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Bewertung

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Zwischen engagiertem Team und problematischer Führung

3,2
Nicht empfohlen
Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung bei My Way Soziale Dienste gGmbH in Berlin gearbeitet.

Verbesserungsvorschläge

Um die aktuelle Situation im Unternehmen zu verbessern, wäre es wichtig, die Transparenz und offene Kommunikation zu stärken. Die Führungsebene sollte regelmäßiger und ehrlicher über wichtige Entscheidungen informieren und einen respektvollen Umgang mit Kritik fördern, um das Vertrauen der Mitarbeitenden zurückzugewinnen. Zudem sollte die Bildung eines Betriebsrats nicht nur ermöglicht, sondern aktiv unterstützt werden, da eine offizielle Vertretung die Mitarbeiterzufriedenheit und das Betriebsklima deutlich verbessern würde.

Die bestehenden Strukturen und Hierarchien sollten kritisch hinterfragt werden, insbesondere die neu eingeführte Ebene der Betriebsstättenleitungen, die momentan eher als Kontrollinstrument denn als unterstützende Maßnahme wirkt. Verbesserungen bei den Arbeitsbedingungen sind ebenfalls notwendig – etwa durch Investitionen in ergonomische Arbeitsplätze, moderne Diensthandys und zeitgemäße, flexible Homeoffice-Regelungen, die allen Mitarbeitenden zugutekommen.

Darüber hinaus fehlt es an klaren Entwicklungsperspektiven: Ein Gehaltssystem mit Erfahrungsstufen und Möglichkeiten zur Weiterentwicklung würde langjährige Mitarbeitende wertschätzen und motivieren. Auch die Digitalisierung sollte weiter vorangetrieben werden, um Papierverbrauch zu reduzieren und Arbeitsprozesse effizienter zu gestalten, was gleichzeitig dem Umweltbewusstsein zugutekommt. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Einführung einer verantwortlichen Person für den Datenschutz, um Sicherheit und Vertrauen zu gewährleisten.

Nicht zuletzt wäre eine Verbesserung der Führungskultur wünschenswert. Führungskräfte sollten im professionellen Umgang mit Kritik geschult werden und ein Arbeitsumfeld schaffen, in dem sich Mitarbeitende sicher fühlen, ihre Meinung offen zu äußern. All diese Maßnahmen könnten dazu beitragen, die Atmosphäre und das Miteinander im Unternehmen nachhaltig zu verbessern.

Arbeitsatmosphäre

Im direkten Team ist die Stimmung sehr positiv – der Zusammenhalt unter Kolleg:innen ist groß, man begegnet sich auf Augenhöhe und unterstützt sich im Alltag. Leider ist die Atmosphäre auf Trägerebene momentan deutlich belastet. Die Verhinderung eines Betriebsrats hat für viel Verunsicherung gesorgt, und ein offener Austausch zu dem Thema ist kaum möglich. Viele halten sich mit ihrer Meinung zurück, aus Sorge vor negativen Konsequenzen. Die Tatsache, dass dieses Thema mittlerweile sogar in einem Artikel der TAZ aufgegriffen wurde, zeigt, wie ernst die Situation ist. Insgesamt fehlt es derzeit an einer offenen und vertrauensvollen Gesprächskultur auf Führungsebene.
Schade, denn das Potenzial für ein wirklich gutes Miteinander wäre definitiv da.

Image

Wer sich den Internetauftritt anschaut und sieht, dass der Träger mehrere Standorte in der Stadt verteilt hat, könnte denken, hier handelt es sich um einen innovativen und erfolgreichen Arbeitgeber in Berlin. Leider entspricht das Bild nicht der Realität für Mitarbeitende. Die Arbeit ist geprägt von starkem Wirtschaftlichkeitsdruck, Angst und Unsicherheit. Die Verhinderung eines Betriebsrats, die Unglaubwürdigkeit der Führungsebene und die Stimmungsmache sowohl vonseiten der Belegschaft als auch der Führung führen zu einer deutlichen Spaltung im Unternehmen. Die Geschäftsführung bleibt für viele Mitarbeitende unsichtbar, und es ist unklar, warum so wichtige Entscheidungen ohne transparente Kommunikation getroffen werden. Insgesamt wirkt das Image nach außen deutlich besser, als es intern tatsächlich gelebt wird.

Work-Life-Balance

Die Work-Life-Balance ist insgesamt sehr gut. Urlaubsanträge werden zuverlässig genehmigt, und auch Überstunden können flexibel abgebaut werden. Wenn private Termine anstehen, wird in der Regel gut geplant, sodass man diese wahrnehmen kann. Das gibt einem das Gefühl, dass das Privatleben respektiert und ernst genommen wird – was definitiv nicht selbstverständlich ist.

