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Enttäuschender Bewerbungsprozess: hoher Aufwand, mangelnde Kommunikation

2,2
Bewerber/inHat sich 2026 in Berlin als Product Owner beworben und sich schließlich selbst anders entschieden.

Verbesserungsvorschläge

Enttäuschender Bewerbungsprozess: hoher Aufwand, mangelnde Kommunikation

Das erste Gespräch mit dem Recruiter war professionell und angenehm. Leider änderte sich dieser Eindruck bereits in der zweiten Runde.

Statt zunächst fachliche Gespräche zu führen, wurde mir direkt eine umfangreiche Case Study übergeben. Der angegebene Zeitaufwand von zwei bis drei Stunden war aus meiner Sicht angesichts der Anforderungen unrealistisch. Für eine fundierte Ausarbeitung auf Senior-Niveau sind deutlich mehr Stunden notwendig.

Besonders kritisch: Ich erhielt eine Bearbeitungsfrist von drei Tagen, ohne dass vorher abgestimmt wurde, ob ich in diesem Zeitraum überhaupt Kapazitäten habe. Meine beiden Kinder waren krank, weshalb ich um eine Verschiebung bat. Darauf erhielt ich zunächst keine Antwort. Da mich das Produkt und die Position interessierten, habe ich die Aufgabe trotzdem bearbeitet und dafür zwei Nächte lang auf Schlaf verzichtet.

Erst nach der Abgabe wurde sich bedankt und eingeräumt, dass meine E-Mail nicht rechtzeitig beantwortet worden war. Das ändert für mich nichts daran, dass eine rechtzeitige Kommunikation und ein respektvoller Umgang mit der Zeit von Bewerbern selbstverständlich sein sollten.

Hinzu kommt, dass die Case Study bereits vor den eigentlichen Fachgesprächen stattfindet. Bewerber investieren damit unter Umständen viele Stunden in eine anspruchsvolle Aufgabe, bevor überhaupt geklärt ist, ob die fachlichen Vorstellungen und die gegenseitige Eignung passen. Gerade bei erfahrenen Product Ownern und Product Managern halte ich diese Reihenfolge für fragwürdig.

Der enttäuschendste Punkt kam allerdings zum Schluss: Nach der Abgabe erhielt ich keine weitere Rückmeldung. Auch auf meine Nachfrage zum Stand des Bewerbungsprozesses reagierte das Unternehmen nicht. Eine Absage wäre völlig legitim gewesen. Einfach nicht mehr zu antworten, empfinde ich hingegen als unprofessionell und respektlos.

Mit über 15 Jahren Berufserfahrung habe ich die Case Study mit dem Anspruch bearbeitet, eine qualitativ hochwertige Lösung zu liefern. Umso enttäuschender ist es, wenn auf diese investierte Zeit und Arbeit keinerlei Rückmeldung folgt.

Fazit: Der Prozess begann professionell, hinterließ bei mir aber einen ausgesprochen negativen Eindruck. Kurzfristige Fristen ohne Abstimmung, eine umfangreiche Case Study vor den Fachgesprächen und fehlende Kommunikation nach der Abgabe sind klare Kritikpunkte. Das Vorgehen erweckt bei mir den Eindruck, dass der Aufwand der Bewerber nicht ausreichend wertgeschätzt wird. Zudem stellt sich die Frage, wie sichergestellt wird, dass solche umfangreichen Aufgaben ausschließlich der fairen Eignungsprüfung dienen.

Mein Rat an andere Bewerber: Klärt vorab den tatsächlichen Zeitaufwand und den weiteren Ablauf und überlegt euch gut, wie viel unbezahlte Zeit ihr investieren möchtet.


Erklärung der weiteren Schritte

Professionalität des Gesprächs

Zufriedenstellende Reaktion

Wertschätzende Behandlung

Vollständigkeit der Infos

Erwartbarkeit des Prozesses

Zufriedenstellende Antworten

Zeitgerechte Zu- oder Absage

Angenehme Atmosphäre

Schnelle Antwort

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