Chaotisch und unprofessionell
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die meisten Kollegen unterstützen sich gegenseitig.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Ich gespannt, wie lange diese Bewertung online bleiben wird, da der Arbeitgeber gerne negative Bewertungen löschen lässt.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre ist von Angst geprägt und das Verhalten des Geschäftsführers ist auf allen Ebenen unangemessen. Mehrmals habe ich erlebt, wie der Geschäftsführer Mitarbeiter*innen oder Dienstleister*innen vor versammelter Mannschaft angeschrien hat. Es wird auch gerne mit der Kündigung gedroht, sobald dem Geschäftsführer etwas nicht passt.
Image
Unter Zahnmedizinern ist der Geschäftsführer bereits berüchtigt und auch in der Region Tübingen hat die Firma einen gewissen Ruf.
Work-Life-Balance
Urlaub kann recht spontan genommen werden. Hybrides Arbeiten oder Home Office gibt es nur für einige der wenigen privilegierten Mitarbeiter*innen. Wer das Pech hat, im Vertrieb zu arbeiten, muss von 8-17 Uhr durchgängig und auch in den Pausen per Telefon erreichbar sein.
Karriere/Weiterbildung
Karriere- oder Weiterbildungsmöglichkeiten sind keine vorhanden. Man bekommt aber gerne weitere Aufgaben ungefragt übertragen. Durch das Verhalten des Geschäftsführers ist die Fluktuation im Unternehmen entsprechend hoch und die Aufgaben der Kollegen, die gekündigt haben oder vom Geschäftsführer gekündigt wurden werden auf die Übriggebliebenen verteilt - aber selbstverständlich ohne finanziellen Ausgleich oder die Möglichkeit, im Unternehmen eine höhere Position zu erreichen.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt ist in Ordnung, Benefits gibt es keine.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Man muss jede Frage und jedes Anliegen an den Geschäftsführer ausdrucken und in eine Mappe legen. Soziales Engagement ist ebenfalls nicht vorhanden.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt ist überwiegend gut. Man unterstützt sich, wo man kann. Allerdings will auch niemand die Wutausbrüche oder Launen des Geschäftsführers abbekommen, weswegen meiner Erfahrung nach auch häufiger versucht wird, sich aus der Schusslinie zu halten, anstatt sich zu unterstützen.
Einige wenige Kolleg*innen werden bevorzugt behandelt, sind aber auch nicht sicher davor, plötzlich angebrüllt zu werden. Bei den Mitarbeitern untereinander sorgt diese Bevorzugung allerdings dafür, dass kein echter Zusammenhalt entsteht. Einige dieser privilegierten Personen ahmen zudem das Verhalten des Geschäftsführers nach, spielen sich den Kolleg*innen gegenüber extrem auf und nehmen sich Dinge heraus, die bei den "normalen" Mitarbeitern sofort zu Ärger geführt hätten. Werden sie dann doch vom Geschäftsführer niedergemacht, dann empfindet man eher Schadenfreude, statt sich solidarisch zu verhalten.
Umgang mit älteren Kollegen
Die Arbeitserfahrung ältere Kolleg*innen wird nicht mehr wertgeschätzt als die der jüngeren. In den Augen des Geschäftsführers sind alle gleich unfähig.
Vorgesetztenverhalten
Dilettantisch, respektlos, unangemessen: Der Geschäftsführer überschreitet mit seinem Verhalten jegliche Grenzen. Wie bereits erwähnt werden Leute regelmäßig angeschrien. Bei anderen Gelegenheiten habe ich miterlebt, wie der Geschäftsführer bei einer Besprechung mit der Faust auf den Tisch schlug und mehrfach wie ein trotziges Kind "Das will ich nicht, das will ich nicht!" rief, um damit die Anmerkungen der Angestellten zu übertönen und abzuwürgen. Ich selbst wurde vom Geschäftsführer auch einfach mitten im Satz stehengelassen (zum Glück ohne Gebrüll, er lief nur weg und fing an, eine WhatsApp-Sprachnachricht zu verschicken), obwohl es noch weitere Punkte zu klären gab. Die Arbeit der Mitarbeiter wird in der Konsequenz selbstverständlich nicht wertgeschätzt. Arbeitsergebnisse werden an einem Tag noch als "große Klasse" bezeichnet, am nächsten Tag sind sie dann allerdings nicht mehr gut genug und alles muss nochmals neu begonnen werden. Daraus entsteht ein Blockadekreislauf, bei dem nichts zu Ende gebracht wird - was dann dem Mitarbeiter vorgeworfen wird, denn die Ursache kann ja keineswegs sein, dass der Geschäftsführer sich täglich selbst widerspricht.
