Unstimmiger Bewerbungsprozess – gute Ansätze, aber mangelhafte Umsetzung
1,6
Absage
Bewerber/inHat sich 2025 bei Kochtrans Patrick G. Koch GmbH in Neufahrn b.Freising als Speditionskaufmann beworben und eine Absage erhalten.
Verbesserungsvorschläge
Der Bewerbungsprozess begann leider schon mit einem unhöflichen Empfang: Es gab keinerlei Begrüßung oder Orientierungshilfe, sodass ich mir selbst den Weg durch die Verwaltung bis zum Gesprächsort im ersten Stock suchen musste. Das persönliche Gespräch selbst war offen und von einem angenehmen Austausch geprägt – zunächst ein positiver Eindruck.
Leider wurde im weiteren Verlauf die Absprache bezüglich der ursprünglich besprochenen Position nicht eingehalten. Stattdessen wurde mir später eine andere Stelle mit zahlreichen Einschränkungen und Unsicherheiten vorgeschlagen. Ab diesem Zeitpunkt musste ich dem weiteren Verlauf regelrecht hinterherlaufen und erhielt auf Rückfragen nur vage oder vertröstende Antworten.
Insgesamt fehlte es dem Prozess an Verbindlichkeit, Klarheit und professioneller Kommunikation – Qualitäten, die man sich als Bewerber auf Augenhöhe durchaus erwarten darf.
Bewerbungsfragen
Sowohl im beruflichen als auch im privaten Umfeld lege ich großen Wert auf einen respektvollen, offenen und ehrlichen Umgang. Diese Haltung prägt mein tägliches Handeln und ist für mich die Grundlage jeder erfolgreichen Zusammenarbeit. Ich nutze jede Gelegenheit, mich in dieser Haltung weiterzuentwickeln und mein Verhalten bewusst zu reflektieren – denn Wertschätzung und Integrität sind für mich keine Floskeln, sondern gelebte Werte.
Ich verfüge über langjährige Berufserfahrung, die ich in verschiedenen verantwortungsvollen Positionen erfolgreich einbringen konnte. Während des Bewerbungsprozesses hatte ich teilweise den Eindruck, dass meine Ansprechpartner deutlich jünger oder weniger erfahren waren. Das ist grundsätzlich kein Problem – jedoch entstand bei mir der Eindruck, dass mein beruflicher Hintergrund und meine Entscheidung für eine bewusste, intensive Auszeit nicht vollständig verstanden oder in den richtigen Kontext eingeordnet wurden.
Mir ist bewusst, dass Berufserfahrung allein nicht alles ist – ebenso wichtig sind Offenheit, Weiterentwicklung und gegenseitiges Verständnis. Genau diese Werte sind es auch, die mich bei einer neuen Herausforderung begleiten sollen.
Kochtrans hinterließ bei mir den Eindruck eines Unternehmens, das in vielen Bereichen den Anschluss an moderne Logistikstandards verpasst hat. Die Arbeitsweise im Lager, der Umgang mit Ware sowie die sichtbaren Abläufe spiegelten eher ein überholtes Bild der Spedition wider – zentrale Funktionen wie eine professionelle Disposition oder zeitgemäße Lagerlogistik wirkten nur marginal ausgeprägt. In einer Branche, in der Geschwindigkeit, Flexibilität und Struktur entscheidend sind, entsteht so ein wenig zeitgemäßes Bild.
Besorgniserregend empfand ich auch den internen Umgangston. Aussagen wie „Wer krank ist, fliegt!“ – im Rückblick auf die Corona-Zeit – lassen an einem wertschätzenden und respektvollen Umgang mit Mitarbeitenden zweifeln. Solche Äußerungen sind nicht nur demotivierend, sondern werfen Fragen zur Unternehmenskultur auf. Es überrascht wenig, wenn unter solchen Voraussetzungen auch operative Defizite sichtbar werden.
Vor dem Hintergrund, dass das Unternehmen im Jahr 2022 eine defizitäre Bilanz - mit einem Verlust der alle bis dahin erwirtschafteten Gewinne zu Nichte machte - auswies, sollte man bei Kochtrans dringend aufwachen und sich zukunftsfähig aufstellen – sowohl in struktureller als auch in menschlicher Hinsicht.