Gut am Arbeitgeber finde ich
Positiv hervorzuheben sind die moderne technische Ausstattung, die Möglichkeit, verschiedene Abteilungen kennenzulernen, sowie die Einblicke in unterschiedliche Unternehmensbereiche. Viele Mitarbeitende waren hilfsbereit und unterstützend. Zudem wurden regelmässig Mitarbeiteranlässe organisiert und Lernende erhielten einen guten Überblick über die Abläufe eines international tätigen Unternehmens.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die Qualität der Ausbildung hing teilweise stark von der jeweiligen Abteilung und den zuständigen Mitarbeitenden ab. Nicht alle Lernenden wurden aus meiner Sicht gleich respektvoll behandelt. Einige Aufgaben waren sehr repetitiv und boten nur begrenzten Lernwert. Schulische Themen mussten teilweise ausserhalb der Arbeitszeit bearbeitet werden. Überstunden konnten nicht ausbezahlt werden und mussten über Freizeit oder Ferien kompensiert werden. Bei Mitarbeiteranlässen standen häufig Unternehmenskennzahlen und die Selbstdarstellung der Geschäftsleitung im Vordergrund, während kritische Themen aus meiner Sicht wenig Beachtung fanden. Zudem hatte ich den Eindruck, dass problematisches Verhalten einzelner Mitarbeitender nicht immer ausreichend thematisiert oder aufgearbeitet wurde.
Verbesserungsvorschläge
Lernende sollten im Betrieb mehr Zeit für schulische Aufgaben erhalten und nicht regelmässig auf ihre Freizeit ausweichen müssen. Zudem wünsche ich mir einen konsequenteren Umgang mit respektlosem oder unangemessenem Verhalten gegenüber Lernenden. Die Übernahmechancen nach der Ausbildung könnten transparenter kommuniziert werden. Ausserdem wäre es wünschenswert, wenn die vorhandenen internationalen Standorte auch Lernenden Möglichkeiten für Austausch- oder Aufenthaltsprogramme bieten würden.
Arbeitsatmosphäre
Es gibt mehrere Lernende im Betrieb. Ob man sich von den Kolleginnen und Kollegen ernst genommen fühlt, hängt jedoch stark von den einzelnen Personen und Abteilungen ab. Viele Mitarbeitende waren freundlich und unterstützend, bei einzelnen Personen hatte ich jedoch den Eindruck, dass Lernende nicht immer gleichwertig behandelt wurden.
Regelmässig fanden Mitarbeiteranlässe statt. Diese waren grundsätzlich gut organisiert, allerdings standen dabei häufig Geschäftszahlen, Unternehmenserfolge und Präsentationen der Geschäftsleitung im Vordergrund. Teilweise entstand bei mir der Eindruck, dass vor allem die positiven Leistungen des Unternehmens und der Führungsebene hervorgehoben wurden, während kritische Themen weniger Raum erhielten.
Karrierechancen
Ich kann die Übernahmechancen nicht als besonders gut einschätzen, da ich nach der Ausbildung nicht übernommen wurde. Ob dies die Regel oder eine Ausnahme ist, kann ich jedoch nicht beurteilen.
Arbeitszeiten
Als Lernende empfand ich die Work-Life-Balance nicht immer als ideal. Neben der Arbeit mussten auch schulische Anforderungen bewältigt werden, was zeitweise herausfordernd war. Zusätzliche Arbeitszeit konnte nicht ausbezahlt werden und wurde über Freizeit bzw. Ferien ausgeglichen, was ich insbesondere bei einem Lernendenlohn als wenig attraktiv empfand. Die Wochenenden waren grundsätzlich arbeitsfrei.
Ausbildungsvergütung
Die Löhne wurden pünktlich ausbezahlt und entsprachen grundsätzlich dem üblichen Niveau für Lernende. Als wenig fair empfand ich jedoch, dass Überstunden bzw. zusätzliche Zeit nicht ausbezahlt werden konnten, sondern durch den Bezug von Ferientagen kompensiert werden mussten. Gerade angesichts des ohnehin eher tiefen Lernendenlohns empfand ich dies als nachteilig.
Die Ausbilder
Die einzelnen Praxisausbildner grundsätzlich freundlich, die Lehrlingsverantwortliche Person dagegen wirkte oft verwirrt oder nicht gut genug ausgebildet. Zeigte in Situationen mit Erklärungsbedarf gelegentlich wenig Geduld gegenüber Lernenden.
Spaßfaktor
Theoretisch ja. Es kommt aber darauf an, in welcher Abteilung man eingesetzt ist. Von vier Abteilungen hatte ich nur in einer regelmässig kreativere und abwechslungsreichere Aufgaben. In den anderen Abteilungen waren es eher die üblichen administrativen Tätigkeiten. Trotzdem ging ich grundsätzlich gerne zur Arbeit.
Aufgaben/Tätigkeiten
Die technische Ausstattung ist modern. Einen Auslandsaufenthalt gibt es leider nicht, obwohl die Firma auch Standorte im Ausland hat. Mit dem Lernen war es manchmal etwas schwierig, da nicht immer genügend Zeit für schulische Aufgaben im Betrieb zur Verfügung stand und diese teilweise ausserhalb der Arbeitszeit erledigt werden mussten.
Variation
Teilweise. Als Lernende lernt man zwar zwangsläufig viele neue Themen kennen und durchläuft verschiedene Abteilungen. Die tatsächliche Abwechslung der Aufgaben hing jedoch stark von der jeweiligen Abteilung ab. In einigen Bereichen bestanden die Tätigkeiten grösstenteils aus wiederkehrenden Routineaufgaben, wodurch der Lern- und Abwechslungsfaktor teilweise eingeschränkt war.
Respekt
Die Mehrheit der Mitarbeitenden war freundlich und respektvoll. Allerdings gab es auch einzelne Personen, deren Verhalten gegenüber Lernenden aus meiner Sicht problematisch war. Teilweise wurden unangemessene oder respektlose Äusserungen gemacht, und ich hatte den Eindruck, dass entsprechende Vorfälle nicht immer die notwendigen Konsequenzen nach sich zogen. Dies wirkte sich negativ auf das Arbeitsklima für Lernende aus.