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Jugend 
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Werk
Bewertung

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Zu viele Nebentätigkeiten, zu wenig pädagogische Arbeit – so habe ich es erlebt.

2,9
Nicht empfohlen
Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung bei Jugend am Werk in Wien gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Positiv hervorheben möchte ich das faire Gehalt sowie die 6. Urlaubswoche, die grundsätzlich ein attraktives Zusatzangebot darstellt. Auch das Springer:innen-Team und die vielfältigen Weiterbildungsmöglichkeiten – inklusive der Unterstützung von Ausbildungen – empfand ich als wertvoll. Das pädagogische Konzept ist durchdacht und bietet eine gute Grundlage für die Arbeit mit den Bewohner:innen, auch wenn es im Alltag nicht immer voll zur Geltung kommt.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Herausfordernd empfand ich die Rahmenbedingungen rund um Software, Formulare und interne Prozesse – Aktualisierungen kamen teils verzögert oder waren schwer nachvollziehbar. Ich hatte zudem oft den Eindruck, dass Mitbestimmungsmöglichkeiten für Mitarbeiter:innen außerhalb der Zentrale begrenzt sind und dass das Interesse am Wohlbefinden sowohl der Kund:innen als auch der Mitarbeitenden nicht immer im Mittelpunkt steht. Auch die Finanzverwaltung, der Umgang mit Kritik und die Funktionsbeschreibungen – in denen mehr Tätigkeiten vorgesehen sind, als im Arbeitsalltag tatsächlich leistbar erscheinen – waren für mich belastend. Die Pausenregelung war in der Praxis schwer umzusetzen, da die Anforderungen oft keine echte Pause zugelassen haben.

Verbesserungsvorschläge

Aus meiner Sicht gäbe es einige Möglichkeiten zur Verbesserung: Eine Entbürokratisierung würde vieles im Alltag erleichtern. Ich würde mir wünschen, dass pragmatischer – also stärker konsequenzialistisch – gedacht und gehandelt wird, anstatt sich nur an idealistischen Konzepten zu orientieren. Mehr Mitbestimmung für Mitarbeiter:innen außerhalb der Zentrale fände ich ebenfalls wertvoll. Auch bessere Betreuungsschlüssel und die Einstellung zusätzlicher Reinigungskräfte, Wäschepersonal oder sogar Küchenmitarbeiter:innen könnten die pädagogische Arbeit deutlich entlasten.

Arbeitsatmosphäre

Ich habe oft das Gefühl, in meiner Schicht mit vielen Bewohner:innen allein zu sein, die teilweise Schwierigkeiten im sozialen Miteinander und in der eigenständigen Beschäftigung haben. In dieser Zeit fielen für mich zahlreiche organisatorische und hauswirtschaftliche Aufgaben an – wie Abrechnungen, Wäsche, Kochen, E-Mail-Korrespondenz oder das Suchen von Formularen –, sodass ich mich manchmal weniger auf die pädagogische Arbeit konzentrieren konnte, als ich es mir gewünscht hätte.

Image

Meinem Eindruck nach waren viele Kolleg:innen, mit denen ich im Austausch stand, eher unzufrieden mit ihrer Situation. Gleichzeitig habe ich gehört, dass Jugend am Werk früher viel bewirkt und erreicht hat, was möglicherweise zum aktuell positiven Image beiträgt.

Work-Life-Balance

Urlaubsplanung habe ich persönlich als herausfordernd empfunden, da es mitunter schwierig war, eine Vertretung zu finden. Zwar gibt es die 6. Urlaubswoche, doch ich hatte nicht das Gefühl, dass ich davon wirklich profitieren konnte. Nach einem Nachtdienst – egal ob 24 Stunden oder kürzer – war ich meist so erschöpft, dass der Folgetag im Grunde komplett zum Schlafen diente, was meine Freizeit stark eingeschränkt hat. Obwohl die Nachtdienste offiziell als ruhend gelten, kam es in meiner Erfahrung häufig vor, dass ich nur wenige Stunden Schlaf bekam. Zudem wurde ich in meiner Freizeit oft von Kolleg:innen oder der Standortleitung kontaktiert, was für mich zusätzlichen Druck bedeutete.

