Abteilungsintern voll okay, das gesamte Unternehmen aber mangelhaft
Gut am Arbeitgeber finde ich
Direkter Vorgesetzter grundsätzlich gut, das Team ist Top, die Arbeit an sich ist super.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Unterdurchschnittliches Gehalt, gestrichene Benefits (werden von Monat zu Monat weniger), gebrochene (oder "in Vergessenheit geratene") Versprechen. Und auch die Regelung "nur 2 Tage Home-Office pro Woche weil ja sonst andere Leute der Firma neidisch werden".
Verbesserungsvorschläge
Mal das Feedback anhören, ehrlich sein, und mit besten Willen etwas ändern und bessern. Benefits welche über die Jahre verloren gegangen sind wieder einführen. Erklärung warum etwas nicht geht reicht nicht, vor allem wenn's der Firma wieder deutlich besser geht, aber gestrichene Benefits trotzdem ausbleiben.
Kommunikation
Abteilungsintern größtenteils okay, vom Erfolg des Gesamtunternehmens hört man aber nicht viel, und wenn das mal passiert ist es meist negativ und in Kombination mit "wir müssen X Benefits streichen weil's uns so schlecht geht". Auf Feedback wird mittlerweile nicht mal mehr reagiert. Es wird quasi einfach ignoriert.
Update 10.09: Wir hatten eine Besprechung mit der Geschäftsführung, dort wurde aber leider keine positive Aussicht gegeben. All unser Feedback wurde zwar beantwortet und Entscheidungen begründet, effektiv ändert sich für uns aber nichts. Benefits fallen weiterhin von Jahr zu Jahr weg, und am Gehalt tut sich wenig bis garnichts. Auch wurde uns als Team gesagt, wir sollten die Kununu-Bewertung löschen, weil sie es als "unfair" betrachten, diese vor dem Gespräch zu veröffentlichen. Mir war klar, dass das Gespräch nichts ändern wird, das wurde heute auch bestätigt. Schuld daran sind auch nicht die direkten Vorgesetzten, sondern die Ebenen weiter oben (Geschäftsführung, Gesellschafter etc.).
Work-Life-Balance
2 Tage Home-Office sind möglich, mehr ist aber nur in seltenen Ausnahmefällen erlaubt. Da kommt es auch sehr darauf an, ob man den Abteilungsleiter oder die Vertretung spricht, und wie deren mentale Verfassung im Moment ist. "Workation", also aus dem Ausland aus arbeiten, ist grundsätzlich nach Betriebsverordnung nicht erlaubt. Urlaub wird quasi immer genehmigt, solange er nicht zu Kurzfristig (<1 Woche) beantragt wird. Man wird aber dazu gedrängt, am Ende des Geschäftsjahres seinen Urlaub aufzubrauchen. Dies ist kein Zwang, wird auch immer wieder betont, wenn man sich beschwert, die "Bitte" von oben kommt aber immer wieder.
Vorgesetztenverhalten
Feedback über die interne Platform wird lange ignoriert, offene Kommunikation gibt es nicht wirklich, aber mit dem direkten Vorgesetzten kann man gut reden.
Update 10.09: Heute hatten wir eine Besprechung mit der Geschäftsführung, welche grundsätzlich zwar Gründe für ein paar Probleme geliefert hat, und einiges aufgeklärt hat, Lösungen wurden aber keine Geboten, positive Aussichten ebenso nicht. Wir sollen die regelmäßigen Verschlechterungen quasi einfach akzeptieren.
Ein Mitarbeiter hat auf der internen anonymen Feedback-Platform im Kontext zum Beruf & dem Unternehmen einen etwas emotionaleren, harscheren, aber keineswegs beleidigenden Kommentar hinterlassen, davon fühlte sich die direkte Führungskraft aber so persönlich angegriffen, dass sie gleich 10 Minuten erklären musste, warum soetwas nicht okay ist, und indirekt dazu aufforderte, das Unternehmen zu verlassen.
