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kununu Prüfprozess
Ihr Unternehmen?
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Ich hatte ein Bewerbungsgespräch in dieser Kanzlei, das ich im Nachhinein als sehr unangenehm und übergriffig empfunden habe.
Im Gespräch wurden unter anderem Fragen zu meinem Kopftuch gestellt, einschließlich der Frage, ob ich bereit wäre, es abzulegen, da es als „zu auffällig“ wahrgenommen werde und man vermeiden wolle, dass Mandanten dadurch einen negativen Eindruck gewinnen.
Zwar wurde gleichzeitig erwähnt, dass dies „kein direkter Ausschlussgrund“ sei. Dennoch habe ich diese Aussagen als problematisch empfunden, da überhaupt die Erwartung im Raum stand, ein religiöses Identitätsmerkmal anzupassen, um besser ins Bild der Kanzlei zu passen.
Außerdem wurde geäußert, dass es „verwunderlich“ sei, dass ich ein Kopftuch trage, obwohl ich hier geboren bin, gut Deutsch spreche sowie als „gebildet“ und „integriert“ wahrgenommen werde. Diese Aussagen habe ich als sehr problematisch empfunden, da sie für mich implizieren, dass Frauen mit Kopftuch grundsätzlich nicht als integriert oder gebildet angesehen werden.
Auch das Thema Ramadan wurde angesprochen. Meine religiöse Praxis wurde dabei aus meiner Sicht hinterfragt und teilweise abgewertet, unter anderem durch Aussagen zur angeblichen gesundheitlichen Problematik des Fastens. Zudem wurde mir sinngemäß vermittelt, dass ich im Falle einer nachlassenden Leistung während des Fastens dazu angehalten werden könnte, dieses zu unterbrechen.
Insgesamt habe ich das Gespräch als diskriminierend empfunden und ordne einzelne Aussagen für mich auch im Bereich von Alltagsrassismus ein.
Ich war in der Situation selbst überrascht, verunsichert und konnte darauf nicht direkt reagieren. Im Nachhinein habe ich mich jedoch bewusst entschieden, meine Bewerbung zurückzuziehen.
Ich halte es für wichtig, solche Erfahrungen zu teilen, damit ein sensiblerer und respektvollerer Umgang im Bewerbungsprozess stattfindet.