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Rieter 
AG
Bewertung

Ihr Unternehmen?

Ein Traditionsstandort auf dem Abstellgleis

2,2
Nicht empfohlen
Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung im Bereich Forschung / Entwicklung bei Rieter AG in Winterthur gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

-Pensionskasse
-flexible Arbeitszeiten
-Arbeitskollegen (werden aber immer weniger)

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

-permanente Angst entlassen zu werden
-schleichender Stellenabbau während dem Jahr
-Kommunikation
-es wird merklich immer schlimmer, es gibt keine Motivation mehr, Dienst nach Vorschrift
-Knowhow Verlust in den letzten 3 Jahren

Verbesserungsvorschläge

Da gibt es vieles.
-Kommunikation
-echte Führung
-was ist die Strategie mit dem Standort Winterthur
-auf die Verbesserungsvorschläge der Mitarbeiter hören

Arbeitsatmosphäre

Die Unsicherheit am Standort Winterthur ist förmlich greifbar. Unter den Kollegen herrscht eine Atmosphäre des Aufbruchs – allerdings nicht im positiven Sinne: Es wird offen darüber gesprochen, sich aktiv nach neuen Stellen umzusehen, um der nächsten Entlassungswelle zuvorzukommen. Ein aktueller eNPS-Score von -50 spricht hier Bände und lässt keinen Spielraum für Interpretationen. Der Standort wirkt wie auf Abruf – die Motivation ist am Nullpunkt

Kommunikation

Trotz gebetsmühlenartiger Lippenbekenntnisse in den letzten drei Jahren hat sich die Kommunikation stetig verschlechtert. Es herrscht eine Politik der Informationsverknappung: Kommuniziert wird nur das absolute Minimum, Transparenz ist ein Fremdwort. Besonders kritisch: Informationen erhält man meist nicht über offizielle Kanäle, sondern über den Flurfunk und was anfangs wie ein Gerücht wirkt, bewahrheitet sich Wochen später als Tatsache. Dass nicht jedes Detail für die Belegschaft bestimmt ist, versteht sich von selbst, doch eine ehrliche und offene Kommunikation findet schlichtweg nicht statt.

Kollegenzusammenhalt

Der Zusammenhalt an der Basis und innerhalb meines direkten Teams ist hervorragend, man stützt sich gegenseitig, wo es nur geht. Es wirkt fast wie eine Schicksalsgemeinschaft. Je weiter man jedoch die Karriereleiter nach oben blickt, desto dünner wird die Luft: Bei einigen Vorgesetzten und Abteilungsleitern würde ich den Zusammenhalt lediglich als ‚zweckmäßig‘ oder ‚okay‘ beschreiben. Hier scheint das Eigeninteresse oft über dem gemeinsamen Ziel zu stehen.

Work-Life-Balance

Traditionell war die Work-Life-Balance bei Rieter stets ein Pluspunkt: Die 40-Stunden-Woche ist gesetzt, Überstunden lassen sich meist unkompliziert kompensieren und auch bei der Ferienplanung gab es nie Steine im Weg. Auch Home Office ist problemlos möglich. Doch dieses Bild bröckelt massiv: Die Entwicklung der letzten zwei Jahre ist höchst kritisch zu bewerten. Infolge des drastischen Stellenabbaus am Standort Winterthur wird die Arbeitslast auf immer weniger Schultern verteilt. Die Belastungsgrenze ist für viele bereits überschritten – das einstige Aushängeschild der Firma wird gerade opfert.

Vorgesetztenverhalten

Beim Vorgesetztenverhalten gleicht die Situation mittlerweile einem Glücksspiel. Während ich in der Vergangenheit das Privileg hatte, unter einer exzellenten Führungskraft zu arbeiten, hat sich das Blatt gewendet: Unrealistische Zielvorgaben ohne klare Priorisierung sind zum Standard geworden. Besonders enttäuschend ist die mangelnde Rückgrat-Mentalität: Entscheidungen des Top-Managements werden ohne kritisches Hinterfragen eins zu eins nach unten durchgereicht – und das konsequent auf dem Buckel der Mitarbeiter. Eine schützende Hand vor dem Team oder ein gesundes Korrektiv nach oben sucht man vergeblich.

Interessante Aufgaben

Früher war Rieter ein Innovationsmotor, doch diese Zeiten sind vorbei. Infolge der massiven Auslagerung nach Asien werden die wirklich spannenden Projekte und Neuentwicklungen primär dort vorangetrieben. Der Standort Winterthur wird zusehends zum reinen ‚Problem-Löser‘ degradiert: Man darf sich hier fast nur noch um die Altlasten, die Fehlerbehebung und das Daily Business kümmern. Strategische Gestaltungsmöglichkeiten? Fehlanzeige. Man verwaltet hier nur noch den Status Quo, während die Zukunft woanders gebaut wird.

Umgang mit älteren Kollegen

Die Wertschätzung für langjährige Erfahrung scheint bei Rieter ein Auslaufmodell zu sein. In den letzten Jahren wurden vermehrt ältere und fachlich hochversierte Kollegen gekündigt. Es ist offensichtlich, dass hier kurzfristige Kosteneinsparungen, insbesondere bei Gehalt und Sozialversicherungsbeiträgen (PK), über den Erhalt von wertvollem Know-how gestellt werden. Wer die 50 überschritten hat, muss sich am Standort Winterthur ernsthaft Sorgen um seinen Arbeitsplatz machen; messbare Performance spielt bei diesen strategischen Entscheidungen scheinbar nur noch eine untergeordnete Rolle.

Arbeitsbedingungen

Der Campus ist modern, wirkt aber eher neutral und „von der Stange“. Dass beim Bau das Geld knapp wurde und später teuer nachgerüstet werden musste, ist ersichtlich. Die IT ist durch zu viele, teils veraltete Software-Insellösungen eher eine Effizienzbremse

Gehalt/Benefits

Ein zweigeteiltes Bild: Die Pensionskasse ist (noch) hervorragend und ein echtes Plus. Bei den Gehältern sieht es jedoch anders aus: Während auf den Führungsetagen sehr großzügige Löhne gezahlt werden, bewegen sich die Saläre an der Basis eher im unteren Durchschnitt. Es drängt sich das Gefühl auf, dass die hohen Kaderlöhne durch Einsparungen beim ‚einfachen‘ Personal querfinanziert werden. Die Gehaltsschere klafft hier unangemessen weit auseinander.

Image

Vom stolzen Branchenprimus zum Sanierungsfall für das Betriebsklima. Rieter war einmal ein hervorragender Arbeitgeber mit Strahlkraft, doch dieses Image ist intern längst in sich zusammengebrochen. Während man nach außen vielleicht noch Tradition verkauft, herrscht innen nur noch Frust und Resignation. Das Vertrauen in die langfristige Strategie am Standort ist vollständig erodiert – für viele ist der einzige Lichtblick mittlerweile der eigene Absprung.

Karriere/Weiterbildung

Früher wurden interne und externe Weiterbildungen grosszügig unterstützt. Heute ist das Budget gestrichen. Wenn überhaupt, gibt es nur noch kostenneutrale interne Kurse; externe Expertise gilt als zu teuer. Karriere macht hier nicht mehr die fachliche Exzellenz, sondern wer das beste Selbstmarketing betreibt. Besonders frustrierend: Statt internes Know-how zu fördern, setzt man lieber auf teure externe Neuzugänge (oftmals ehemalige Liftbauer), während die eigene Belegschaft stagniert.


Gleichberechtigung

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Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.