3 Bewertungen von Bewerbern kununu Prüfprozess
kununu Prüfprozess
3 Bewerber haben diesen Arbeitgeber mit durchschnittlich 4,2 Punkten auf einer Skala von 1 bis 5 bewertet.
Ihr Unternehmen?
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3 Bewerber haben diesen Arbeitgeber mit durchschnittlich 4,2 Punkten auf einer Skala von 1 bis 5 bewertet.
Erwartungen vs. Realität
Der Einstieg in den Bewerbungsprozess war absolut vorbildlich. Das digitale Kennenlerngespräch mit dem Personalleiter verlief in einer unheimlich positiven, lockeren Atmosphäre auf Augenhöhe. Ich fühlte mich ernst genommen und wertgeschätzt. Auch das schnelle, positive Feedback am nächsten Tag und die Einladung zum Vor-Ort-Termin ließen meine Vorfreude wachsen. Das Büro vor Ort hat ein tolles Flair (auch wenn ein Umzug ansteht). Bis zu diesem Zeitpunkt war der Eindruck perfekt.
Der Wendepunkt im Zweitgespräch
Das positive Gefühl kippte komplett, als der Geschäftsführer (Gründer/Eigentümer) mit deutlicher Verspätung zum Gespräch stieß. Ab diesem Moment zeigte sich leider die Schattenseite des Unternehmens:
* Mangelnde Wertschätzung & Professionalität: Der Geschäftsführer ging während des laufenden Gesprächs an sein Handy. Mans spürte auch irgendwie chaotische Zustände und fehlende Struktur
* Atmosphäre: Anstelle einer ordentlichen Vorstellung stand eher eine Selbstdarstellung im Vordergrund. Fragen zu meinem Lebenslauf wurden fast ausschließlich kritisch und negativ formuliert.
* Unternehmenskultur & Strukturen: Völlig unrealistische Erwartungen & keine Einarbeitung. Auf Nachfrage wurde klar kommuniziert, dass es keine strukturierte Einarbeitung gibt, da dies zu viel Geld binde, falls man sich nach zwei Monaten wieder trenne und außerdem die Zeit dafür fehle, weil „die Aufträge fertig werden müssen“. Besonders utopisch: Bereits nach einem Monat wird vom neuen Mitarbeiter erwartet, dass er einen messbaren Nettonutzen für die Firma abliefert.
* Fehlendes Prozessverständnis: Für strukturierte Prozesse sei laut Aussage des Geschäftsführers keine Zeit, da diese unnötig Geld kosteten. Ausnahmen sind hier kleinere Prozesse die schnell gehen, zB. wer für welches Problem der richtige Ansprechpartner ist. Dass ordentliche Prozesse und eine solide Einarbeitung die Arbeit viel effektiver machen und das spürbare Chaos minimieren würden, wird gar nicht erst in Betracht gezogen. Ob ein Mitarbeiter passe, entscheide der Chef rein „nach Gefühl“.
Fazit
Vom Erstkontakt bis zur Begrüßung vor Ort durch den Personalleiter ein Top-Prozess. Sobald jedoch der Geschäftsführer übernimmt, dominieren leider akutes Chaos, mangelnde Struktur und eine tief sitzende Geringschätzung gegenüber den (zukünftigen) Angestellten. Für mich war das Gespräch so ernüchternd, dass ich mich gegen das Unternehmen entschieden habe. Was nützt ein professionelles HR-Aushängeschild, wenn die gelebte Führungskultur im späteren Arbeitsalltag ein absoluter Motivationskiller ist? Nach meinem Eindruck ist der Mitarbeiter hier leider nur eine Nummer, die sofort ohne Hilfestellung funktionieren muss und austauschbar ist.
Verbesserungsvorschläge für das Unternehmen:
Ein professioneller HR-Prozess verpufft komplett, wenn die Geschäftsführung Bewerbern (und mutmaßlich auch Angestellten) nicht mit grundlegendem Respekt und Aufmerksamkeit begegnen kann. Die Geschäftsführung sollte Bewerbern mit derselben Wertschätzung und Aufmerksamkeit begegnen, die sie auch von den Kandidaten erwartet.
Nebentätigkeiten und Handyspiele während eines Interviews sind unprofessionell und ein absolutes NoGo. Zudem schreckt der Verzicht auf Einarbeitung und Strukturen qualifizierte Fachkräfte ab. Zu erwarten, dass jemand nach vier Wochen ohne Einarbeitung einen Nettonutzen bringt, ist wirtschaftlich und menschlich unrealistisch. Zudem würde es dem Unternehmen sichtlich guttun, wenn kompetente Fachbereiche – wie der Personalleiter – mehr Entscheidungsbefugnis und Freiraum bekämen. Es wirkt, als läge die gesamte Entscheidungsgewalt ungesund zentralisiert beim Inhaber, was moderne, wertschätzende Prozesse blockiert. Investieren Sie in Struktur und Einarbeitung – das senkt die Fehlerquote und spart am Ende genau das Geld, das Sie jetzt aus Angst blockieren. Hier ist dringend ein Umdenken in der eigenen Chef-Einstellung nötig.
Der Bewerbungsprozess war sehr vertrauensvoll und transparent. Nach jedem Gespräch wurden die nächsten Schritte zeitnah kommuniziert, sodass keine langen Wartezeiten entstanden.
Das Gespräch fand auf Augenhöhe statt und war von einer offenen, wertschätzenden Kommunikation geprägt. Das vorgestellte Aufgabenspektrum war sehr interessant. Bei Rückfragen hatte ich jederzeit die Möglichkeit, Kontakt aufzunehmen, und erhielt stets zeitnah eine hilfreiche Rückmeldung.