Aus meiner Sicht: Benefits top. Zwischenmenschlich hoher Reformbedarf.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Sehr positiv und anerkennenswert ist das ehrliche Engagement bei den Gesundheitsbenefits. In diesem Bereich wird spürbar in das Wohlergehen der Menschen investiert, was ein wichtiges und richtiges Zeichen ist.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Man sollte nicht wegschauen: Der Druck ist von der Produktion bis zur Verwaltung abteilungsübergreifend präsent. Scheinbar positive Berichte spiegeln die Realität vieler Mitarbeiter nicht wider.
Bei rund 450 Mitarbeitern ohne Betriebsrat bräuchte es eine Personalabteilung, die hinter der Belegschaft steht, anstatt sich primär auf die Listenverwaltung zu beschränken. HR agiert im Alltag weitgehend zentriert, bietet keine echte Unterstützung und reagiert aus meiner Sicht bei direkter Ansprache teilweise auffallend unfreundlich oder abweisend. Wer versucht, Missstände offen anzusprechen, läuft Gefahr, am Ende selbst ins Visier zu geraten, anstatt dass das Problem gelöst wird. Auf diese Weise entsteht im Arbeitsalltag meinem Empfinden nach das Gefühl, dass kritische Stimmen systematisch unterdrückt werden sollen.
Die Kommunikation auf bestimmten Führungsebenen ist zudem in Teilen unter aller Würde und von einem eklatanten Mangel an Respekt geprägt. Anstatt eines professionellen Dialogs erlebt man Verhaltensweisen, die das gegenseitige Vertrauen in weiten Teilen der Belegschaft nachhaltig zerstört haben. Ein konsequenter Austausch dieser Führungsebenen erscheint daher aus meiner Sicht längst überfällig. Es wird Zeit, die Führungskräfte kritisch, extern und unabhängig zu hinterfragen. Als Konsequenz herrscht in vielen Abteilungen ein resigniertes Schweigen. Da die interne Hilfestellung fehlt, bleibt Betroffenen oft nur der Weg zu externen Beratungsstellen wie der Arbeiterkammer (AK). Das Unternehmen läuft Gefahr, fähige und motivierte Mitarbeitende zu verlieren, nur um den starren Status quo zu erhalten. Wenn das Gespräch gesucht wird, ist es eine Frage der Aufrichtigkeit, danach auch zu handeln. Dass in der Vergangenheit selbst bei Befragungen offen aufgedeckte Defizite im zwischenmenschlichen Umgang fast völlig folgenlos blieben und der Status quo einfach ausgesessen wird, beschädigt das Vertrauen nachhaltig.
Verbesserungsvorschläge
Es bedarf aus meiner Sicht einer dringenden Überprüfung bestimmter Führungsebenen, um respektlose Kommunikation zu beenden. Unumgänglich erscheint mir ein Kurswechsel hin zu einer wieder menschlichen, empathischen HR, die als echter Partner der Belegschaft agiert. Aufgezeigte Missstände und Umfrageergebnisse dürfen nicht länger ausgesessen werden, sondern erfordern spürbare Taten. Anstelle einer meiner Meinung nach subtilen Abwehrhaltung gegenüber internen Missständen muss ein offener und angstfreier Dialog etabliert werden. Nur so lässt sich das Vertrauen nachhaltig wiederaufbauen.