Das Image entspricht nicht der Realität. Großes Potenzial, toxische Führung
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre war von ständigem Druck statt von Zusammenarbeit geprägt. Angst, permanente Dringlichkeit und übermäßige Kontrolle ersetzten nach und nach Vertrauen und offene Kommunikation. Teams wurden eher dazu gebracht, miteinander zu konkurrieren als zusammenzuarbeiten, was zu einem ungesunden und belastenden Arbeitsumfeld führte.
Image
Das nach außen vermittelte Bild des Unternehmens entsprach aus meiner Sicht nicht der Realität, die ich intern erlebt habe. Properti präsentierte sich als moderner, mitarbeiterorientierter und wertebasierter Arbeitgeber. Meine tägliche Erfahrung war jedoch grundlegend anders. Die Diskrepanz zwischen Außendarstellung und gelebter Unternehmenskultur war für mich eine der größten Enttäuschungen meiner Zeit im Unternehmen.
Work-Life-Balance
Eine Work-Life-Balance war praktisch nicht vorhanden. Meetings wurden regelmäßig sehr spät am Tag angesetzt, wodurch implizit erwartet wurde, dass Mitarbeitende möglichst lange im Büro blieben. Insbesondere von Mitarbeitenden mit Führungsverantwortung wurde erwartet, auch abends und an Wochenenden erreichbar zu sein – selbst wenn dies selten ausdrücklich ausgesprochen wurde.
Karriere/Weiterbildung
Karriereschritte konnten sehr schnell erfolgen, und Mitarbeitende erhielten häufig schon früh große Verantwortung. Mit diesen Beförderungen gingen jedoch enormer Druck und ständig steigende Erwartungen einher, wodurch viele Führungsrollen langfristig nur schwer aufrechtzuerhalten waren.
Gehalt/Benefits
Die Gehälter waren insgesamt wettbewerbsfähig und für viele Positionen überdurchschnittlich. Die Vergütung war eine der Stärken des Unternehmens und trug dazu bei, qualifizierte Mitarbeitende zu gewinnen. Gleichzeitig waren jedoch einige Firmenveranstaltungen und Aktivitäten mit erheblichen Eigenkosten für die Mitarbeitenden verbunden, was diesen positiven Eindruck teilweise relativierte.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Nach meiner Erfahrung hatten geschäftliche Ziele konsequent Vorrang vor dem Wohlbefinden der Mitarbeitenden. Obwohl das Unternehmen ambitionierte Werte kommunizierte, spiegelten sich diese aus meiner Sicht nur selten in der gelebten Unternehmenskultur wider. Soziale Verantwortung beginnt beim Umgang mit den eigenen Mitarbeitenden – und genau dort zeigte das Unternehmen meiner Meinung nach eine seiner größten Schwächen.
Kollegenzusammenhalt
Das Unternehmen vermittelte stark das Bild einer „Familie“, doch dieses Gemeinschaftsgefühl wirkte häufig eher aufgezwungen als authentisch. Innerhalb der einzelnen Teams unterstützten sich die Mitarbeitenden zwar meist gegenseitig, doch hoher Druck, interne Konkurrenz und eine ausgeprägte Schuldzuweisungskultur untergruben das Vertrauen und die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Bereichen.
Vorgesetztenverhalten
Die Führungskultur war stark von einem Top-down-Ansatz geprägt, der durch ständigen Druck und unrealistische Erwartungen bestimmt wurde. Von Führungskräften wurde erwartet, diesen Druck an ihre Teams weiterzugeben, wodurch eine Kultur der Kontrolle anstelle von Vertrauen entstand. Erfolge wurden nur selten anerkannt, während von den Mitarbeitenden unabhängig von ihrer tatsächlichen Arbeitsbelastung oder ihren Arbeitszeiten kontinuierlich mehr erwartet wurde.
Arbeitsbedingungen
Das Arbeitsumfeld und die Büroräumlichkeiten waren grundsätzlich gut. Einige Mitarbeitende mussten ihre privaten Geräte für die Arbeit verwenden. Ich empfand diese Praxis als unfair, insbesondere weil von den Mitarbeitenden erwartet wurde, ihre privaten Geräte beim Austritt aus dem Unternehmen zu löschen. Darüber hinaus waren viele Team-Events und Firmenveranstaltungen mit erheblichen Eigenkosten verbunden. Mitarbeitende mussten häufig Restaurants, Unterkünfte oder andere Ausgaben selbst bezahlen, obwohl diese Veranstaltungen als Firmeninitiativen präsentiert wurden.
Kommunikation
Mitarbeitende wurden regelmäßig über Unternehmensergebnisse, Ziele und strategische Prioritäten informiert – insbesondere durch Firmenmeetings und Leadership-Updates. Aus Sicht der reinen Informationsweitergabe war die Kommunikation häufig und grundsätzlich ausreichend, um die Unternehmensausrichtung und die täglichen Prioritäten zu verstehen.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben selbst waren sehr interessant und fachlich anspruchsvoll. Properti bot ambitionierte Projekte, große technische Herausforderungen sowie zahlreiche Möglichkeiten zur fachlichen Weiterentwicklung. Der permanente Druck, alles möglichst schnell umzusetzen, führte jedoch häufig dazu, dass Arbeiten mehrfach überarbeitet oder komplett neu gemacht werden mussten. Geschwindigkeit hatte fast immer Vorrang vor Qualität, was die Arbeit teilweise unnötig frustrierend und ineffizient machte.


