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Properti 
AG
Bewertung

Mehrfachbewertung

Das Image entspricht nicht der Realität. Großes Potenzial, toxische Führung

2,2
Nicht empfohlen
Mehrfachbewertung
Hat zum Zeitpunkt der Bewertung nicht mehr bei Properti AG in Zürich gearbeitet und diesen Arbeitgeber mehrfach bewertet. (Mitarbeiter:innen dürfen ihren Arbeitgeber einmal im Jahr bewerten.)

Arbeitsatmosphäre

Die Arbeitsatmosphäre war von ständigem Druck statt von Zusammenarbeit geprägt. Angst, permanente Dringlichkeit und übermäßige Kontrolle ersetzten nach und nach Vertrauen und offene Kommunikation. Teams wurden eher dazu gebracht, miteinander zu konkurrieren als zusammenzuarbeiten, was zu einem ungesunden und belastenden Arbeitsumfeld führte.

Image

Das nach außen vermittelte Bild des Unternehmens entsprach aus meiner Sicht nicht der Realität, die ich intern erlebt habe. Properti präsentierte sich als moderner, mitarbeiterorientierter und wertebasierter Arbeitgeber. Meine tägliche Erfahrung war jedoch grundlegend anders. Die Diskrepanz zwischen Außendarstellung und gelebter Unternehmenskultur war für mich eine der größten Enttäuschungen meiner Zeit im Unternehmen.

Work-Life-Balance

Eine Work-Life-Balance war praktisch nicht vorhanden. Meetings wurden regelmäßig sehr spät am Tag angesetzt, wodurch implizit erwartet wurde, dass Mitarbeitende möglichst lange im Büro blieben. Insbesondere von Mitarbeitenden mit Führungsverantwortung wurde erwartet, auch abends und an Wochenenden erreichbar zu sein – selbst wenn dies selten ausdrücklich ausgesprochen wurde.

Karriere/Weiterbildung

Karriereschritte konnten sehr schnell erfolgen, und Mitarbeitende erhielten häufig schon früh große Verantwortung. Mit diesen Beförderungen gingen jedoch enormer Druck und ständig steigende Erwartungen einher, wodurch viele Führungsrollen langfristig nur schwer aufrechtzuerhalten waren.

Gehalt/Benefits

Die Gehälter waren insgesamt wettbewerbsfähig und für viele Positionen überdurchschnittlich. Die Vergütung war eine der Stärken des Unternehmens und trug dazu bei, qualifizierte Mitarbeitende zu gewinnen. Gleichzeitig waren jedoch einige Firmenveranstaltungen und Aktivitäten mit erheblichen Eigenkosten für die Mitarbeitenden verbunden, was diesen positiven Eindruck teilweise relativierte.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Nach meiner Erfahrung hatten geschäftliche Ziele konsequent Vorrang vor dem Wohlbefinden der Mitarbeitenden. Obwohl das Unternehmen ambitionierte Werte kommunizierte, spiegelten sich diese aus meiner Sicht nur selten in der gelebten Unternehmenskultur wider. Soziale Verantwortung beginnt beim Umgang mit den eigenen Mitarbeitenden – und genau dort zeigte das Unternehmen meiner Meinung nach eine seiner größten Schwächen.

Kollegenzusammenhalt

Das Unternehmen vermittelte stark das Bild einer „Familie“, doch dieses Gemeinschaftsgefühl wirkte häufig eher aufgezwungen als authentisch. Innerhalb der einzelnen Teams unterstützten sich die Mitarbeitenden zwar meist gegenseitig, doch hoher Druck, interne Konkurrenz und eine ausgeprägte Schuldzuweisungskultur untergruben das Vertrauen und die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Bereichen.

Vorgesetztenverhalten

Die Führungskultur war stark von einem Top-down-Ansatz geprägt, der durch ständigen Druck und unrealistische Erwartungen bestimmt wurde. Von Führungskräften wurde erwartet, diesen Druck an ihre Teams weiterzugeben, wodurch eine Kultur der Kontrolle anstelle von Vertrauen entstand. Erfolge wurden nur selten anerkannt, während von den Mitarbeitenden unabhängig von ihrer tatsächlichen Arbeitsbelastung oder ihren Arbeitszeiten kontinuierlich mehr erwartet wurde.

Arbeitsbedingungen

Das Arbeitsumfeld und die Büroräumlichkeiten waren grundsätzlich gut. Einige Mitarbeitende mussten ihre privaten Geräte für die Arbeit verwenden. Ich empfand diese Praxis als unfair, insbesondere weil von den Mitarbeitenden erwartet wurde, ihre privaten Geräte beim Austritt aus dem Unternehmen zu löschen. Darüber hinaus waren viele Team-Events und Firmenveranstaltungen mit erheblichen Eigenkosten verbunden. Mitarbeitende mussten häufig Restaurants, Unterkünfte oder andere Ausgaben selbst bezahlen, obwohl diese Veranstaltungen als Firmeninitiativen präsentiert wurden.

