Schwierige Kiste
Gut am Arbeitgeber finde ich
Das Potenzial. Man könnte mit ein paar Stellschrauben so viel erreichen, jedoch steht sich Glorious Art mit der eigenen Überheblichkeit im Weg.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Siehe obige Punkte. Aber der Knaller war meine mystische Kündigung.
Verbesserungsvorschläge
Hört euren Mitarbeitern zu: Wenn Terminblocker verwendet werden, hat das meist einen Sinn (und nichts mit Faulheit) zu tun!
Entlohnt gute Arbeit anständig! Besonders für die Festangestellten Voll- und Teilzeitmitarbeiter ist alles unter 16,00 EUR eigentlich Ausbeutung!
Arbeitsatmosphäre
Mal so, mal so. Die meisten Kollegen sind in Ordnung, auch wenn es manchmal zu Reibungen kommt. Auch zwischenmenschliche Vorfälle unter den Kollegen gab es öfter, die eigentlich privat bleiben sollten.
Je nach Kundenaufkommen kann es extrem stressig werden und es fühlt sich wie eine reine Abfertigung der Kunden an. Auch wurde man ständig dazu gedrängt die "Pakete" anzubieten oder Kunden aufzufordern, Bewertungen zu schreiben. Dies ist durchaus verständlich, jedoch braucht man die Mitarbeiter nicht jede Woche daran zu erinnern. Wir machen das schon, was die Kunden aber letztendlich entscheiden, liegt nicht mehr in unserer Hand.
Image
Puh, schwierig. Manche feiern es, manche hassen es. Wie bereits von anderen erwähnt, sind wir in der Branche nicht sehr beliebt. Das liegt auch einfach daran, dass man mit Amateurwissen auf Leute losgelassen wird.
Work-Life-Balance
Dienstpläne sind unberechenbar und manchmal nicht wie zur Einstellung vereinbart. Durch Entscheidungen des Managements, können die Arbeitszeiten auch nicht eingehalten werden.
Beispielsweise hatten wir die letzte halbe Stunde der Öffnungszeiten einen Terminblocker im Kalender, damit man die letzte Laufkundschaft noch bedienen kann, und bis 20:30 Uhr genug Zeit hat sachgemäß aufzuräumen, sowie den Kassenabschluss zu machen. Das wurde uns verboten. Das heißt, Kunden können bis 19:50 Uhr Termine machen, aber es ist besonders bei komplizierteren Piercings (oder anstrengenden Kunden) nicht garantiert in 10-15 Minuten fertig zu sein. Dementsprechend ist der Feierabend dann halt öfter zu spät und man bekommt eine Warnung zur Zeitrichtlinie von der Stempeluhr. Die vereinbarten Stunden im Dienstplan sind da halt eher ein Fantasiewert.
Karriere/Weiterbildung
Hier ist für mich ein ganz großer Punkt. Ich für meinen Teil, habe nur eine Arbeitssicherheitsunterweisung bekommen. Eine Piercingschulung gab es nicht richtig, da mich die zwei talentierten und erfahrenen Kollegen einarbeiten sollten.
Die anderen Neuzugänge (Teilzeitler) haben eine online Schulung bekommen. In meinen Augen reicht das nicht. Man greift in die Gesundheit eines anderen, fremden Menschen als Piercer ein. Das heißt --> Fachwissen und betreute Übung sind hier unabdingbar! Wir hatten eine Kollegin, die sich beim Piercen schwer tut und mehrfach patzt. Oft sind es grobe und fahrlässige Fehler, die durch eine richtige Betreuung beim Berufseinstieg vermieden werden können!
Gehalt/Benefits
Lächerlich, für das was geleistet wird. 13,90 EUR auf die Stunde für das, dass man stets auf der Matte stehen soll. Mit lächeln, freundlich sein, hilfsbereit sein, Verkaufstalent raushängen lassen, usw.
Eure Mitarbeiter leisten gute Arbeit, das sollte auch monetär wertgeschätzt werden, nicht nur mit tollen Texten...
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Sehr viel Müll mit wenig Sinn für Nachhaltigkeit. Teilweise auch durch die Hygienerichtlinie bestimmt und daher unvermeidbar. Es ist jetzt aber besser, da nun Einverständniserklärungen digital gehandhabt werden (wenn das System mal funktionieren würde).
Kollegenzusammenhalt
Geht. Man versucht sich zu helfen, wie es eben reinpasst. Es gab ein paar Reibungen, die leider immer noch zu Problemen führen.
Umgang mit älteren Kollegen
Neutral, da keine Erfahrungswerte.
Vorgesetztenverhalten
Wie man auch an den Reaktionen hier sehen kann, braucht man dazu nicht viel zu sagen. Probleme werden rein auf das persönliche Versagen einer Einzelperson geschoben, anstatt zu reflektieren. Ich finde das sehr schade!
Arbeitsbedingungen
Lautes Kaufhausstudio. Keine eigene Toilette. Pausenraum sehr klein und wenig Stauraum. Terminbuchungen durch Kunden und Laufkundschaft sind oft chaotisch und teilweise wird man überrannt. Oft steht man auch alleine im Store, was besonders anstrengend ist, wenn man neu dort arbeitet.
Kommunikation
Schrecklich. Meine Kündigung hier war das unprofessionellste, was ich in meiner Arbeitskarriere jemals erlebt habe. Zuerst hat man dem Storemanager Bescheid gegeben, dass etwas mit dem Datum nicht passen würde (was nicht stimmt). Das hatte ich dann nach mehreren Wochen über ein paar Ecken erst mitbekommen. Danach wurde mir bei einem Telefonat vorgeworfen, dass ich diese nicht per Post geschickt hatte (ebenfalls unwahr) und dass diese per Mail eingegangen sei (unwahr). Dann wurde auf einmal gesagt ich hätte sie im HR-Portal hochgeladen (huh?), und am Schluss wurde zurückgerudert und behauptet, sie hätten keine bekommen.
Ganz wilde und schräge Nummer. Ich soll jetzt nochmals eine einschicken und darf also nochmals Porto zahlen und nochmals zur Post rennen. Danke dafür.
Gleichberechtigung
Gehälter sind undurchsichtig und komisch gehandhabt. Eine Kollegin hätte die Vizeposition übernehmen sollen, jedoch nicht das gleiche Gehalt wie der männliche Kollege zuvor bekommen.
Interessante Aufgaben
Piercen ist an sich eine coole Aufgabe. Man kommt mit allerhand Leuten zu tun und wird auch anatomisch immer mal wieder überrascht. Sich mit den Kunden zu unterhalten bereitet meist Freude und es ist schön zu sehen, wie sehr sich manche über ihren neuen Schmuck freuen.