Grundidee gut, aber mit starken Schwächen in der Mitarbeiterführung
Gut am Arbeitgeber finde ich
- Vorbildliche Work-Life-Balance
- Sehr viele Freiheiten
- Viel Raum für neue Ideen
- Auf die Wünsche des Arbeitnehmers wird meist eingegangen
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
- High Performer werden nicht wirklich gefördert
- Fehlende Wertschätzung
- Führungskraft hört bei Problemen eher weg, statt vermittelnd zu wirken
- Schlechter Kollegenzusammenhalt, strikte Trennung von Privat/Beruf hat sich „eingebürgert“, Klima des gegenseitigen Misstrauens
- Nur durchschnittliches Gehalt
Verbesserungsvorschläge
- Mehr und geschulteres Führungspersonal
- Mitarbeiter zu mehr Eigeninitiative ermuntern
- Mitarbeiter gezielt fördern, welche sich über das Mindestmaß hinaus einbringen
- Mehr Maßnahmen zum Teamzusammenhalt
- Klare Maßnahmen, um bestehende Mitarbeiter zu halten
Arbeitsatmosphäre
Zur Arbeitsatmosphäre kann ich im allgemeinen wenig negatives sagen, allerdings führt mehr Arbeit nicht wirklich zu mehr Anerkennung.
Image
Habe ich jetzt nichts negatives gehört. Nur einige Geschäftsstellen könnten eine Renovierung dringend vertragen.
Work-Life-Balance
Ist sehr gut und wirklich am oberen Ende aller Unternehmen. Homeoffice ist ohne große Diskussion jederzeit möglich. Die Betriebsvereinbarung sichert 50% Homeoffice zu, mehr ist nach Absprache mit der Führungskraft möglich und wird in einigen Bereichen durchaus auch gelebt. Die Arbeitszeiten sind flexibel zwischen 6 und 20 Uhr und auch die Urlaubsplanung ist sehr entspannt, man kann spontan Urlaub oder einen Zeitausgleichstag nehmen, wenn man die Führungskraft 1 Tag vorher informiert. Das habe ich sehr geschätzt.
Karriere/Weiterbildung
Leider nur sehr begrenzt möglich und auch Gehaltssprünge sind eher selten drin, obwohl die Gehälter eher nur mittlerer Durchschnitt für Stuttgart sind. Wenn man dann einen der selten möglichen Aufstiege geschafft hat, bleibt man ewig auf seinen Entwicklungsabzügen sitzen, sodass man die ersten Jahre mehr Arbeit für das gleiche Gehalt übernehmen muss. Die Bosch BKK ist gerade für jüngere Arbeitnehmer eher eine Art „Durchlaufstation“ auf dem Weg zur weiteren beruflichen Entwicklung und weniger ein Arbeitgeber, wo man weite Teile seines Lebens verbringen will. Das sieht man auch gut an der teils hohen Fluktuation in einigen Bereichen. Es werden lieber Azubis zu geringeren Gehältern eingestellt bzw. übernommen, statt bestehende Mitarbeiter mit mehr Gehalt zu halten oder Erfahrene einzustellen.
Gehalt/Benefits
Für Stuttgart eher mittlerer Durchschnitt, die Vorteile liegen eher in der 35-Stunden-Woche. Zwar wird nach IG Metall Tarif bezahlt, aber die Eingruppierungen sind im Verhältnis zu den Aufgaben eher gering. Immerhin gibt es aber Sonderzahlungen und eine betriebliche Altersvorsorge.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Durch zunehmende Digitalisierung gegeben.
Kollegenzusammenhalt
Leider kaum vorhanden, was nicht nur daran liegt, dass das Unternehmen wenig für den Kollegenzusammenhalt tut. Bei Konflikten vermittelt die Führungskraft leider kaum sondern überlässt es dem Team, wie es damit umgeht. Die Handlung der Führungskraft beschränkt sich höchstens darauf, einen Schuldigen als „Auslöser“ der Unruhe zu suchen und diesen entsprechend zu sanktionieren.
Bei einigen Kollegen fehlt zudem leider jegliche Eigeninitiative und man handelt stur nur nach Auftrag, was mitunter auch anstrengend sein kann. Andere Kollegen wiederum meinen es besser zu wissen und „schleimen“ gerne bei der Führungskraft, ohne aber konkrete Resultate oder eine Evidenz für die Überlegenheit ihres Konzepts zu liefern.
Leider ist auch absolut kein Vertrauen vorhanden, Kollegen beschuldigen sich gegenseitig und Dinge, die man einem Kollegen eigentlich im Vertrauen erzählt hat, werden vollmundig weitererzählt, auch dem Chef. Offenbar nur um gut dazustehen.
Umgang mit älteren Kollegen
Gibt es keine Unterschiede, Kollegen jeglichen Alters werden absolut gleich behandelt.
Vorgesetztenverhalten
Leider sehr ausbaufähig. Die Führungskräfte sind oft sehr überfordert und wirken wenig vermittelnd. Wichtige Entscheidungen werden oft nicht getroffen, sondern wegdelegiert.
Man wird, wenn man sich stärker einbringt und viel Eigeninitiative zeigt, nicht wirklich mehr anerkannt als jemand, der ohne jegliche Eigeninitiative stur nur nach Auftrag handelt. Im Endeffekt „lohnt“ sich hier hohe Leistung nicht, was sich auch im Verhalten der meisten Kollegen zeigt. Wertschätzung wird insbesondere nicht wirklich gegenüber jenen gezeigt, welche durch ihr Handeln dem Unternehmen viel Geld gespart haben oder durch ihren starken Willen und Eigeninitiative versucht haben, trotz schlechter Planung der Führungskräfte die Projekte vor der Deadline fertigzustellen.
Und wie viel Fehler man sich erlauben darf, hängt stark davon ab, wie gut man sich mit den Führungskräften und ihren „Lieblingen“ stellt. Ist man einmal in „Ungnade“ gefallen, bleibt man das auch.
Arbeitsbedingungen
Je nach Standort mehr oder weniger gut. Es sind meist keine Klimaanlagen vorhanden (ein Einbau wurde aus Kostengründen abgelehnt), sodass man im Hochsommer in den oberen Stockwerken nassgeschwitzt arbeiten muss. Ansonsten bekommt man alle Arbeitsmittel die man braucht. Dabei wird weniger auf Prinzipien oder Prozesse geachtet, sondern immer so ausgestattet, dass sich die Mitarbeiter wohl fühlen.
Sehr enttäuschend ist, dass man weder Wasserspender noch Obstkorb anbietet, heutzutage eigentlich Standard. Auch den Kaffee muss man selbst mitbringen. Eine Einführung wird ständig mit Verweis auf Kosten abgelehnt. Warum können es die meisten anderen Betriebe dann?
Kommunikation
Im großen und ganzen sehr gut, man wird monatlich über die Geschäftsentwicklung informiert. Allerdings könnten einige Entscheidungen transparenter sein und die Mitarbeiter mehr involviert werden.
Gleichberechtigung
Kann mich nicht beschweren, man ist diesbezüglich in einigen Bereichen sogar zu penibel.
Interessante Aufgaben
Sehr vielfältige Aufgaben mit hoher Abwechslung, hier lernt man immer wieder was Neues.