Kommunikation

Mitarbeitende wurden regelmäßig über Unternehmensergebnisse, Ziele und strategische Prioritäten informiert – insbesondere durch Firmenmeetings und Leadership-Updates. Aus Sicht der reinen Informationsweitergabe war die Kommunikation häufig und grundsätzlich ausreichend, um die Unternehmensausrichtung und die täglichen Prioritäten zu verstehen.

Interessante Aufgaben

Die Aufgaben selbst waren sehr interessant und fachlich anspruchsvoll. Properti bot ambitionierte Projekte, große technische Herausforderungen sowie zahlreiche Möglichkeiten zur fachlichen Weiterentwicklung. Der permanente Druck, alles möglichst schnell umzusetzen, führte jedoch häufig dazu, dass Arbeiten mehrfach überarbeitet oder komplett neu gemacht werden mussten. Geschwindigkeit hatte fast immer Vorrang vor Qualität, was die Arbeit teilweise unnötig frustrierend und ineffizient machte.


Umgang mit älteren Kollegen

Gleichberechtigung

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Arbeitgeber-Kommentar

Giulian Varbanov, Lead Backoffice & Customer Services
Giulian VarbanovLead Backoffice & Customer Services

Liebe/r Bewerter/in

Wir danken dir für deine ausführliche Rückmeldung und nehmen sie ernst. Zu mehreren Punkten möchten wir gerne noch unsere Sicht ergänzen.

Arbeitsatmosphäre: Ein schnell wachsendes Unternehmen bringt zwangsläufig ein hohes Tempo mit sich - das stellen wir nicht in Abrede. Die Charakterisierung als von Angst und übermässiger Kontrolle geprägte Kultur deckt sich jedoch nicht mit dem Bild, das wir aus unseren anonymisierten Mitarbeiterbefragungen erhalten, die wir zweimal jährlich durchführen. Interne Konkurrenz zwischen Teams widerspricht unserem Selbstverständnis. Sollte dieser Eindruck an konkreten Stellen entstanden sein, gehen wir dem gerne nach.

Kommunikation: Es freut uns, dass du die Kommunikation als regelmässig und informativ wahrgenommen hast. Diesen Standard werden wir aufjedenfall beibehalten.

Kollegenzusammenhalt: Dass der Zusammenhalt innerhalb der Teams als gut beschrieben wird, freut uns. Die Einschätzung, das unternehmensweite Gemeinschaftsgefühl sei aufgezwungen, teilen wir so nicht: Unsere Formate und Anlässe entstehen überwiegend aus Mitarbeiterinitiative, nicht durch Vorgabe der Unternehmensleitung. Der Zusammenhalt über Teamgrenzen hinweg ist uns ein zentrales Anliegen und spiegelt sich in unserem Unternehmenswert "Win Together" sowie im langjährigen Leitgedanken "We're One" wider, die uns seit sechs Jahren begleiten. Reibungspunkte zwischen einzelnen Bereichen nehmen wir dennoch ernst und arbeiten kontinuierlich an klareren Schnittstellen und Zuständigkeiten.

Work-Life-Balance: Späte Meetings als implizite Erwartung einer langen Anwesenheit im Büro entsprechen nicht unserer Unternehmenspraxis; wir bieten flexible Arbeitszeitmodelle an. Dass Führungskräfte auch ausserhalb der Kernarbeitszeiten erreichbar sind, liegt in der Natur ihrer Funktion, stellt jedoch keine formulierte oder implizite Erwartung an alle Mitarbeitenden dar. Im Maklerberuf kann es vorkommen, dass zu Randzeiten noch Meetings stattfinden, da unsere Berater:innen tagsüber unterwegs sind und Kunden betreuen – im Gegenzug können sie ihre Arbeitswoche jedoch flexibel gestalten. Im Bereich Operations ist dies klar geregelt: Homeoffice-Tage sowie bis zu vier Wochen Remote Work pro Jahr stehen zur Verfügung und ermöglichen eine flexible Arbeitsweise für alle. Sollten einzelne Führungskräfte hier dennoch ein unzutreffendes Signal gesetzt haben, adressieren wir das gerne intern.

Vorgesetztenverhalten: Der pauschalen Einordnung als reine Top-down-Kultur ohne Vertrauen widersprechen wir. Wir arbeiten mit funktionsübergreifenden Projekten und gemeinsamen KPIs, bei denen alle Mitarbeitenden – unabhängig von Führungsfunktion oder Rolle – im gleichen Boot sitzen und sich aktiv einbringen können; dies ist gelebter Ausdruck unseres Werts "Win Together". Der Hinweis, dass Anerkennung von Leistung zu kurz kommt, ist ein berechtigter Kritikpunkt, den wir unabhängig von der übrigen Einordnung als konkreten Handlungsbedarf aufnehmen. Zudem investieren wir gezielt in Führungskräfteentwicklung und strukturierte Feedbackprozesse.

Interessante Aufgaben: Wir danken für die positive Einschätzung zu Projekten und fachlicher Entwicklung. Die beschriebene Spannung zwischen Geschwindigkeit und Qualität nehmen wir gerne zur Kenntnis.