Arbeitsbedingungen
Die Büros empfand ich als schlecht ausgestattet und die Technik als veraltet. Moderne Arbeitsprozesse und Abläufe gibt es nicht. Es wird keine Kollaborationssoftware genutzt, Kommunikation nach außen läuft ausschließlich per Mail oder Festnetz-Telefon. Bei jeder Besprechung mit einem Dienstleister ist man darauf angewiesen, dass dieser einen Videokonferenz-Termin einstellen kann. Arbeitsergebnisse oder zu besprechende Punkte müssen ausgedruckt und dem Geschäftsführer in einer Mappe vorgelegt werden, damit er sie handschriftlich kommentieren kann (siehe oben).
Aufgrund einer fehlenden bzw. mangelhaften Klimatisierung habe ich zudem die Räume im Sommer als unerträglich warm wahrgenommen, im Winter hingegen als viel zu kalt und schlecht beheizt.
Kommunikation
Die Kommunikation ist extrem schlecht. Einen Austausch auf Augenhöhe zwischen Geschäftsführer und Mitarbeitern gibt es nicht. Informationen werden nicht zielgerichtet weitergegeben. Es wird nicht direkt mit einem kommuniziert, sondern man muss sich die Informationen von Kollegen holen, die mal kurz persönlich mit Geschäftsführer sprechen konnten. Arbeitsanweisungen wandern daher Stille-Post-mäßig durch die Flure. Aber auch dann, wenn die Anweisungen vom Geschäftsführer direkt kommen, sind sie nicht unbedingt verständlich. Mehrfach erhielt ich unverständliche Speech-to-Text-Nachrichten oder handschriftlich hingekritzelte Anmerkungen. Die Bedeutung darf man dann selbst entschlüsseln, aber wehe, man interpretiert den Inhalt anders, als vom Geschäftsführer angedacht. Rückfragen sind kaum möglich, denn wie erwähnt muss man schon Glück haben, dass sich der Geschäftsführer dazu herablässt, Dinge persönlich mit einem zu besprechen. Und selbst dann: Wenn er sich dann am nächsten Tag einfach umentscheidet, will er von seinen vorherigen Anweisungen nichts mehr wissen und der unfähige Mitarbeiter ist schuld, denn er hat alles falsch verstanden.
Gleichberechtigung
Gleichberechtigung gibt es in dem Sinne, das alle Mitarbeiter gleich schlecht behandelt werden. Zudem war für mich eindeutig eine abwertende Grundhaltung gegenüber Frauen wahrnehmbar: Ich habe mehrfach miterlebt, dass Mitarbeiterinnen und Dienstleisterinnen hinter ihrem Rücken vom Geschäftsführer abfällig als "Tussis" bezeichnet wurden. Mitarbeiterinnen werden vom Geschäftsführer auch gerne mal umarmt oder es wird ihnen der Arm um die Schulter gelegt.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben könnten interessant sein, wenn der Geschäftsführer sich nicht in jede Kleinigkeit einmischen würde, obwohl er dann in der Folge nicht für Absprachen verfügbar ist und ständig Anweisungen gibt, die sich widersprechen. Es ist daher nicht möglich, ein Projekt sinnvoll durchzuführen. Als Folge macht jeder nur das absolut minimal notwendige und beschränkt sich auf die Aufgaben, bei denen es einige der wenigen vorhandenen Arbeitsabläufe und Routinen gibt.