Ich arbeite sehr gerne hier und kann mich jeden Tag aufs Neue selbst verwirklichen.
What I like about the employer
Sehr sehr vieles. Würde ich das Unternehmen nicht so mögen, wären mir die hier angekreideten Punkte auch nicht so wichtig.
Suggestions for improvement
Ich bin fest der Überzeugung, dass es komplette Bereiche gibt, die man morgen auf einen Schlag auflösen könnte, ohne dass sich operativ irgendetwas ändert.
Die Grundidee von Organisationsentwicklung, People Development usw. ist super. Aber die Umsetzung ist meiner Meinung nach gescheitert. Wir verbringen einen nicht-insignifikanten Anteil unserer Gespräche damit, Taktiken zu überlegen, wie wir die OE von unseren Projekten fernhalten - weil sie alles komplizierter, langwieriger, unproduktiver und dadurch unwirtschaftlicher macht.
Außerdem sollte leistungsbezogene Vergütung/Karrieremöglichkeiten einen deutlich größeren Stellenwert bekommen. Wenn du ein System hast, in dem viele Mitarbeitende nicht performen, ihre Zeit absitzen und offen Dinge sagen wie "Wieso sollte ich woanders hingehen? Hier bekomme ich jedes Jahr mehr Geld, kann meine Zeit absitzen und niemanden interessiert es" - dann hast du ein dysfunktionales System.
Es braucht Anreize, die gute Leute belohnen und anziehen. Es brauch Mechanismen, die konsequenter mit dauerhafter Minderleistung und fehlender Motivation umgehen. Gerade haben wir leider das Gegenteil.
Working atmosphere
In meinem Bereich (Core) ist die Atmosphäre gut bis sehr gut. Ich weiß allerdings von anderen Bereichen, in denen die Stimmung deutlich schlechter ist und tägliches Beschweren an der Tagesordnung liegt.
Communication
Wie sagt man so schön? Das Gegenteil von gut gemacht ist gut gemeint. Es wird an tausend Ecken gleichzeitig kommuniziert - das ist unübersichtlich.
Man könnte problemlos 70% seiner Arbeitszeit mit irgendwelchen Kommunikationsmeetings füllen, und es gibt auch genug Leute, die genau das tun. Das eigentliche Seibert Review, das mal als Infoveranstaltung gedacht war, ist leider mehr zu einer PR-Veranstaltung geworden. Der Wille zur Transparenz ist da, aber die Umsetzung führt eher zu Überflutung als zu Klarheit.
Collegiality
Grundsätzlich gut. Einen Stern Abzug gibt es, weil es nach wie vor ein stark spürbares "Wir vs ihr"-Gefühl zwischen den ausgegründeten Firmen gibt, das sich leider nicht spürbar verbessert.
Work-Life Balance
Nach wie vor absolute Spitze. Der Arbeitgeber schenkt viel Vertrauen, Freiheiten und Verständnis. Niemand kontrolliert Arbeitszeiten, man genießt
jede Freiheit der Welt. Ich würde sogar so weit gehen zu sagen, dass es stellenweise zu sehr ins Laissez-faire abgerutscht ist - aber das ist ein Thema für eine andere Kategorie.
Leadership behavior
Stark vom Bereich abhängig, in meinem Bereich ist es super.
Interesting tasks
Jeder - wirklich absolut jeder - bekommt hier Zugang zu neuerster Technik, die Chancen neue Dinge auszuprobieren und Zugang zu den Top-KI-Modellen ohne großartige Limit-Beschränkungen. Jeder bekommt persönliche Onboardings zu neuen technischen Themen, wenn nötig nicht nur eins, sondern mehrere. Hier kann sich jede:r, unabhängig von Rolle oder Funktion, jeden Tag aktiv einbringen und hat die Möglichkeit, starken Einfluss auf fachliche Entwicklungen zu nehmen. Das ist so krass gut, dass ich es gar nicht genug wertschätzen kann.
Wer will, kann hier an den aktuellsten Themen, mit aktuellster Technik und modernen Methoden arbeiten.
Working conditions
Top, kann man nicht anders sagen. Büros top, Essen top, Arbeitszeitregelungen modern und fair, technische Ausstattung erstklassig. Besser gehts nicht.
Salary/Benefits
Ich halte den Gehaltsprozess nach wie vor für durch und durch unfair, weil er die falschen Anreize setzt. Unser gesamtes Lebensmodell in der westlichen Welt basiert auf "keine Leistung ohne Gegenleistung", wir denken, wir wissens besser.
Hier bekommt jeder jedes Jahr nach irgendwelchem Median- und Durchschnittsberechnungen ein höheres Rollenalter - quasi ein "Level-Up" und damit automatisch auch mehr Gehalt. Klingt erstmal nicht schlecht.
Die Realität ist aber: Es gibt keinerlei Anreize, sich besonders reinzuhängen. Ich nehme tagtäglich Menschen wahr, die das absolute Bare Minimum machen, um arbeitsrechtlich nicht gekündigt werden zu können, und trotzdem auf den selben Gehaltsbändern wie Top-Leute sind jedes Jahr ihre Erhöhung kriegen. Sätze wie "Warum sollte ich $TASK machen? Bringt mich doch eh nicht weiter karrieremäßig" fallen ganz offen.
Ich habe es bei meiner letzten Bewertung angekreidet und möchte es auch hier wieder tun: Individuelle Leistung muss sich im Gehalt widerspiegeln. Das aktuelle System belohnt Minimalismus und wird. nur von Lowperformern gemocht, die auf Kosten der Leistungsträger durchkommen, weil sie exakt gleich vergütet werden.
Career/Professional development
Nach wie vor ein Schmerzthema. Seit meiner letzten Bewertung hat sich nicht wirklich etwas getan, außer dass People Development jetzt einen anderen Namen hat. Juhu.