An alle unter 35 und jene die noch etwas erreichen wollen: bitte gut überlegen
Gut am Arbeitgeber finde ich
Flexible Arbeitszeiten, Betriebsarzt, vereinzelt tolle Mitarbeiter, wenig Leute mit denen ich gar nicht kann, gutes Ruhepolster für Leute die keine Lust oder Ansprüche auf Leistung haben. Schönt die AMS Statistik.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Lage in 1220, undefinierte Prozesse / Abläufe, "und wo steht das???" Mentalität, wie hier mit Steuergeld umgegangen wird, fehlende Vision und Mut zum Umbruch
Verbesserungsvorschläge
Bottom 50% der Mitarbeiter kündigen und feststellen, dass dem vielleicht Outputeinbußen von 10-20% gegenüberstünden. Wirtschaften lernen wäre auch ein heißer Tipp, aber bringt ja keinen Vorteil, also warum auch. Verstehe es also aus der Sicht.
Arbeitsatmosphäre
Gut in meinem Team, aber bei einigen Leuten kommt dir echt die Galle hoch. Nicht besser oder schlechter als sonstwo.
Image
Dem öffentlichem Dienst entsprechend. So gut wie alle Vorurteile treffen auf einzelne Kollegen zu.
Work-Life-Balance
Wäre sehr gut wenn mir meine Arbeit komplett egal wäre, so wie vielen hier im Haus. Es passiert ja nichts wenn man keine Leistung bringt. Nicht mein Verständnis von Arbeit, und deshalb akkumuliert sich leider mehr auf meinem Teller als ich abarbeiten kann. Grundsätzlich ist das flexible Arbeitszeitenmodell (NAWI) sehr zuvorkommend, vor allem für Leute mit Kindern.
Karriere/Weiterbildung
Nach mehr als 5 Jahren sind die realen Skills bei vielen Mitarbeitern derartig atrophiert, dass sie in der Privatwirtschaft auch nicht ansatzweise überlebensfähig wären. Karriere nach oben nicht drinnen, je weiter man hochkommt desto verhaberter und gleichzeitig hinterhältig wirds. Machiavelli für Arme.
Gehalt/Benefits
Grundsätzlich OK (für mich, neue Rollen werden aufgrund von Sparmaßnahmen einfach dermaßen lachhaft unkompetetiv ausgeschrieben, dementsprechend auch die Qualität der Bewerber), aber für das Level an Disfunktionalität in dieser Maschinerie reichts - egal in welcher Einstufung - nicht.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Wie zu erwarten, wird hier großer Wert drauf gelegt. 1 Punkt Abzug weil manche Mitarbeiter statt irgendwelche Umweltschutzbeauftragten oder sonstwas zu sein, auch einfach... arbeiten könnten? Aber da würde dann vermutlich auch nicht mehr Output rauskommen.
Kollegenzusammenhalt
Im Team sehr gut, außerhalb bist du nobody. Starkes Silodenken / Scheuklappen in den Teams, Gruppen und Geschäftsbereichen.
Umgang mit älteren Kollegen
Es wird akzeptiert dass Dinosaurier ihre Pension bei der MA 01 mehrere Jahr nachvorverschieben, indem sie einfach nichts mehr arbeiten, weil man wird ja eh nicht rausgehaut. Das andere 1-Stern-Extrem von dem, was man sonst erwarten würde.
Vorgesetztenverhalten
keine Einwände
Arbeitsbedingungen
Persönliche Ausstattung adäquat. Facility Management ist aber ein Witz, die Hälfte aller Meeting Räume funktioniert auf irgendeine Art und Weise nicht. Vereinzelt gibt es Raucherräume (ja, sowas gibt es hier noch) die bis auf den Gang stinken. Bauteil B keine Mängel, im Bauteil A knarzt der Boden dermaßen dass man sich fragt, wann der erste Mitarbeiter den Stock wechselt ohne die Stiegen benutzt zu haben.
Kommunikation
Die Kommunikation ist aufgrund mangelnder Dokumente / Prozessbeschreibungen ein extremer Zeitfresser. Andere Prozesse sind dem Klischee entsprechend dermaßen überkomplex, dass man einfach jegliche Lust verliert, etwas daran zu ändern (ich habs 2 Jahre probiert, erfolglos).
Gleichberechtigung
Habe keine besonderen Einblicke, Frauenquote aber auch in Führungspositionen über Industriedurchschnitt. Natürlich existiert aber auch hier das Klischee vom middle aged ITler der das Weltbild von vorgestern hat.
Interessante Aufgaben
Ich habe mich letztens gefragt - was habe ich hier eigentlich erreicht bevor ich die Reißleine ziehe und kündige? Wie habe ich die Stadt zu einem besseren Ort gemacht? Die Antwort war ernüchternd, und ich kenne keinen Kollegen der diese Arbeit ehrlich anders beantworten kann.