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Auszubildende:r

Toxische Positivität und schlechte Kommunikation

2,3
Nicht empfohlen
Ex-Auszubildende:rHat eine Ausbildung zum/zur Redakteurin im Bereich Produktion in Heidelberg gemacht.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Der Lohn kommt einigermaßen pünktlich und es gibt einen Volo-Beauftragten.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Unklare Kommunikation, fehlende Feedback-Kultur, steile Hierarchien, wie hier mit Krankheit umgegangen wird (immerhin habe ich mich sogar auf der Arbeit angesteckt), utopische Erwartungen an Volontäre im ersten Lehrjahr.

Verbesserungsvorschläge

Junge Auszubildende mehr wertschätzen. Klarere Kommunikation und ein fester Ausbildungsplan statt Willkür.

Arbeitsatmosphäre

Das Arbeitsumfeld wirkt zuerst freundlich und aufgeschlossen, ist aber eigentlich toxisch positiv. Es gibt keine klare Kommunikation, die Mittagspausen werden oft am Scheibtisch gemacht und bei der Betriebsratsitzung habe ich gemerkt, dass die Chefetage eigentlich gar nicht weiß, wie es den meisten Redakteur*innen wirklich geht.

Karrierechancen

Die meisten Führungspositionen sind durch Männer besetzt. Es gibt im Unternehmen keine People of Colour. Es handelt sich um ein Familienunternehmen. Das heißt, wenn man wirklich nach oben möchte, geht das leider nur mit sehr viel Glück und Engagement oder wenn man mit der Geschäftsführung verwandt ist.

Arbeitszeiten

An sich ok, allerdings wurde von mir erwartet, auch außerhalb meiner regulären Arbeitszeit völlig willkürliche Zusatzaufgaben zu erfüllen.

Ausbildungsvergütung

Die Firma hält sich an die Tarife, es gibt außerdem Urlaubs- und Weihnachtsgeld

Die Ausbilder

Es gab keinen Ausbildungsplan und die Person, die mich angewiesen hat, war selbst noch nicht lange Journalist und hat fachfremd studiert. Bei Nachfragen konnten oft keine genauen Erklärungen geliefert werden. Viel mehr wurde von mir oft erwartet alles schon ab Ausbildungsmonat zwei zu können.

Spaßfaktor

Der Seitenbau und das Verfassen von Texten haben Spaß gemacht, allerdings habe ich mich wegen der fehlenden Kommunikation oft unwohl gefühlt.

Aufgaben/Tätigkeiten

Der Bereich, in dem ich eingesetzt war, hat mir zwar erlaubt, schnell nach Learning-by-doing-Prinzip den Seitenbau zu lernen und ab und zu eigene Texte zu schreiben, allerdings habe ich die meiste Zeit am Schreibtisch verbracht und kaum etwas zu Schreib- und Rechercheprozessen lernen dürfen.

Variation

Die Arbeit war stellenweise sehr monoton aber dafür mental anstrengend. Ich habe hauptsächlich Pressemeldungen redigiert, was zwar auch eine wichtige Aufgabe ist, aber keine befriedigende Ausbildung, bei der man wirklich von allem etwas lernt.

Respekt

Die Kollegen an sich sind nett, allerdings kann man nicht von Respekt reden, wenn ein Arbeitgeber einem zusätzliche dauerhafte Aufgaben außerhalb der Arbeitszeit gibt und einem bei der zweiten Krankmeldung feuert. Volontäre dieser Zeitung erhalten ihren Laptop und ihr Handy auch erst nach Ablauf der Probezeit, was in den ersten drei Monaten suggeriert "Beweise dich erstmal, bevor wir dich als Mitglied dieser Redaktion sehen". Ich wäre wirklich gerne, als ich krank geworden bin ins Homeoffice, leider wurde mir das nicht ermöglicht. Stattdessen wurde ich ohne Vorwarnung, ohne vorheriges Gespräch und mit 39 Grad Fieber von einem Kurrier gefeuert.

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