Gehalt/Benefits

Für mich als Mitarbeiter:in ohne Studienabschluss ist das Gehalt sehr gut. Ich verdiene genauso viel wie Kolleg:innen mit abgeschlossenem Studium, was ich als fair empfinde. Allerdings fehlt mir das Entwicklungspotenzial in der Vergütung. Es gibt keine Erfahrungsstufen, sodass sich mein Gehalt trotz mehrjähriger Berufserfahrung nicht vom Einstiegsgehalt unterscheidet. Das ist etwas enttäuschend, da weder Leistung noch Erfahrung dadurch angemessen honoriert werden.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Das Umweltbewusstsein im Unternehmen ist ganz okay. Mülltrennung wird praktiziert, und die Arbeitsgeräte, die man bekommt, sind meistens gebraucht – was zeigt, dass Ressourcen geschont werden. Wenn noch mehr digital statt analog gearbeitet würde, könnte man viel Papier sparen, was wirklich toll wäre. Insgesamt ist da noch Luft nach oben, aber erste Schritte sind erkennbar.

Kollegenzusammenhalt

Der Zusammenhalt im Team ist wirklich stark. Man unterstützt sich gegenseitig, hilft einander im Alltag und behält auch in stressigen Situationen den Fokus auf das Wesentliche – nämlich die Arbeit mit den Klient:innen. Es herrscht ein echtes Wir-Gefühl, das den Arbeitsalltag spürbar erleichtert und motivierend wirkt

Vorgesetztenverhalten

Das Verhalten der Führungsebene ist leider einer der größten Schwachpunkte. Vertrauen in die Vorgesetzten besteht kaum – offener Austausch oder konstruktive Kritik scheinen nicht erwünscht zu sein. Stattdessen wurde mit der Einführung einer zusätzlichen Hierarchieebene (Betriebsstättenleitungen) eine Struktur geschaffen, die den Eindruck erweckt, dass sie in erster Linie dem Zweck dient, einen Betriebsrat zu verhindern. Intransparente Entscheidungen, unprofessionelle Kommunikation und öffentlich Mails über Kolleg:innen verstärken dieses Bild.
Insgesamt fehlt es deutlich an glaubwürdiger Führung, Offenheit und Fairness – das ist sehr schade.

Arbeitsbedingungen

Diensthandy, Laptop und ein fester Arbeitsplatz sind vorhanden, und trotz der vielen Aufgaben bleibt im Alltag immer mal Zeit für einen kurzen Kaffee und Austausch. Die Einarbeitung verlief eher nebenbei und könnte strukturierter sein. Höhenverstellbare Schreibtische gibt es leider nicht, was auf Dauer unangenehm sein kann. Die Homeoffice-Regelungen sind etwas veraltet und gelten nicht für alle gleichermaßen – während Mitarbeitende nur wenig Flexibilität haben, nimmt sich die Einrichtungsleitung offenbar mehr Homeoffice-Zeiten. Die Diensthandys sind technisch nicht optimal. Zudem gibt es im Träger aktuell keinen Datenschutzbeauftragten – ebenso wenig wie einen Betriebsrat.
Hier besteht definitiv noch Entwicklungspotenzial.

Kommunikation

Die Kommunikation im Team läuft zuverlässig und respektvoll – hier kann man sich austauschen und aufeinander verlassen. Ganz anders sieht es auf Leitungsebene aus. Kritik oder eigene Meinungen gegenüber der Einrichtungs- oder Bereichsleitung zu äußern, fühlt sich riskant an, weil der Umgang mit Rückmeldungen oft wenig professionell wirkt. Es entsteht schnell der Eindruck, dass kritische Stimmen nicht erwünscht sind. Besonders problematisch ist, dass E-Mails an die gesamte Belegschaft verschickt werden, in denen das Fehlverhalten einzelner Kolleg:innen thematisiert wird. Solche öffentlichen Bloßstellungen durch die Führungsebene wirken einschüchternd und schaffen ein Klima der Angst.

Interessante Aufgaben

Es gibt wirklich viele spannende und sinnstiftende Aufgaben – vor allem in der direkten Arbeit mit den Klient:innen. Die Vielfalt an Herausforderungen, die fachliche Tiefe und das aktive Mitwirken in Arbeitsgruppen machen den Arbeitsalltag abwechslungsreich und lebendig. Besonders bereichernd ist auch der kollegiale Austausch im Team – er bringt nicht nur neue Perspektiven, sondern macht einfach richtig Spaß.


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Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.