Ich möchte glauben, dass ich Pech mit meiner Führungskraft hatte. Gemäss Unia ist dieser Führungsstil kein Einzelfall.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Das Unternehmen genießt nach außen einen guten Ruf und wächst stark.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Meine persönliche Erfahrung war jedoch eine andere. Ich habe Machtmissbrauch, fehlende Fehlerkultur und einen Umgang erlebt, bei dem Mobbing- oder Diskriminierungsvorwürfe aus meiner Sicht nicht unabhängig aufgearbeitet werden.
Verbesserungsvorschläge
Mehr Transparenz, faire Kommunikation, konsequente Einhaltung interner Prozesse, ein respektvoller Umgang mit Mitarbeitenden sowie eine unabhängige Bearbeitung von Mobbing- und Diskriminierungsvorwürfen würden das Unternehmen deutlich verbessern.
Arbeitsatmosphäre
Am Anfang wirkt die Arbeitsatmosphäre angenehm. Besonders die Kolleginnen und Kollegen waren für mich der größte Pluspunkt. Ohne sie hätte ich das Mobbing wahrscheinlich nicht so lange ausgehalten. Wenn man jedoch bei der Führungskraft in Ungnade fällt, kann sich das Arbeitsklima sehr schnell ins Gegenteil verändern.
Work-Life-Balance
Es wird erwartet, dass man ständig Höchstleistung bringt. Harte Arbeit wird glorifiziert und mit dem Top-Management verglichen. Gleichzeitig hatte ich den Eindruck, dass Unterschiede bei Gehalt und Arbeitsbedingungen – insbesondere zwischen Schweizer Mitarbeitenden und ausländischen Mitarbeitenden – kaum thematisiert werden
Gehalt/Benefits
Karrierechancen hängen nach meiner Wahrnehmung stark von persönlichen Beziehungen und dem Zugang zum höheren Management ab. Weiterbildung spielte in meinem Fall kaum eine Rolle. Es wurde erwartet, dass man bereits vollständig einsatzbereit ist. Wer Fehler macht, erhält nach meiner Erfahrung wenig Unterstützung – eine echte Fehlerkultur habe ich nicht erlebt.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Nach außen präsentiert sich das Unternehmen modern und verantwortungsbewusst. In meiner persönlichen Erfahrung hatte ich jedoch den Eindruck, dass in schwierigen Situationen eher nach einem Sündenbock gesucht wird, anstatt Verantwortung gemeinsam zu übernehmen.
Kollegenzusammenhalt
Ich hatte den Eindruck, dass manche Führungskräfte ihre Position ausnutzen. Machtmissbrauch und fehlende Bereitschaft zur Selbstreflexion habe ich persönlich als großes Problem erlebt. Gegen Entscheidungen der Vorgesetzten etwas zu erreichen, erschien mir praktisch unmöglich.
Umgang mit älteren Kollegen
Ältere Mitarbeitende werden aus meiner Sicht ebenfalls nicht immer fair behandelt. Im Zusammenhang mit meiner Situation wurde mir unter anderem gesagt, jüngere Mitarbeitende würden schneller arbeiten.
Vorgesetztenverhalten
Ich hatte den Eindruck, dass Beziehungen und persönliche Kontakte oft wichtiger sind als Leistung.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen an sich sind gut. Allerdings entsprach das Thema Homeoffice nicht meinen Erwartungen. Im Vorstellungsgespräch wurde mir Homeoffice zugesagt, tatsächlich war es praktisch nicht möglich.
Kommunikation
Die Kommunikation empfand ich als sehr einseitig. Am Ende hat die Führungskraft immer das letzte Wort. Kritische Themen werden überwiegend mündlich besprochen, sodass später kaum nachvollziehbar ist, was tatsächlich gesagt oder vereinbart wurde. In meinem Fall hatte ich den Eindruck, dass vorgesehene Prozesse nicht immer eingehalten wurden. Entscheidungen zu meinem Nachteil wurden getroffen, ohne dass die Personalkommission – obwohl dies vertraglich vorgesehen war – informiert wurde. Auch meine Kündigung empfand ich als intransparent und hinter meinem Rücken vorbereitet
Gleichberechtigung
Aus meiner Sicht werden Schweizer Mitarbeitende teilweise bevorzugt. Wer mit einem ungünstigen Arbeitsvertrag einsteigt, hat nach meiner Erfahrung kaum Chancen auf eine angemessene Gehaltsentwicklung.
Interessante Aufgaben
Interessante Projekte und sichtbare Aufgaben bleiben häufig bei denselben Personen, während andere überwiegend Routinearbeiten erledigen oder Fehler anderer korrigieren dürfen.

