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Bewertung

Nach Arbeitsunfall in einer der schwersten Phasen meines Lebens weitgehend allein gelassen

1,2
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat bis 2025 im Bereich Produktion bei Digital Charging Solutions GmbH in Berlin gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Die fachliche Arbeit im Bereich E-Mobility und Charging war interessant, und ich habe mit einigen sehr kompetenten und engagierten Kolleginnen und Kollegen zusammengearbeitet. Umso enttäuschender war für mich, was ich später persönlich erlebt habe.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Am 31.01.2025 habe ich mich im Rahmen einer betrieblichen Veranstaltung schwer an der linken Schulter verletzt und einen Bruch erlitten. Trotz der Verletzung musste ich selbst mit dem Zug von München nach Berlin zurückfahren und mich anschließend eigenständig um meine medizinische Versorgung kümmern. Nach meiner Erfahrung erhielt ich in dieser akuten Situation keine aktive Unterstützung bei der Rückreise oder der unmittelbaren medizinischen Organisation.

In den darauffolgenden Wochen war ich weitgehend ans Bett gebunden. Mein Alltag bestand aus Schmerzen, Arztterminen und der Unsicherheit, wie schwer meine Verletzung tatsächlich war und ob ich meinen Arm jemals wieder normal benutzen können würde.

Im April 2025 fand meine erste MRT-Untersuchung statt, um das tatsächliche Ausmaß der Verletzung genauer beurteilen zu können. Noch am selben Tag, nachdem ich von dieser Untersuchung nach Hause gekommen war, erhielt ich die Mitteilung über die Beendigung meines Arbeitsverhältnisses.

Drei Tage später erhielt ich das MRT-Ergebnis. Erst dann erfuhr ich, wie schwer meine Verletzung tatsächlich war und welche langfristigen Folgen sie für mein Leben haben würde.

Diese wenigen Tage gehören für mich bis heute zu den schwierigsten meines Lebens: Zuerst der Arbeitsunfall, dann wochenlange Schmerzen und Bettlägerigkeit, am Tag der ersten entscheidenden MRT-Untersuchung der Verlust meines Arbeitsplatzes und nur drei Tage später die Erkenntnis, dass meine Verletzung langfristige Folgen haben würde.

Ich war zu diesem Zeitpunkt körperlich kaum belastbar und psychisch mit der Situation völlig überfordert. Eigentlich hätte ich meine gesamte Kraft für meine Genesung gebraucht. Stattdessen musste ich gleichzeitig mit meiner gesundheitlichen Zukunft, dem Verlust meines Arbeitsplatzes und finanzieller Unsicherheit umgehen.

Nach dem Ende des Arbeitsverhältnisses begann eine dreimonatige ganztägige Rehabilitation. Anschließend folgten über einen sehr langen Zeitraum intensive Behandlungen mit Manueller Therapie (MT) und Krankengymnastik (KG). Noch bis August 2026 war ich regelmäßig in physiotherapeutischer Behandlung.

Heute, fast zwei Jahre später, bestehen die gesundheitlichen Folgen weiterhin. Bei mir liegt ein dauerhafter Riss der Sehne des langen Bizepskopfes vor. Ich kann schwere Gegenstände nicht mehr wie früher tragen. Schmerzen gehören zu meinem Alltag und beeinträchtigen insbesondere abends teilweise sogar meinen Schlaf. Nach meinem derzeitigen medizinischen Stand ist nicht zu erwarten, dass mein Arm wieder den gesundheitlichen Zustand erreicht, den er vor diesem Unfall hatte.

Besonders schwer fällt mir zu akzeptieren, dass ich noch relativ jung bin und trotzdem wahrscheinlich für den Rest meines Lebens mit den Folgen eines Unfalls leben muss, der sich im Zusammenhang mit einer betrieblichen Veranstaltung ereignet hat.

Auch nach meinem Ausscheiden empfand ich den Umgang mit notwendigen administrativen Themen als sehr belastend. Unterlagen für die Agentur für Arbeit wurden nach meiner Erfahrung nicht rechtzeitig bearbeitet. Ich musste mehrfach nachfassen. Auch direkte Kontaktversuche auf Managementebene blieben zunächst ohne erkennbare Reaktion.

Nach meinem Kenntnisstand musste die Agentur für Arbeit DCS mehrfach schriftlich auffordern, die notwendigen Angaben zu übermitteln, und darauf hinweisen, dass bei weiterem Ausbleiben einer Reaktion ein Bußgeld drohen könne. Erst danach kam Bewegung in die Angelegenheit.

Was mich an dieser Erfahrung bis heute am meisten beschäftigt, ist deshalb nicht nur die Beendigung meines Arbeitsverhältnisses. Es ist das Gefühl, in einer der körperlich und psychisch schwersten Phasen meines Lebens weitgehend allein gelassen worden zu sein.

Ich habe fast zwei Jahre gebraucht, um überhaupt genug Abstand zu gewinnen, um darüber schreiben zu können.

Verbesserungsvorschläge

Ein Unternehmen sollte gerade dann Verantwortung und Menschlichkeit zeigen, wenn ein Mitarbeiter nach einem Arbeitsunfall plötzlich schwer verletzt und auf Unterstützung angewiesen ist. Ich hätte mir keine Sonderbehandlung gewünscht, sondern verlässliche Kommunikation, praktische Unterstützung nach dem Unfall und eine respektvolle Begleitung während der Behandlung.

Auch notwendige administrative Prozesse nach dem Ausscheiden sollten zuverlässig und rechtzeitig erledigt werden. Für mich zeigt sich Unternehmenskultur nicht in Employer-Branding-Kampagnen, sondern gerade in den schwierigsten Momenten eines Mitarbeiters.


Arbeitsatmosphäre

Image

Work-Life-Balance

Karriere/Weiterbildung

Gehalt/Benefits

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Kollegenzusammenhalt

Umgang mit älteren Kollegen

Vorgesetztenverhalten

Arbeitsbedingungen

Kommunikation

Gleichberechtigung

Interessante Aufgaben

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Arbeitgeber-Kommentar

Neha Chugh, Talent Acquisition Manager
Neha ChughTalent Acquisition Manager

Hi there,

Thank you for sharing your experience so openly and we are very sorry to read how difficult this time has been for you.

Reading this almost two years after the events, we find that our recollection of that time differs. Our understanding is that your team was with you in the aftermath of the accident, and we regret that this did not feel like enough support to you.

We would welcome the chance to talk this through with you directly, if you feel comfortable doing so. You can reach us at [pac@digitalchargingsolutions.com] at any time.

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Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.