Spannende Themen, schwache Organisation
Arbeitsatmosphäre
Meine persönliche Erfahrung mit der Arbeitsatmosphäre war von Beginn an schwierig. Bereits im Onboarding hatte ich den Eindruck, dass neue Mitarbeitende organisatorisch nicht ausreichend vorbereitet werden (z.B. fehlende Arbeitsmittel, kein geregelter Zugang zum Büro, keine strukturierte Einschulung). Das führte bei mir früh zu Frustration und Unsicherheit. Insgesamt empfand ich die Atmosphäre als unstrukturiert und wenig wertschätzend. Für mich persönlich war das Arbeiten in dieser Firma zermürbend und emotional sehr belastend.
Image
Nach außen vermittelt das Unternehmen ein deutlich professionelleres Bild, als ich es intern erlebt habe. Aus meiner Sicht besteht eine spürbare Diskrepanz zwischen Außendarstellung und tatsächlichen Arbeitsbedingungen.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance empfand ich als gut, da flexible Zeiteinteilung und Homeoffice möglich waren. Homeoffice wurde sehr großzügig gehandhabt, sodass zeitweise kaum Teammitglieder, inklusive Führungskräften, vor Ort waren. Dies wirkte sich aus meiner Sicht negativ auf Abstimmung und Zusammenarbeit aus.
Karriere/Weiterbildung
Mir wurden Entwicklungsmöglichkeiten und mehr Verantwortung in Aussicht gestellt. Tatsächlich konnte ich diese Perspektiven nicht realisieren und wurde überraschend aus dem Unternehmen gelöst. Strukturierte Weiterbildung oder nachhaltige Personalentwicklung habe ich in meiner Zeit nicht erlebt.
Gehalt/Benefits
Gehalt und Sozialleistungen empfand ich als durchschnittlich. Vor dem Hintergrund meiner Wahrnehmung, dass für externe Dienstleistungen und vermeidbare Aufwände teils erhebliche Mittel eingesetzt wurden, hätte ich mir persönlich eine stärkere Wertschätzung in Form eines höheren Gehalts gewünscht. Positiv hervorzuheben ist das kostenlose Mittagessen.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Zu Umwelt- und Sozialthemen habe ich im Arbeitsalltag weder besonders positive noch negative Aspekte wahrgenommen.
Kollegenzusammenhalt
Der direkte Kollegenzusammenhalt im operativen Team war aus meiner Sicht überwiegend positiv. Einzelne Kollegen waren hilfsbereit und bemüht, Wissen weiterzugeben. Allerdings hatte ich den Eindruck, dass fehlende Strukturen, unklare Verantwortlichkeiten und hohe Fluktuation den teamübergreifenden Zusammenhalt deutlich beeinträchtigen. Viele Probleme schienen nicht auf persönlicher Ebene zu liegen, sondern auf organisatorischer. Neue Mitarbeitende und Trainees wurden aus meiner Sicht nicht systematisch integriert oder begleitet.
Umgang mit älteren Kollegen
Den Umgang mit älteren Kollegen habe ich als auffällig erlebt. Nach meiner Wahrnehmung war das Team insgesamt sehr jung zusammengesetzt, während erfahrene, ältere Vollzeitkräfte kaum vertreten waren. Es entstand bei mir der Eindruck, dass Erfahrung und langjährige Expertise im Unternehmen eine untergeordnete Rolle spielten und eher kostenseitig bewertet wurden. Dadurch ging aus meiner Sicht wertvolles Know-how verloren, was sich negativ auf Stabilität und Zusammenarbeit auswirkte.
Vorgesetztenverhalten
Ein sehr informeller, teils übermäßig freundschaftlicher Umgang prägte nach meiner Wahrnehmung die Führungskultur und ließ notwendige professionelle Distanz vermissen. Darüber hinaus entstand bei mir der deutliche Eindruck, dass auf Führungsebene erhebliche fachliche Defizite bestanden. Nach meiner Wahrnehmung kamen mehrere Führungskräfte ihren fachlichen und organisatorischen Aufgaben nicht in ausreichendem Maße nach, was aus meiner Sicht sicherheitsrelevante Risiken begünstigte.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen habe ich insgesamt als gemischt erlebt. Ausstattung, Büroflächen, Beleuchtung und technisches Equipment empfand ich als gut und zeitgemäß. Positiv hervorzuheben sind zudem die zahlreichen Pflanzen in den Räumlichkeiten, die aus meiner Sicht zu einem angenehmeren Arbeitsklima beitragen. Kritisch habe ich hingegen die Belüftung in einzelnen Bereichen wahrgenommen, die meinem Eindruck nach nicht durchgängig den arbeitsrechtlichen Anforderungen entsprach.
Kommunikation
Die interne Kommunikation habe ich als unstrukturiert und ineffizient wahrgenommen. Kalender wurden nicht einheitlich oder verbindlich gepflegt, wodurch Terminabstimmungen erschwert wurden. Meetings empfand ich oft als nicht zielgerichtet, da Zuständigkeiten, Entscheidungen und nächste Schritte weder klar festgelegt noch dokumentiert wurden. Informationen wurden auf verschiedenen Plattformen verteilt, teilweise ohne entsprechenden Zugriff oder mit mehrfach abgelegten Dokumenten, wodurch die Übersichtlichkeit deutlich beeinträchtigt wurde.
Gleichberechtigung
Eine bewusste Benachteiligung aufgrund von Geschlecht oder Herkunft habe ich nicht eindeutig wahrgenommen. Gleichzeitig hatte ich den persönlichen Eindruck, dass es vereinzelt zu Verhaltensweisen kam, die ich als grenzüberschreitend oder belastend empfunden habe und die aus meiner Sicht Züge von Mobbing hatten. Ob dies bewusst oder unbewusst geschah, kann und möchte ich nicht beurteilen.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben und Projekte des Unternehmens sind grundsätzlich spannend und inhaltlich sinnvoll. Nach meiner Wahrnehmung scheiterte die Umsetzung jedoch häufig an fehlender Erfahrung und unzureichendem Fachwissen auf organisatorischer Ebene. Ob die Arbeitsbelastung ausgewogen verteilt war, kann ich nur eingeschränkt beurteilen, da ich viele Kolleginnen und Kollegen teilweise über Tage hinweg nicht persönlich angetroffen habe.