2 Bewertungen von Bewerbern kununu Prüfprozess
kununu Prüfprozess
2 Bewerber haben diesen Arbeitgeber mit durchschnittlich 1,0 Punkten auf einer Skala von 1 bis 5 bewertet.
Ihr Unternehmen?
kununu Prüfprozess
2 Bewerber haben diesen Arbeitgeber mit durchschnittlich 1,0 Punkten auf einer Skala von 1 bis 5 bewertet.
Es geht um eine Geister-Stellenanzeige: Niederlassungsleiter Luftfracht (m/w/d) bei GATEWAY Cargo Systems GmbH in Kelsterbach.
Anzeige auf Jobbörsen gelöscht, in Suchmaschinen bleibt sie sichtbar.
Keine Reaktion auf E-Mail-Anfragen; Bewerberinnen und Bewerber wissen nicht, ob die Position existiert, besetzt ist oder zurückgezogen wurde.
Transparente Kommunikation fehlt; unübersichtliches Arbeitsumfeld, intransparenten Bewerbungsprozesse, verschwundene oder geisterhafte Anzeigen.
Kritiker sehen darin Entwicklungen am Arbeitsmarkt: mangelnde Verbindlichkeit, schwer nachvollziehbare Strukturen.
Es gibt Hinweise darauf, dass die Veröffentlichung und fortwährende Präsenz von Stellenanzeigen auf Online-Jobbörsen nicht immer den Anforderungen an Aktualität und Transparenz gerecht wird. Auf manchen Plattformen wird eine große Anzahl von Angeboten als „aktuell“ angezeigt, während bei der gezielten Suche nach bestimmten Berufsprofilen tatsächlich nur eine deutlich geringere Zahl verfügbarer Stellen gefunden werden kann.
Darüber hinaus bleiben manche Anzeigen über Monate hinweg unverändert online. In solchen Fällen ist fraglich, ob die ausgeschriebenen Positionen tatsächlich noch vakant sind oder ob weiterhin ein ernsthafter Besetzungswille besteht. Die fortgesetzte Veröffentlichung kann bei Arbeitssuchenden ein verzerrtes Bild der tatsächlichen Arbeitsmarktsituation erzeugen.
In Deutschland hat sich ein Umfeld entwickelt, das sogenannte Fake-Stellenanzeigen strukturell begünstigt. Millionen von Arbeitsangeboten werden online veröffentlicht, häufig ohne dass daraus ein reales Beschäftigungsverhältnis entsteht. Viele Anzeigen dienen nicht der unmittelbaren Stellenbesetzung oder konkreten Personalsuche, sondern werden dauerhaft oder mehrfach geschaltet. Teilweise sind die Positionen bereits vergeben, in anderen Fällen fehlt ein ernsthafter Einstellungswille.
Oft dienen die Anzeigen vorrangig der Marktbeobachtung oder der systematischen Erhebung von Bewerberdaten. Für Jobsuchende entsteht dadurch ein irreführender Eindruck von der tatsächlichen Arbeitsmarktlage, und die Transparenz des Arbeitsmarktes wird erheblich eingeschränkt. Statistische Erhebungen werten diese Anzeigen regelmäßig als offene Stellen, ohne zwischen realen und fiktiven Vakanzen zu unterscheiden. Dies führt zu Verzerrungen arbeitsmarktpolitischer Kennzahlen.
Bewerber investieren Zeit und Ressourcen in Verfahren, die rechtlich unverbindlich sind. Es besteht kein Anspruch auf Rückmeldung oder Vertragsschluss, dennoch entsteht faktisch eine Erwartungshaltung. Kommt es nicht zu einer Anstellung, wird die Verantwortung oft den Bewerbern zugeschrieben. Der strukturelle Missbrauch von Stellenanzeigen bleibt weitgehend folgenlos. Deutschland erscheint dadurch auf dem Papier als Arbeitsmarkt mit hoher Nachfrage, obwohl die entsprechenden Beschäftigungsmöglichkeiten in vielen Fällen gar nicht existieren.