Tief enttäuschende Erfahrung – besonders in der Schweiz unfair, intransparent und ohne ehrliche Führung
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Zusätzlich hatte ich immer häufiger das Gefühl, dass die gesamte Steuerung der Umstrukturierungen eher an ein schlecht organisiertes Zirkusstück erinnerte als an professionelle Führung. Entscheidungen wirkten für mich unkoordiniert, sprunghaft und vollkommen widersprüchlich – als würde jeder eine Rolle spielen, aber niemand wirklich den Überblick haben. Dieser Eindruck hat mein Vertrauen endgültig zerstört.
Verbesserungsvorschläge
Auch mein Gespräch mit HR war für mich ein weiterer Tiefpunkt: Als ich offen sagte, dass ich meine Erfahrungen öffentlich teilen möchte, wurde mir sinngemäß gesagt, man sehe sich im Leben zweimal. Für mich klang das so, als würde angedeutet, dass eine Rückkehr durch eine ehrliche Bewertung kaum möglich wäre. Das fühlte sich nicht wie Unterstützung an, sondern wie zusätzlicher Druck.
Beim Thema Kündigungsfrist wurde mir zunächst eine verkürzte Frist zugesagt, später jedoch an Bedingungen geknüpft. Dadurch ist mein Vertrauen endgültig zerbrochen. Ich habe mich nicht wertgeschätzt gefühlt, sondern hingehalten, ausgenutzt und im entscheidenden Moment allein gelassen.
Arbeitsatmosphäre
Ich war 2,5 Jahre in diesem Unternehmen. Nach einem guten Start folgten massive und chaotische Umstrukturierungen. Innerhalb weniger Monate hatte ich drei verschiedene Teamleiter. Unser Team wurde nach Deutschland gekoppelt und immer wieder wurde versichert, dass niemand gekündigt werde und alles nur positive Veränderungen seien.
Der Umgang mit Mitarbeitenden – besonders in der Schweiz – war für mich
unfair, intransparent und respektlos. Wer Wert auf Ehrlichkeit, Sicherheit und klare Kommunikation legt, sollte sich sehr gut überlegen, ob er hier arbeiten möchte. In meiner Erfahrung wurden Versprechen nicht eingehalten, wichtige Entscheidungen nicht offen kommuniziert und Mitarbeitende unter enormem Druck gehalten, bis ihre Aufgaben vollständig übergeben waren.
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Noch schmerzhafter war die deutliche Ungleichbehandlung zwischen den Ländern:
• In Deutschland durften einige Kolleginnen und Kollegen bleiben oder erhielten neue Angebote.
• Auch in Großbritannien konnten Mitarbeitende im Unternehmen bleiben.
• In der Schweiz hingegen wurden mehrere Personen – darunter ich – schlicht gekündigt.
Ich hatte durch diese Unterschiede den klaren Eindruck, dass die Schweiz bewusst benachteiligt wurde. Und gerade weil es in der Schweiz kaum Arbeitnehmerschutz gibt, habe ich die Situation als besonders hart und rücksichtslos empfunden. Niemand hat sich spürbar für die Schweizer Mitarbeitenden eingesetzt – auch nicht diejenigen, die uns damals eingestellt hatten. Das hat mich persönlich sehr enttäuscht.
Vorgesetztenverhalten
Gleichzeitig standen wir unter erheblichem Druck: Wir mussten weiterhin fehlerfrei funktionieren und konsequent laut der Führung arbeiten, während wir neue Kolleginnen und Kollegen einarbeiten mussten – obwohl wir längst wussten, dass wir durch diese Übergaben unsere eigenen Aufgaben verlieren würden. Das fühlte sich für mich unfair, respektlos und menschlich extrem belastend an.
Kommunikation
Meine persönliche Erfahrung war das genaue Gegenteil: Aufgaben wurden Schritt für Schritt verlagert, ständig wurden neue Pläne präsentiert und wieder verworfen, und am Ende mussten vor allem in der Schweiz Mitarbeitende gehen. Aus meiner Sicht war schon lange vorher klar, wer betroffen sein würde, aber trotzdem wurden wir ständig im Unklaren gelassen. Das war für mich ein massiver Vertrauensbruch.
Für mich wurde im Verlauf der Monate immer klarer, dass die Hauptprobleme direkt aus der Führungsebene kamen. Von Teamleitung bis Management hatte ich durchgehend den Eindruck, dass Entscheidungen schlecht vorbereitet, schlecht kommuniziert und oft beschönigt wurden. Viele Aussagen wirkten auf mich widersprüchlich oder nicht ehrlich. Je länger die Situation andauerte, desto stärker fühlte ich mich hingehalten statt informiert. Aus meiner Sicht war das Verhalten der Führung der zentrale Grund dafür, dass alles so chaotisch und belastend geworden ist.


