden stärken, passend zum eigenen Anspruch an Inklusion. Nichts über uns ohne über uns ;-)
▸ Führung
Führungspositionen stärker nach fachlicher Kompetenz besetzen und Führungskräfte gezielt in Führung weiterbilden. Zudem die Entwicklung der einzelnen Bereiche regelmässig überprüfen, damit Fehlbesetzungen früh erkannt und korrigiert werden.
▸ Innovation
Den vorhandenen Freiraum für neue Ideen strategisch nutzen und Innovation bewusster fördern.
Arbeitsatmosphäre
Grundsätzlich gute, kollegiale Stimmung. Einzelne Mitglieder der Geschäftsleitung äussern ihre Meinung allerdings oft sehr laut und dominant. Das kann hemmend wirken, wenn es darum geht, gemeinsam die beste Lösung zu finden.
Image
Gutes Image
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance ist insgesamt gut.
Karriere/Weiterbildung
Die Karrieremöglichkeiten sind sehr gut. Teamleiter kann man hier sogar mit nur einem Teammitglied werden.
Gehalt/Benefits
Gut im Branchendurchschnitt
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt im Team ist gut und oft freundschaftlich. Es gibt regen Austausch über die Hierarchiestufen hinweg, auch einzelne Mitglieder der Geschäftsleitung pflegen den Kontakt zu den Mitarbeitenden, etwa bei gemeinsamen Apéros.
Vorgesetztenverhalten
Führungspositionen sind teilweise mit Personen besetzt, denen die fachliche Nähe zum jeweiligen Bereich fehlt. Das führt zu Spannungen und kann ein ungesundes Arbeitsklima begünstigen. Einzelne Mitglieder der Geschäftsleitung treten zudem oft sehr dominant auf, was eine offene Lösungsfindung erschwert. Menschlich sind die Vorgesetzten grundsätzlich in Ordnung.
Kommunikation
Sehr kritisch ist die Vertraulichkeit auf Ebene der Geschäftsleitung: Vorstandsentscheide und sogar persönliche Inhalte aus Personalgesprächen waren oft schon im Team bekannt, bevor sie offiziell kommuniziert wurden. Wegweisende Entscheide fallen häufig im kleinen Kreis und werden dann als feststehend verkündet. Die informellen Kanäle sind meist schneller als die offiziellen.
Interessante Aufgaben
Sehr vielseitige und sinnstiftende Aufgaben. Man hat viel Freiraum, neue Ansätze auszuprobieren und eigene Ideen umzusetzen. Das ist in dieser Form nicht selbstverständlich und ein grosser Pluspunkt.