Karriere/Weiterbildung

Der Einstieg als Quereinsteiger:in ist möglich und wird aus meiner Sicht gut unterstützt. Es gibt zahlreiche Fort- und Weiterbildungsangebote – in meinem Fall wurde mir sogar eine zweijährige Ausbildung finanziert. Darüber hinaus konnte ich an mehreren Kursen und Modulen teilnehmen, was ich sehr zu schätzen wusste.

Gehalt/Benefits

Die Erreichbarkeit der Arbeitsmedizin empfand ich nicht immer als zuverlässig. Einmal hatte ich beispielsweise einen Impftermin in der Zentrale, zu dem ich – ohne vorherige Information – vergeblich erschien, weil krankheitsbedingt niemand vor Ort war. Dadurch verlor ich sowohl Arbeitszeit als auch Schulstunden. Als der Termin schließlich nachgeholt wurde, bekam ich rückblickend kritische Rückmeldungen zur Verzögerung, was mich irritiert hat. Positiv hervorheben möchte ich hingegen, dass ich die UBV-Schulung in der Zentrale absolvieren durfte – damit war ich sehr zufrieden. Auch die Übernahme der Kosten für Arbeitskleidung und Betriebsausflug habe ich als wertschätzend empfunden. Das Gehalt empfand ich als ausreichend. Zu Weihnachten gibt es eine kleine Feier, darüber hinaus aber keine zusätzlichen Zuwendungen. Wenn man etwas von Angehörigen der Bewohner:innen erhält, muss man es abgeben – was ich nachvollziehen kann, aber manchmal schade finde.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Ich persönlich hatte nicht den Eindruck, dass Umwelt- oder Klimaschutz im Alltag eine große Rolle spielt. So kam es mir vor, als würde viel geheizt und auf eine konsequente Mülltrennung eher wenig geachtet – etwa durch identische Müllsäcke oder das Fehlen separater Behälter für Bio- oder Glasabfall. Auch die Nutzung von Verbrenner-PKWs für Fahrten wirkte auf mich wenig nachhaltig. Wenn es um mögliche Veränderungen ging, hatte ich das Gefühl, dass eher Diskussionsrunden angesetzt wurden, statt konkrete Maßnahmen umzusetzen.

Kollegenzusammenhalt

Ich habe den Teamzusammenhalt durchweg als positiv erlebt – die Zusammenarbeit war meist angenehm und unterstützend. Gleichzeitig hatte ich den Eindruck, dass die Fluktuation im Team relativ hoch war, was den Aufbau langfristiger Strukturen erschwert hat.

Vorgesetztenverhalten

Ich persönlich habe mich oft nicht ausreichend wertgeschätzt oder verstanden gefühlt. Kritik, die ich erhalten habe, war für mich nicht immer nachvollziehbar. Bei Fragen zu firmeninternen Formularen oder zur verwendeten Software hatte ich zudem häufiger den Eindruck, dass meine Standortleitung mir dabei nicht weiterhelfen konnte, was mich verunsichert hat.

Kommunikation

Ich persönlich habe die Kommunikation im Alltag als höflich, respektvoll und zuverlässig erlebt, was ich sehr geschätzt habe. Gleichzeitig hatte ich – wie auch einige Kolleg:innen, mit denen ich gesprochen habe – über die Zeit den Eindruck, dass Rückmeldungen an die Leitung selten zu spürbaren Veränderungen führten. Das hat bei mir dazu geführt, dass ich meine Bereitschaft, Feedback zu geben, hinterfragt habe.

Gleichberechtigung

In meiner Wahrnehmung kam es über einen längeren Zeitraum immer wieder vor, dass Kolleg:innen aufgrund von herausforderndem Verhalten einzelner Bewohner:innen – insbesondere im Zusammenhang mit Fremdaggression – das Team verlassen haben. Auch wenn sich die Situation inzwischen deutlich verbessert hat, hatte ich damals das Gefühl, dass auf diese Problematik lange nicht ausreichend reagiert wurde.

Interessante Aufgaben

Im Vergleich zu dem, was ich über andere Träger gehört habe – etwa bezüglich mitarbeitender Leitungen, besserer Betreuungsschlüssel und stärkerem Fokus auf pädagogische Inhalte – hatte ich hier den Eindruck, dass meine Tätigkeit stärker von organisatorischen und eher monotonen Aufgaben geprägt war. Die pädagogische Förderung und Freizeitgestaltung meiner Bewohner:innen kam für mein Empfinden dadurch manchmal zu kurz.


Umgang mit älteren Kollegen

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