Führungsstil autoritär, hierarchisch, nicht auf Augenhöhe
Gut am Arbeitgeber finde ich
dass die Arbeit mit den geflüchteten Jugendlichen sehr sinnstiftend ist und Freude macht. Viele Kolleg:innen sind mit Herzblut dabei.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
autoritärer Führungsstil
Während von Mitarbeitenden strikte Regeleinhaltung und Gehorsam verlangt werden, hält sich die Leitung nicht an rechtliche oder ethische Standards.
Verbesserungsvorschläge
Führungsstil reformieren
– Weg von Kontrolle und Misstrauen, hin zu einer dialogorientierten, partizipativen und wertschätzenden Leitungskultur.
– Führungskräfte sollten sich als Ermöglichende und Vertrauenspersonen verstehen, nicht als Überwachende.
Vertrauens- und Fehlerkultur aufbauen
– Offenheit für Kritik fördern, statt sie zu sanktionieren.
– Bespitzelung durch sogenannte „Informant:innen“ beenden.
– Fehler und Rückmeldungen als Lernchancen begreifen.
Transparenz und Mitbestimmung stärken
– Entscheidungen nachvollziehbar machen
– Mitarbeitende in relevante Prozesse einbeziehen
Strukturierte Personalentwicklung etablieren
– Weiterbildungsangebote (z. B. zu Traumapädagogik, interkultureller Kompetenz, Deeskalation) verpflichtend und kostenlos zugänglich machen.
– Supervision und kollegiale Fallberatung regelmäßig ermöglichen.
Gesundheit und Fürsorge ernst nehmen
– Arbeitsbelastung realistisch einschätzen und fair verteilen.
– Burnout-Prävention und psychische Gesundheit aktiv fördern.
– Krankmeldungen nicht misstrauisch hinterfragen, sondern fürsorglich begleiten.
Werte der Integration auch intern leben
– Menschenwürde, Mitbestimmung, Gleichstellung und Transparenz nicht nur nach außen vertreten, sondern im Innern glaubwürdig vorleben.
– Die TISG sollte ein Ort sein, an dem nicht nur Jugendliche, sondern auch Mitarbeitende wachsen können.
Organisationsentwicklung mit externer Begleitung anstossen
– Ein partizipativer Veränderungsprozess kann helfen, Vertrauen wiederherzustellen und langfristig zukunftsfähige Strukturen zu schaffen.
Arbeitsatmosphäre
Innerhalb des Kollegiums herrscht oft ein solidarischer, unterstützender Umgang. Viele versuchen, unter schwierigen Bedingungen das Beste zu ermöglichen.
In Gesprächen mit der Leitung fehlt es häufig an Augenhöhe und Vertrauen.
Zusammenfassend:
Die Kolleg:innen geben der Arbeit Sinn und Halt – die Leitung nimmt vielen jedoch die Luft zum Atmen.
Image
Das öffentliche Image kann ich nicht beurteilen.
Intern: Mitarbeitende erleben einen großen Widerspruch zwischen Anspruch und Wirklichkeit.
Work-Life-Balance
Die Arbeit mit geflüchteten Jugendlichen ist sinnstiftend, aber auch emotional fordernd.
Karriere/Weiterbildung
Mitarbeitende bilden sich aus eigener Initiative und auf eigene Kosten weiter.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Nach außen vertritt die TISG soziale Werte, nach innen aber nicht:
Mitarbeitende fühlen sich kontrolliert, entwertet oder unter Druck gesetzt.
Es gibt weder ökologische Konzepte noch Anreize für klimafreundliches Verhalten.
Die Werte der Schweizer Verfassung (Mitbestimmung, Menschenwürde, Transparenz) werden nach außen vermittelt, aber intern oft missachtet.
Zusammenfassend:
Der soziale Auftrag gegenüber den Jugendlichen wird engagiert getragen – vor allem durch die Basis. Im Umgang mit Mitarbeitenden und in ökologischen Fragen fehlt es aber an Kohärenz und Glaubwürdigkeit.
Kollegenzusammenhalt
Gegenseitige Unterstützung mit hohem Engagement, Empathie und oft auch über die offiziellen Aufgaben hinaus, grosse Hilfsbereitschaft.
Gleichzeitig leidet der Zusammenhalt punktuell unter dem Kontrollstil der Führung.
Umgang mit älteren Kollegen
Der Umgang mit älteren Mitarbeitenden ist problematisch und wirkt oft entwertend. Mehrere erfahrene Kolleg:innen wurden in den letzten Jahren gekündigt oder verließen die TISG nach belastenden Konflikten, Burnout oder auf eigenen Wunsch.
Vorgesetztenverhalten
Das Vorgesetztenverhalten ist geprägt von Hierarchie, Kontrolle und mangelnder Vertrauensbasis. Mitarbeitende erleben wenig Einbindung in Entscheidungsprozesse und kaum Wertschätzung für ihr Engagement.
Arbeitsbedingungen
Die räumliche und materielle Ausstattung an der TISG ist funktional. Digitale Arbeitsmittel sind vorhanden.
Es gibt aber Probleme:
Hohe Arbeitsbelastung durch Personalengpässe
Keine verlässlichen Schutzstrukturen bei Konflikten oder Überlastung
Fehlende Supervision oder professionelle Begleitung
Krankheitsschutz und Burnout-Prävention sind de facto nicht vorhanden – im Gegenteil: Krankheiten werden teils misstrauisch betrachtet.
Fazit:
Die äußeren Bedingungen sind in Ordnung – die innerbetrieblichen Rahmenbedingungen hingegen mangelhaft. Ohne strukturelle Veränderungen droht weiterhin eine hohe Fluktuation. Wer hier arbeiten will, braucht starke Nerven, viel Idealismus – und sollte nicht auf Leitungsschutz zählen.
Kommunikation
Stark hierarchisch geprägt
Leitung sagte, sie „brauche Informant:innen“. Dieses Verständnis von Führung fördert kein vertrauensvolles Miteinander, sondern ein Klima der Angst und des Misstrauens. Mitarbeitende fühlen sich bespitzelt.
Gleichberechtigung
Nach außen vertritt die TISG den Anspruch, für Diversität, Integration und Chancengleichheit einzustehen.Intern: Gleichberechtigung im Sinne von fairer Teilhabe, gleichwertiger Anerkennung und diskriminierungsfreier Kommunikation wird nicht durchgehend gelebt. Personalfluktuation
Interessante Aufgaben
Die Tätigkeit bei der TISG bietet inhaltlich viele sinnstiftende und gesellschaftlich relevante Aufgaben.
Allerdings wird dieser Gestaltungsspielraum durch die kontrollierende Führungskultur häufig eingeschränkt.