Hofer-Preis auf Kosten der Mitarbeiter: Außen hui, innen Indien
Gut am Arbeitgeber finde ich
Mittlerweile nur noch das Team-Gefüge im engeren Sinne. Der Zusammenhalt unter den Kollegen an der Basis ist das Einzige, was noch zählt – alles andere hat kaum noch Wert, da die Rahmenbedingungen und die Wertschätzung von oben komplett verschwunden sind.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Outsourcing, mangelnde Kommunikation und ein fehlendes Verständnis für den Menschen: Warum regiert die Devise ‚Money over People‘ ausgerechnet bei einem Unternehmen, dem es wirtschaftlich so glänzend geht?
Verbesserungsvorschläge
Wenn Österreich drauf steht, sollten auch ÖsterreicherInnen drinnen sein - Alle schimpfen über Amazon und die zerstörte regionale Wirtschaft und Arbeitsplätze, aber Hofer darf es?
Arbeitsatmosphäre
Trotz der schwierigen aktuellen Nachrichtenlage wird Motivation als Selbstverständlichkeit vorausgesetzt, statt die Sorgen der Belegschaft ernst zu nehmen. Der einzige Lichtblick ist das Teamgefüge auf unterster Ebene, das trotz der schlechten Atmosphäre fest zusammenhält.
Image
Der gute Ruf des „Hofer-Preises“ wird teuer durch Einsparungen beim Personal erkauft. Es wirkt gierig und unglaubwürdig, wenn bei Millionenumsätzen sofort der Rotstift angesetzt und massiv nach Indien ausgelagert wird, nur weil das Plus nicht so hoch ausfällt wie von der Führungsebene erwartet. Slogans wie „Zurück zum Ursprung“ oder Regionalität werden so zur Lächerlichkeit. Man sollte als Konsument Konsequenzen ziehen und Unternehmen unterstützen, die regional agieren und den Wirtschaftsstandort Österreich auch durch den Erhalt von Arbeitsplätzen stützen.
Work-Life-Balance
Gleitzeit, zumindest im Büro kein sonderlicher Druck und OK
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Die Umwelt wird hier eher oberflächlich „gerettet“: Man investiert in teure Dyson-Geräte, weil der Strom ja vermeintlich einfach aus der Steckdose kommt, spart sich aber gleichzeitig einfache Basics wie Papierhandtücher. Ein fragwürdiger Fokus, der wenig mit echter Nachhaltigkeit zu tun hat.
Karriere/Weiterbildung
Man merkt deutlich: Wer unten sitzt, ist austauschbar. Sobald die Zahlen nicht exakt die überzogenen Erwartungen der Obrigkeit erfüllen, wird ohne Rücksicht auf Biografien entlassen und nach Indien ausgelagert. Menschlichkeit und Wertschätzung existieren nur noch in der Werbebroschüre und der TV-Werbung.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt unter den Kollegen ist absolut top; wir stützen uns gegenseitig, wo wir nur können. Besonders angesichts der drohenden Entlassungswelle zeigt sich, dass das Team an der Basis fest zusammensteht, gerade weil wir von weiter oben kaum Rückhalt erfahren.
Vorgesetztenverhalten
Es gibt eine klare Trennung in der Führungskultur: Während das direkte Management bemüht und nahbar agiert, fehlt von der höheren Führungsebene jegliche Empathie und Präsenz. Ab einer gewissen Hierarchiestufe ist kein echtes Interesse an den Mitarbeitern oder deren Belangen mehr spürbar.
Arbeitsbedingungen
Die Geräuschkulisse in Eberstalzell ist durch ständige Umbau- und Rückbaumaßnahmen extrem belastend. Die mangelnde Akustik in der Halle führt dazu, dass selbst Telefonate aus großer Distanz deutlich hörbar sind, was konzentriertes Arbeiten nahezu unmöglich macht.
Kommunikation
Während der Austausch bis zur Director-Ebene noch funktioniert, herrscht gegenüber der Mitarbeiterebene absolute Funkstille. Trotz Transparenzversprechen erfahren wir von kritischen Themen wie anstehende Entlassungen zuerst über den Flurfunk oder an der Kaffeemaschine, statt zeitnah von den Verantwortlichen informiert zu werden.
Gehalt/Benefits
Aufstiegschancen sind aktuell faktisch nicht vorhanden. Es herrscht ein strikter Beförderungsstopp, wodurch jegliche Motivation zur Weiterentwicklung im Keim erstickt wird. Wer Ambitionen hat, stößt hier gegen eine Wand.
Interessante Aufgaben
Die Aufgabenbereiche verlieren zunehmend an Tiefe, da ein Fokus auf Outsourcing und die Steuerung externer Dienstleister gelegt wird. Durch die starke Fremdbestimmung und starre Vorgaben bleibt kaum Raum für Eigeninitiative, was den Arbeitsalltag zunehmend monoton gestaltet.