2,9 Sterne? Die Dunkelziffer ist trister...
Gut am Arbeitgeber finde ich
Kolleg:innen, solange sie da bleiben. (Die Hälfte geht, die andere wird gegangen.)
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die "Arbeitsatmosphäre für welche die Firma steht" besteht aus den üblichen Buzzwords wie Vertrauen, Respekt, Zusammenhalt, etc. welche oberflächlich schön klingen sollen, während unter der hauchdünnen Oberfläche keines dieser Prinzipien auch nur ansatzweise gelebt wird. Zur jährlichen Zufriedenheitsumfrage fällt nur das alte Sprichwort ein "Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast." Kein Vorwurf dem Employer Branding gegenüber. Dieses steht unter dem selben Druck wie jede andere Abteilung. Etwas besseres als dieselbe vorgeschriebene Antwort bringt man nicht nunmal nicht zusammen, wenn man unrealistische Anforderungen gestellt bekommt und gegen wahre, berechtigte Frustrationen argumentieren muss, die man selbst täglich am eigenen Leib erlebt.
Verbesserungsvorschläge
Mitarbeiter:innen ernst nehmen und tatsächliche Verbesserungsmaßnahmen erarbeiten. Würden das Employer Branding und unternehmensnahe Persönlichkeiten nicht regelmäßig die Bewertung mit 5 Sternen ausbalancieren, wären wir längst bei einem Wert deutlich unter 2 Sternen. Die Einladung zum persönlichen Gespräch dient jedenfalls sicher nicht einer Verbesserung der Umstände.
Arbeitsatmosphäre
Wenn sie einem nicht gefällt, behält man es lieber für sich, solange man den Job behalten will.
Image
Ohne dem alten Geld und den politischen Connections wäre der Laden längst auseinandergefallen. So lassen sich noch genügend Aufträge an Land ziehen. In der Zwischenzeit rauschen reihenweise Mitarbeiter:innen auf allen Ebenen ab, sodass die Löcher in diesem Schweizer Käse einer Belegschaft nicht schnell genug gestopft werden können. Die hohe Angewiesenheit auf Arbeitskräfte, welche vom AMS zur Verfügung gestellt werden zeigt, wie attraktiv die Firma gegenüber der generellen Bevölkerung ist. Etwas ironisch für #diearbeitsmarktkraft
Karriere/Weiterbildung
Kein Aufstieg. Keine Anerkennung von Ausbildungen/Diplomen/akademischen Graden.
Gehalt/Benefits
Aufstieg und Gehalt sind vorgaben- und definitionslos an "Leistung" gebunden, sodass die Nächstenliebe auch an die richtigen Nächsten geht. Ob bei den Glücklichen tatsächlich von Qualifikation und Leistung die Rede sein kann, sei dahingestellt. Ergo KV-Minimum für (fast) alle.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Traurig. Die Firma arbeitet mit Staatsgeldern und sollte den Menschen der Gesellschaft helfen, die es am nötigsten brauchen würden. Geistig Erkrankte, Sozialschwache, Flüchtlinge... Am Ende liegt das wahre Anliegen allerdings bei der Profitmaximierung durch Lippendienst, nicht bei den Menschen.
Vorgesetztenverhalten
Ich verweise auf die vielen anderen Rezensionen. Aber keine Sorge, laut allen Vorgesetzten ist ihr Verhalten eh super!
Kommunikation
Hui, na da geht's lustig zu! Guidance ist gezwungener Weise bottom-up, doch die Kritik wiederum top-down. Effizient sieht anders aus, doch ausbügeln dürfen das die niederen Menschen.
