Vorsicht bei der Vertragsunterzeichnung – nicht alles Gesagte findet sich wieder
What I like about the employer
Das Unternehmen bietet einen ständigen Durchlauf an neuen Mitarbeitenden. Wer flexibel ist und nur eine Übergangslösung sucht, kann hier kurzfristig Arbeitserfahrung sammeln und anschließend weiterziehen.
What I dislike about the employer
Die Tätigkeit führt langfristig zu einem Gefühl von verlorener Arbeitszeit. Statt beruflicher Entwicklung entsteht Stillstand.
Die dauerhafte Belastung wirkt sich spürbar auf Ruhe, Motivation und psychisches Wohlbefinden aus. Viele Mitarbeitende erleben Frustration, innere Erschöpfung und im Nachhinein das Gefühl, ausgenutzt worden zu sein.
Rückblickend bleibt bei vielen weniger beruflicher Fortschritt als vielmehr Reue über die investierte Zeit.
Suggestions for improvement
Statt nach kritischen, authentischen Bewertungen mit offensichtlich positiven Kommentaren gegenzusteuern, sollte der Fokus auf der tatsächlichen Verbesserung der internen Strukturen liegen.
Dazu gehören realistische Vertragsgestaltungen, transparente Kommunikation, planbare Arbeitszeiten, faire Entlohnung sowie eine klare Abgrenzung zwischen vereinbarten Aufgaben und zusätzlichen Tätigkeiten.
Nachhaltiger Erfolg entsteht nicht durch Imagepflege, sondern durch ernsthafte Auseinandersetzung mit den Gründen, warum Mitarbeitende das Unternehmen verlassen.
Working atmosphere
Die Arbeitsatmosphäre wirkt auf den ersten Blick neutral, entwickelt sich jedoch sehr schnell zu einer spürbar belastenden Umgebung. Nach ein bis zwei Monaten macht sich bei vielen Mitarbeitenden eine deutliche innere Müdigkeit bemerkbar, die häufig in Frustration und Gereiztheit umschlägt.
Das Arbeitsklima ist stark von einer militärisch geprägten Struktur bestimmt: wenig Raum für Eigeninitiative, hohe Kontrolle und kaum echtes Vertrauen. Diese Atmosphäre führt dazu, dass Motivation kontinuierlich verloren geht.
Unzufriedenheit ist kein Einzelfall, sondern ein wiederkehrendes Thema – insbesondere bei neuen Mitarbeitenden, die mit anderen Erwartungen starten.
Communication
Kommunikation findet überwiegend in eine Richtung statt. Entscheidungen werden meist von oben nach unten weitergegeben, ohne echten Austausch oder Raum für Rückfragen.
Feedback wird selten aktiv eingeholt und noch seltener ernsthaft berücksichtigt. Wichtige Informationen kommen oft spät oder nur teilweise an, was unnötige Unsicherheit und Frustration erzeugt.
Insgesamt wirkt Kommunikation eher wie ein Kontrollinstrument als ein Mittel zur Zusammenarbeit.
Collegiality
Einzelne Kolleginnen und Kollegen sind fachlich sowie menschlich in Ordnung. Der allgemeine Teamzusammenhalt leidet jedoch stark unter der insgesamt angespannten und belastenden Atmosphäre im Unternehmen.
Das Arbeitsumfeld ist so stark von Druck und Frustration geprägt, dass vielen schlicht die Energie fehlt, sich gegenseitig zu unterstützen. Zusammenarbeit entsteht eher punktuell als selbstverständlich.
Work-Life Balance
Eine klare Trennung zwischen Arbeitszeit und Freizeit ist praktisch nicht vorhanden. Mitarbeitende stehen faktisch sieben Tage die Woche zur Verfügung.
An einzelnen Tagen wird zwar weniger gearbeitet, diese Stunden müssen jedoch oft durch Einsätze am gesamten Wochenende – inklusive Samstag und Sonntag – ausgeglichen werden.
Arbeitszeiten sind schwer planbar und richten sich stark nach kurzfristigen Vorgaben: Arbeitsbeginn kann sehr früh erfolgen, das Arbeitsende sehr spät. Eine verlässliche Planung des Privatlebens ist unter diesen Umständen kaum möglich.
Leadership behavior
Der Umgang durch Vorgesetzte stellt den problematischsten Teil des Unternehmens dar. Die Führungsstruktur erinnert stark an ein streng hierarchisches, militärisch geprägtes System, in dem Anpassung wichtiger ist als Dialog.
Kritische Gedanken oder abweichende Meinungen werden kaum geduldet, weshalb viele Unzufriedenheit lediglich innerlich mit sich tragen. Unterstützung durch Führungskräfte ist begrenzt und situationsabhängig.
Besonders Mitarbeitende mit ausländischem Hintergrund haben den Eindruck, weniger Rückhalt und Verständnis zu erfahren. Wertschätzung wird eher erwartet als tatsächlich gelebt.
Interesting tasks
Die Stelle wird offiziell als IT-Techniker positioniert und entsprechend niedrig vergütet. In der Praxis umfasst der Aufgabenbereich jedoch regelmäßig Tätigkeiten, die weit über das eigentliche Berufsbild hinausgehen.
Neben IT-Arbeiten werden auch handwerkliche und bauliche Aufgaben erwartet, für die weder Ausbildung noch entsprechende Ressourcen vorhanden sind.
Der Grund dafür liegt in einer Geschäftsstrategie, bei der Aufträge angenommen werden, ohne dass ausreichend qualifiziertes Personal für diese Bereiche zur Verfügung steht. Mitarbeitende geraten dadurch unter starken Druck, auch fachfremde Tätigkeiten zu übernehmen.
Equality
Gleichbehandlung wird offiziell betont, in der Praxis jedoch unterschiedlich wahrgenommen. Bestimmte Vorteile und Unterstützungsangebote scheinen vor allem Mitarbeitenden mit lokalem Hintergrund zugutezukommen.
Gleichzeitig besteht ein hoher Anteil an Mitarbeitenden mit internationalem Hintergrund, die unter deutlich schwierigeren Rahmenbedingungen arbeiten. In einem ohnehin angespannten Arbeitsklima entsteht so der Eindruck einer unausgeglichenen Behandlung, die das Gefühl von Fairness weiter schwächt.
Working conditions
Das Unternehmen schließt laufend neue Verträge ab, ohne sicherzustellen, dass Mitarbeitende ausreichend geschult oder vorbereitet sind. Eine strukturierte Einarbeitung findet kaum statt.
In der Folge stehen Mitarbeitende häufig unvorbereitet beim Kunden, wissen nicht genau, was erwartet wird, und geraten dadurch regelmäßig in unangenehme Situationen.
Der Fokus liegt spürbar stärker auf der Anzahl abgeschlossener Aufträge als auf Qualität, Nachhaltigkeit oder der tatsächlichen Unterstützung der Mitarbeitenden.
Salary/Social benefits
Das Gehaltsniveau liegt insbesondere für Mitarbeitende mit ausländischem Hintergrund am unteren Rand des Marktes. Gehaltserhöhungen sind in der Praxis kaum vorgesehen oder realistisch.
Ein 13. Monatslohn existiert nicht. Stattdessen werden bei Vertragsabschluss Bonus- oder Gratifikationsmodelle in Aussicht gestellt, die entweder gar nicht oder nur in sehr begrenztem Umfang ausbezahlt werden.
Zwischen den Zusagen im Bewerbungsgespräch und der tatsächlichen Umsetzung klafft eine deutliche Lücke.
