Vorsicht: Systematische Arbeitszeitverstöße und grenzwertige Tourenplanung im Gefahrguttransport
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die notwendigen ADR-Schulungen (Basiskurs und Aufbaukurs Tank) wurden ermöglicht und gefördert. Die Gehaltszahlung erfolgte pünktlich. Die Fahrzeuge sind in einem ordentlichen technischen Zustand.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Systematische Überschreitung der 10-Stunden-Arbeitszeitgrenze (oft 11 bis 12 Stunden). Aufbrausender und respektloser Umgangston durch die Disposition, sobald man auf geltende Gesetze hinweist. Fernverkehrs-Touren (~600 km) werden als Nahverkehr abgerechnet. Menschlich enttäuschend: Kündigung während der Krankheit direkt vor Weihnachten.
Verbesserungsvorschläge
Zwingende Einhaltung des Arbeitszeitgesetzes (§ 3 ArbZG). Führungskräfte und Disponenten müssen dringend zum Unterschied zwischen Schichtzeit und tatsächlicher Arbeitszeit geschult werden. Die Tourenplanung muss legal in maximal 10 Stunden schaffbar sein. Zudem sollte Fernverkehr auch als solcher vergütet und nicht als Nahverkehr deklariert werden.
Arbeitsatmosphäre
Die Atmosphäre ist geprägt von massivem Zeitdruck. Man hat das Gefühl, dass eine gesetzeskonforme Arbeitsweise nicht erwünscht ist, sobald sie die Tourenplanung stört. Der Stresspegel ist aufgrund der extrem langen Arbeitstage sehr hoch.
Kommunikation
Sachliche Hinweise auf das Arbeitszeitgesetz werden ignoriert oder als „Anzeigefehler“ abgetan. Die Kommunikation ist einseitig; die Meinung der Fahrer wird kaum gehört, wenn sie der Planung widerspricht.
Work-Life-Balance
Bei regelmäßig 11 bis 12 Stunden Arbeitszeit bleibt kein Privatleben mehr übrig. 50-Stunden-Wochen sind keine Seltenheit. Erholung ist bei dieser Taktung kaum möglich, was auf Dauer die Gesundheit belastet.
Vorgesetztenverhalten
Es fehlt an grundlegendem Wissen über das Arbeitszeitgesetz. Die Disposition reagiert oft aufbrausend, wenn man auf die 10-Stunden-Grenze hinweist. Menschlich sehr enttäuschend: Kündigung während der Krankheit direkt vor Weihnachten.
Interessante Aufgaben
Das Fahren von Gefahrgut ist an sich eine verantwortungsvolle Aufgabe. Leider wird der Fokus durch die ständigen Diskussionen um illegale Arbeitszeiten komplett von der eigentlichen Arbeit abgelenkt.
Gleichberechtigung
Hier gab es keine auffälligen negativen Erlebnisse; im Fahrerbereich herrscht eine typische Branchenmentalität.
Arbeitsbedingungen
Rechtlich sehr bedenklich. Werden 10 Stunden Arbeitszeit überschritten (Spitzenwerte bei mir bis zu 12,1 Stunden), wird das Risiko auf den Fahrer abgewälzt.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Der Umgang mit erkrankten Mitarbeitern (Kündigung im Krankenstand) zeigt ein mangelndes soziales Verantwortungsgefühl des Unternehmens
Gehalt/Benefits
Das Gehalt kommt pünktlich. Allerdings werden Touren mit Fernverkehrs-Charakter (bis zu 600 km) nur als Nahverkehr vergütet, was faktisch einer schlechteren Bezahlung der tatsächlichen Leistung entspricht.
Karriere/Weiterbildung
Positiv hervorzuheben ist, dass notwendige Qualifikationen wie der ADR-Schein (Basis und Tank) ermöglicht und finanziert wurden. Hier wird in die Ausbildung der Fahrer investiert.