Arbeitsbedingungen: Zur Nutzung privater Geräte möchten wir hier klarstellen: Jede:r Mitarbeitende erhält von uns einen Laptop sowie das notwendige Arbeitsmaterial gestellt. Wer trotzdem mit dem eigenen Gerät arbeitet, trifft diese Entscheidung bewusst und freiwillig. Wir bevorzugen selbstverständlich die Nutzung der von uns gestellten Ausstattung, lehnen den Wunsch nach eigenen Geräten aber nicht ab – wir möchten unseren Mitarbeitenden hier bewusst Freiraum und Flexibilität bieten. Gerade deshalb ist es umso wichtiger, dass bei einem Austritt sichergestellt wird, dass sämtliche Unternehmensdaten sauber gelöscht werden. Das sollte nachvollziehbar sein. Zu Eigenkosten bei Team-Events: Hier unterscheiden wir zwischen offiziellen Firmenveranstaltungen – etwa dem Jahresauftakt-Meeting, der Summer Night oder der Halloween Party –, die vollständig von properti getragen werden, und freiwilligen Angeboten mit begrenzter Teilnehmerzahl, wie der Summer Hike oder der Lappland-Reise, an denen sich Mitarbeitende auf eigenen Wunsch beteiligen können und von unserem Circle of Influence Team bestehend aus Mitarbeiter organisiert wird. Diese dienen dem Teamzusammenhalt und sind bewusst als optionales Zusatzangebot konzipiert, nicht als verpflichtende Firmenveranstaltung.

Umwelt-/Sozialbewusstsein: Die Einschätzung, dass geschäftliche Ziele grundsätzlich Vorrang vor dem Wohlbefinden der Mitarbeitenden haben, teilen wir nicht. Konkret bieten wir allen Mitarbeitenden zwei Homeoffice-Tage pro Woche sowie insgesamt bis zu vier Wochen Remote Work pro Jahr. Ab einer gewissen Betriebszugehörigkeit gewähren wir zudem sechs Wochen bezahlten Urlaub – ein Punkt, der uns bewusst sehr wichtig ist. Darüber hinaus ist es bei uns verpflichtend, jedes Quartal Ferien zu beziehen und mindestens einmal im Jahr zwei zusammenhängende Wochen frei zu nehmen. Vor diesem Hintergrund fällt es uns schwer nachzuvollziehen, an welcher Stelle hier zusätzlicher Handlungsbedarf bestehen soll. Dass diese Angebote nicht bei allen Mitarbeitenden gleichermassen spürbar oder bekannt sind, nehmen wir dennoch als Anlass, sie klarer zu kommunizieren.

Gehalt/Benefits: Wir danken für die Bestätigung der wettbewerbsfähigen Vergütung. Zum Punkt der Eigenkosten bei Firmenveranstaltungen verweisen wir auf unsere Ausführungen unter "Arbeitsbedingungen".

Image: Die beschriebene Diskrepanz zwischen Aussendarstellung und gelebter Unternehmenskultur nehmen wir ernst. Uns würde interessieren, welche konkreten Diskrepanzen hier gemeint sind, damit wir dieses Feedback gezielt aufnehmen und unsere Kommunikation entsprechend klarer gestalten können. Wir arbeiten kontinuierlich daran, Anspruch und gelebte Praxis weiter anzunähern.

Karriere/Weiterbildung: Schnelle Entwicklungsschritte mit früher Verantwortungsübernahme sind bei uns bewusst so angelegt. Der Aussage, dass damit ein unangemessener Druck einhergehe, können wir allerdings nicht ganz folgen: Mehr Verantwortung geht naturgemäss auch mit höheren Anforderungen einher – wäre dies nicht der Fall, würde die entsprechende Verantwortung gar nicht erst übertragen. Diesen Zusammenhang sehen wir nicht als Kritikpunkt, sondern als logische Konsequenz von Entwicklung. Wo einzelne Führungsrollen dennoch als langfristig schwer tragbar wahrgenommen werden, begegnen wir dem mit dem Ausbau von Mentoring- und Coaching-Angeboten für neue Führungskräfte. Ergänzend beteiligen und unterstützen wir uns auch on top an externen Weiterbildungen, um die persönliche und fachliche Entwicklung unserer Mitarbeitenden gezielt zu fördern.

Wir laden dazu ein, uns allfällige Einzelfälle direkt zu schildern, damit wir diese prüfen können. Gerne stehen wir dir jederzeit für ein offenes Gespräch zur Verfügung – es würde uns sehr freuen, deine Erfahrungen persönlich zu besprechen, damit wir uns weiter verbessern können. Bei Interesse darfst du dich jederzeit gerne unter HR@properti.ch bei uns melden.

Bis dahin bedanken wir uns nochmals für deinen Einsatz und deine Mitarbeit bei properti und wünschen dir privat wie auch beruflich weiterhin alles Gute!

Liebe Grüsse

Giulian

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Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.