Starkes Team trotz schwieriger Rahmenbedingungen
Arbeitsatmosphäre
Die Atmosphäre im Team war trotz der schwierigen Gesamtsituation meistens gut und kollegial. Die wiederholt verspäteten Gehaltszahlungen haben mich über einen längeren Zeitraum erheblich belastet. Teilweise musste ich mehrere Wochen oder sogar Monate auf mein Gehalt warten. Dadurch entstand bei mir zunehmend finanzielle Unsicherheit, da ich nie genau wusste, wann ich mit meinem Geld rechnen konnte. Diese Situation hat sich auch auf mein Wohlbefinden im Arbeitsalltag ausgewirkt. Man machte oft „das Beste draus“, aber die Unsicherheit hängte ständig mit.
Kommunikation
Die Kommunikation war aus meiner Sicht häufig reaktiv statt vorausschauend. Wichtige Informationen kamen teilweise spät oder über Umwege, und Prioritäten änderten sich kurzfristig. Bei kritischen Themen wie den Gehaltszahlungen musste man häufig selbst nachfragen.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt war sehr stark. Viele hielten zusammen und unterstützten sich gegenseitig, gerade weil die Situation schwierig war. Ohne das Team wäre die Arbeit deutlich schwerer zu ertragen gewesen.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance schwankte. Durch fehlende Kolleg:innen und Druck gab es Phasen mit hoher Belastung und Überstunden. Planbarkeit leidete, weil kurzfristige Themen und Engpässe regelmäßig reinkamen.
Vorgesetztenverhalten
Das Verhalten der drei Geschäftsführer empfand ich angesichts der Situation insgesamt als nicht angemessen. Zu Beginn fanden noch Gespräche über die verspäteten Gehaltszahlungen statt. Gegen Ende wurde das Thema aus meiner Sicht deutlich seltener und meist erst nach wiederholtem Nachfragen angesprochen.
Nach meiner Wahrnehmung wurde die Gehaltssituation gegenüber neuen Mitarbeitenden nicht mit derselben Offenheit thematisiert wie gegenüber länger beschäftigten Kolleg:innen. Das führte zu zusätzlichem Frust und beeinträchtigte Vertrauen, Verlässlichkeit sowie das Gefühl einer fairen Behandlung.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben konnten durchaus interessant sein, insbesondere wenn man Verantwortung übernahm und Themen eigenständig vorantrieb. Gleichzeitig waren viele Bereiche durch Personalmangel und einen ständigen reaktiven Arbeitsmodus geprägt, sodass echte Weiterentwicklung und sorgfältiges Arbeiten häufig zu kurz kamen.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen waren insgesamt in Ordnung, wurden jedoch stark durch Personalmangel und die finanzielle Unsicherheit überschattet. Die wiederkehrenden verspäteten Gehaltszahlungen waren ein erheblicher Stressfaktor und beeinträchtigten Motivation sowie Vertrauen.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Ein klarer Umweltgedanke war für mich kaum erkennbar. Darüber hinaus hatte ich nicht den Eindruck, dass Nachhaltigkeit oder soziale Verantwortung bei Entscheidungen eine besondere Rolle spielten.
Gehalt/Benefits
Das größte Problem waren die über rund drei Jahre wiederkehrenden verspäteten Gehaltszahlungen. Nach meiner Erfahrung blieben zeitweise mehrere Monatsgehälter offen; in einzelnen Fällen waren es bis zu drei. Vollständig ausgefallen ist ein Gehalt zwar nicht, die wiederholten Verzögerungen sorgten aber für erhebliche persönliche finanzielle Unsicherheit (wegen ausstehenden Gehältern).
Image
Nach außen wirkte das Unternehmen auf mich deutlich stabiler, als es sich intern darstellte. Schwierigkeiten in der Projektabteilung und Entscheidungen der Führung in den letzten Jahren erschwerten aus meiner Sicht die Gewinnung neuer Projekte. Intern nahm das Vertrauen zunehmend ab, was sich langfristig auch negativ auf das Image auswirken kann.
Karriere/Weiterbildung
Karriere und Weiterbildung hingen stark von Eigeninitiative ab. Strukturierte Entwicklungspfade oder klare Perspektiven waren kaum erkennbar. Durch den ständigen Druck im Tagesgeschäft blieb Weiterbildung häufig auf der Strecke.