Meine Zeit bei Stadler Rail war eine der schwierigsten beruflichen Erfahrungen meiner Laufbahn.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Meine Zeit bei Stadler Rail war eine der schwierigsten beruflichen Erfahrungen meiner Laufbahn.
Bereits im Bewerbungsprozess hatte ich den Eindruck, dass extrem hohe Belastbarkeit und ständige Verfügbarkeit erwartet werden. Nach dem Einstieg bestätigte sich dieses Bild sehr schnell. Die Einarbeitung war minimal, Unterstützung war kaum vorhanden, und neue Mitarbeitende werden aus meiner Sicht viel zu früh mit übermäßig hoher Verantwortung und Aufgabenlast konfrontiert.
Die Arbeitsatmosphäre empfand ich als angespannt, kontrollierend und von stark hierarchischen Strukturen geprägt. Offene Kommunikation oder konstruktive Kritik schienen wenig erwünscht zu sein. Stattdessen hatte ich oft das Gefühl, dass Leistung selbstverständlich erwartet, aber nur selten anerkannt wird.
Auch das Thema Arbeitszeiten war problematisch: In meinen ersten Wochen kam es zu sehr langen Tagen, teilweise bis spät in die Nacht, ohne dass Überstunden transparent erfasst oder ausgeglichen wurden. Das wurde von verantwortlicher Seite nicht nur toleriert, sondern indirekt vorausgesetzt.
Zusätzlich hatte ich den Eindruck, dass nicht alle Mitarbeitenden gleichbehandelt werden. Menschen ohne Schweizer Hintergrund scheinen es schwerer zu haben, was sich sowohl im Umgang als auch in der Vergütung zeigte.
Insgesamt hatte ich das Gefühl, dass die Anforderungen stetig steigen, Wertschätzung aber ausbleibt. Entwicklungschancen oder klare Perspektiven waren für mich nicht erkennbar. Diese Kombination aus hoher Belastung, mangelnder Unterstützung und fehlender Anerkennung hat bei mir zu erheblichem Stress geführt und letztlich meine Entscheidung beeinflusst, das Unternehmen zu verlassen.

