Dieser Job hat mir gezeigt, wie gut viele meiner früheren Chefs tatsächlich waren.
Verbesserungsvorschläge
Mein größter Verbesserungsvorschlag wäre, sich ernsthaft mit der Führungskultur auseinanderzusetzen.
Da es für uns Mitarbeitende im Alltag im Wesentlichen nur eine zentrale Ansprechpartnerin gab, hatte deren Art der Kommunikation und Führung einen enormen Einfluss auf die gesamte Arbeitserfahrung. Viele der Probleme, die ich in dieser Bewertung beschrieben habe, führen für mich letztlich auf diesen Punkt zurück.
Was ich besonders schade finde: Ich glaube bis heute, dass in diesem Unternehmen unglaublich viel Potenzial steckt. Die Aufgaben machen Spaß, die Kundinnen und Kunden sind großartig und die grundsätzliche Idee hinter dem Unternehmen hat mich immer überzeugt.
Gerade deshalb bin ich traurig, dass meine Zeit dort so geendet hat. Aus meiner Sicht hätten viele Konflikte und Missverständnisse durch mehr Offenheit, mehr Dialog und die Bereitschaft, unterschiedliche Perspektiven anzuhören, gelöst werden können. Denn grundsätzlich halte ich das Unternehmen nicht für einen schlechten Arbeitsplatz: ich halte ihn für einen Arbeitsplatz mit viel ungenutztem Potenzial.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre habe ich persönlich als sehr belastend erlebt. Während meiner gesamten beruflichen Laufbahn war dies die erste Job, bei dem ich aufgrund der Zusammenarbeit mit meiner direkten Vorgesetzten mehrfach (!) am Arbeitsplatz geweint habe.
Die Zusammenarbeit mit der COO empfand ich als wirklich sehr schwierig. Auch mit einigen Monaten Abstand beschäftigt mich diese Erfahrung noch immer, weshalb ich mich dazu entschieden habe, diese Bewertung zu verfassen.
Rückblickend hat mir diese Zeit vor allem gezeigt, wie wertschätzend und professionell viele meiner früheren Arbeitgeber tatsächlich waren. Die Erfahrungen in diesem Unternehmen haben sich davon für mich deutlich negativ unterschieden.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance habe ich während meiner Beschäftigungszeit als schwierig erlebt. In meinem Arbeitsalltag kam es wiederholt zu Situationen, in denen über die regulär geplante Arbeitszeit hinaus gearbeitet wurde oder kurzfristiges Einspringen erwartet wurde. Wenn ich kurzfristig nicht einspringen konnte, hatte ich mehrfach den Eindruck, meine privaten Verpflichtungen erklären oder meine Absage besonders rechtfertigen zu müssen. Bei mir entstand dadurch das Gefühl, dass eine hohe zeitliche Flexibilität und kurzfristige Verfügbarkeit vorausgesetzt wurden.
Auch die Pausensituation empfand ich über längere Zeit als belastend. Während eines großen Teils meiner Beschäftigungszeit war die Filiale durchgehend geöffnet. Nach meiner persönlichen Erfahrung führte das dazu, dass Pausen im Arbeitsalltag nicht immer ungestört genommen werden konnten. Ich habe häufig während der Arbeitszeit gegessen und das Essen unterbrochen, sobald Kundschaft die Filiale betrat, um diese zu bedienen. Anschließend habe ich meine Pause beziehungsweise mein Essen fortgesetzt.
Diese Schilderung bezieht sich ausschließlich auf meine persönlichen Erfahrungen und Wahrnehmungen während meiner Beschäftigungszeit.
Kollegenzusammenhalt
Der war wirklich super!
Vorgesetztenverhalten
Besonders in Erinnerung geblieben ist mir eine Situation, in der mir telefonisch vorgeworfen wurde, dass bei einer Einzahlung 50 Euro fehlen würden. Das Gespräch empfand ich als äußerst unangenehm und belastend.
Einige Stunden später stellte sich heraus, dass die 50 Euro laut Beleg als Falschgeld erkannt worden waren und deshalb nicht eingezahlt werden konnten. Der ursprüngliche Vorwurf war somit unbegründet. Eine persönliche Entschuldigung habe ich damals nicht erhalten, stattdessen wurde die Angelegenheit kurz per WhatsApp geklärt.
nsbesondere die Verantwortung rund um Bargeld und Einzahlungen hat bei mir über lange Zeit erheblichen Druck erzeugt.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen habe ich insgesamt als schwierig empfunden. In der Filiale gab es über einen langen Zeitraum Probleme, die aus meiner Sicht nicht ausreichend gelöst wurden. Dazu gehörten unter anderem Gerüche und bauliche bzw. organisatorische Themen, die sowohl von Kunden als auch von Mitarbeitenden immer wieder angesprochen wurden.
Besonders belastend fand ich, dass Probleme, die nach meinem Eindruck bereits lange vor meiner Zeit bestanden hatten, später teilweise mir zugeschrieben wurden. Dadurch hatte ich häufig das Gefühl, Verantwortung für Situationen übernehmen zu müssen, die ich weder verursacht hatte noch eigenständig lösen konnte.
Kommunikation
Das Schwierigste war für mich die Kommunikation. Was mich besonders verunsichert hat, war die starke Inkonstanz. An manchen Tagen bekam man sehr wertschätzende und verständnisvolle Rückmeldungen, an anderen hatte ich das Gefühl, für Fehler unverhältnismäßig stark kritisiert zu werden. Ehrlicherweise reichte auch ein schlechter Tag der Vorgesetzten um angeschrien zu werden.
Dadurch wusste ich oft nicht, woran ich eigentlich bin. Teilweise hatte ich sogar ein mulmiges Gefühl, wenn der Name meiner Vorgesetzten auf dem Telefon erschien, weil ich nie einschätzen konnte, was mich erwartet.
Besonders schade fand ich den Umgang nach meiner Kündigung. Ich hätte mir ein Gespräch mit der Personalabteilung gewünscht, um auch meine Sicht der Dinge darzustellen. Diesen Wunsch habe ich mehrfach geäußert, leider kam ein solches Gespräch nicht zustande.
Auch mit einigen Monaten Abstand macht mich diese Erfahrung noch immer sprachlos. So eine Form der Zusammenarbeit habe ich in meinem bisherigen Berufsleben nicht erlebt.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben haben mir insgesamt sehr viel Freude bereitet. Wer Hunde liebt und sich für Hundeverhalten, Ernährung und Beschäftigung interessiert, findet hier sicherlich ein spannendes Arbeitsumfeld.
Besonders positiv in Erinnerung geblieben sind mir die Kundinnen und Kunden. Ich habe die meisten Begegnungen als ausgesprochen freundlich, wertschätzend und angenehm erlebt. Tatsächlich vermisse ich viele dieser Kontakte bis heute. Die Arbeit mit den Kunden war für mich ganz klar einer der schönsten Aspekte meiner Zeit im Unternehmen.