Generell wirkte die Feedbackbesprechung oft so, als wären wir Mitarbeitende das Problem. Viel vom Feedback wurde als persönliche Attacke gegenüber den Vorgesetzten gesehen. Oft hat es so gewirkt, als würden sie Mitleid unsererseits erwarten. Wir machen ja so viele Unterstellungen und ziehen immer nur runter.
Gleichberechtigung
Die Geschäftsführung hinterlässt schon das ein oder andere mal eigenartige Kommentare welche sehr danach wirken, als hätten sie rassistische Hintergründe. Mittlerweile wurde "Alle Gut?" bei uns zum Running Gag, da der GF das eine ausländische Mitarbeiterin (welche perfekt Deutsch kann) auf glasklar rassistisch verarschendem Ton gefragt hat. Soetwas ist auch nicht nur einmal vorgefallen. Glücklicherweise sind wir nicht oft mit Ihm in Kontakt. Abteilungsintern passt alles. Die direkte Führungskraft findet soetwas auch nicht okay.
Arbeitsbedingungen
Räume sind okay. Nach Jahren betteln haben wir sogar eine Klimaanlage bekommen. Das Upgrade auf Windows 11 war aber Katastrophal, wir erhielten "neue" Laptops mit Windows 11 und gaben unsere alten ab, auf diese wird dann ebenso Windows 11 installiert und diesen bekommt dann der nächste Mitarbeiter einer anderen Abteilung. Leider werden die Austausch-Laptops aber nicht geputzt, somit erhielten wir Laptops anderer Mitarbeiter die teils schwarz vor Verschmutzung & klebrig waren. Einer roch sogar nach Chillisoße. Unsere direkte Führungskraft ist nach Beschwerde unsererseits aber direkt eingeschritten und hat gesagt, dass wir diese Laptops nicht annehmen. Daher kein allzu großes Problem, zeigt aber dennoch, wie Abläufe innerhalb der Firma typischerweise aussehen.
Übrigens, die Laptops sind auch nicht besonders Leistungsstark. Geradeso ausreichend für unsere Arbeit, aber nicht außerordentlich besonderes.
Was aber überaus anstrengend ist, ist die neue "Kindersicherung", diverse Webseiten sind gesperrt. Viele Seiten die man als Entwickler benötigt sind ohne VPN & weitere Schritte nicht aufrufbar. Mac-Nutzer konnten eine Weile lang nicht mal Google (Docs, Drive, Search etc.) nutzen.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt ist unterdurchschnittlich, das wird argumentiert mit "Kollektivvertrag für Tageszeitung", "der Firma gehts so schlecht", "ihr arbeitet ja nur 37 Stunden pro Woche" und "ihr seid als Kaufmännische Fachkraft angestellt" - eben nicht als das, was wir eigentlich arbeiten. Benefits werden nach und nach gestrichen. Weihnachtsgutscheine gibt es seit 2 Jahren nicht mehr. Vergünstigte Gym-Mitgliedschaft wurde erheblich teurer (150%). Krone-Sommerfest-Teilnahme kostet für Mitarbeiter Geld??? Gratis Öffi-Ticket wurde gestrichen. Parkplätze kosten 5-10% vom Nettogehalt und haben Jahrelange Wartezeiten. Versprechen werden nicht gehalten.
Weiteres Thema zum Gehalt, bei jeder Gehaltsverhandlungen wird man zum All-In-Vertrag gedrängt. Geht's über 4000 Brutto ist ein All-In quasi Pflicht, ansonsten darf man sich keine Erhöhung erwarten. Und das zu 62 Stunden pro Woche, zu welchen sie dich zwingen dürfen. "Wird ja nicht gemacht, wir erwarten ja keine Überstunden" wird von den Chefs gesagt, Zeitausgleich fällt dadurch aber weg, und sie haben jederzeit die Möglichkeit "unbezahlte" Überstunden anzufordern.
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildung gibt es, wenn sie angesprochen wird. Die meisten Angebote richten sich aber an die Redaktion, nicht an andere Mitarbeiter. Aufstieg ist quasi unmöglich, außer man hat gute Connections, oder ist so lange dabei, dass Chefs versterben.