Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Aussicht aus den meisten Büroräumlichkeiten.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die Ignoranz und Gleichgültigkeit gegenüber den eigenen Mitarbeitern.
Verbesserungsvorschläge
Das Unternehmen sollte seinen Mitarbeitenden stärker zuhören und ihre Anliegen ernst nehmen. Insbesondere in einer Abteilung, in der es in den vergangenen Jahren zu einer außergewöhnlich hohen Zahl an Kündigungen gekommen ist – darunter auch von langjährigen Mitarbeitenden –, sollte die Ursache nicht ausschließlich bei den Beschäftigten gesucht werden. Aus meiner Sicht wäre es sinnvoll, auch das Führungsverhalten und die Rahmenbedingungen kritisch zu hinterfragen.
Arbeitsatmosphäre
Dass die Arbeitsatmosphäre deutlich besser ist, wenn der Vorgesetzte nicht im Haus ist, sagt eigentlich schon alles.
Besonders bezeichnend ist auch die Aussage eines HR-Verantwortlichen, dass Mitarbeitende, die sich während der Arbeitszeit privat unterhalten, die der Firma zur Verfügung gestellte Arbeitszeit verschwenden und das Unternehmen somit für etwas bezahlt, das es nicht erhält. Spätestens eine solche Haltung spricht für sich.
Image
Nach außen hat die Marke ein hervorragendes Image. Bei der Zusammenarbeit mit Agenturen und externen Partnern, die das Unternehmen bereits länger kennen, scheint dieses Bild jedoch teilweise zu bröckeln. Intern werden viele der Werte und Botschaften, die nach außen vermittelt werden sollen, von Mitarbeitenden kritisch gesehen und teilweise eher mit Skepsis oder sogar Unverständnis betrachtet.
Work-Life-Balance
Je nach Position ist die Arbeitsbelastung unterschiedlich und führt nicht zwangsläufig zu einer Überlastung. Allerdings werden von gestressten Kolleginnen und Kollegen angesprochene Probleme teilweise mit aus meiner Sicht unpassenden oder wenig konstruktiven Kommentaren abgetan, anstatt ernst genommen zu werden.
Das Modell der festen Wochenarbeitszeit halte ich für wenig zeitgemäß. Wenn beispielsweise in einer Woche aufgrund des Arbeitsaufkommens 50 Stunden gearbeitet werden und in der darauffolgenden Woche deutlich weniger zu tun ist, muss dennoch die vertragliche Wochenarbeitszeit von 38,5 Stunden erfüllt werden. Bereits bei einer Unterschreitung um eine halbe Stunde wird ein halber Urlaubstag abgezogen. Dieses Vorgehen erscheint unverhältnismäßig und wenig flexibel.
Zudem wird der Eindruck vermittelt, dass alle Mitarbeitenden im Unternehmen gleich behandelt werden. In der Praxis bestehen jedoch zwischen den Abteilungen teilweise deutliche Unterschiede – insbesondere bei Themen wie Kernarbeitszeiten und der Möglichkeit zum mobilen bzw. Remote-Arbeiten.
Karriere/Weiterbildung
Es gibt interne Weiterbildungsmöglichkeiten, deren Qualität jedoch teilweise überschaubar ist. Die Karriereentwicklung hängt stark von der jeweiligen Führungskraft ab und gestaltet sich dadurch in manchen Bereichen schwierig.
Ausbleibende Beförderungen sorgen immer wieder für Frustration. Zudem sind die Gehaltssprünge bei einer Beförderung aus meiner Sicht kaum spürbar, sodass man neben einem neuen Titel nur wenig konkrete Vorteile erhält. Gleichzeitig entsteht der Eindruck, dass Mitarbeitende die Aufgaben und Verantwortung einer höheren Position häufig bereits über einen längeren Zeitraum übernehmen sollen, bevor die entsprechende Anpassung des Jobtitels oder der Position tatsächlich erfolgt.
Gehalt/Benefits
Die Gehälter sind insgesamt gut, wenn auch nicht außergewöhnlich. Individuelle Gehaltserhöhungen außerhalb der tariflich vorgesehenen Anpassungen sind – zumindest nach meiner Erfahrung in dieser Abteilung – nur sehr schwer zu erreichen.
Besondere Benefits, die das Unternehmen von anderen Arbeitgebern abheben, gibt es aus meiner Sicht nicht. Bis vor Kurzem wurden sogar Getränke und ein Obstkorb noch als nennenswerte Zusatzleistungen hervorgehoben, was angesichts heutiger Standards eher wenig außergewöhnlich wirkt.
Es gibt eine Kantine, deren Qualität jedoch aus meiner Sicht stark schwankt. Mal ist das Essen gut, an anderen Tagen eher enttäuschend – insgesamt fehlt es an Konstanz. Frei nach Forrest Gump: „Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen – man weiß nie, was man bekommt.“ So ähnlich verhält es sich leider auch mit dem Kantinenessen.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Hier gibt es nichts zu beanstanden aus meiner Sicht. Gerade das Nachhaltigkeitsteam ist sehr engagiert.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt innerhalb der Abteilung ist grundsätzlich gut. Allerdings sorgt das Verhalten der Führungskräfte immer wieder für Unruhe. Je nach Gesprächspartner werden unterschiedliche Aussagen getroffen oder sogar gegensätzliche Positionen vertreten. Das führt zu Verunsicherung und erschwert eine vertrauensvolle Zusammenarbeit.
Abteilungsübergreifend ist der Zusammenhalt dagegen nicht immer so ausgeprägt. Teilweise entsteht der Eindruck, dass zwischen den Abteilungen eher Konkurrenzdenken als Zusammenarbeit gefördert wird.
Umgang mit älteren Kollegen
Ältere und langjährige Mitarbeitende werden grundsätzlich gut behandelt. Aus meiner Sicht verfügen sie teilweise jedoch über einen sehr großen Einfluss auf Entscheidungen und Abläufe. Für neue oder jüngere Kolleginnen und Kollegen kann das frustrierend sein, insbesondere wenn sie Ideen einbringen oder Veränderungen vorantreiben möchten und dabei auf Widerstand stoßen.
Vorgesetztenverhalten
Schade, dass man keine 0 Sterne vergeben kann.
Man arbeitet im Wesentlichen mit drei Führungskräften zusammen, deren Führungsverhalten aus meiner Sicht in mehreren Punkten problematisch ist.
Die erste Führungskraft schützt grundsätzlich das eigene Team. Verhalten, das von anderen Mitarbeitenden als anmaßend, abwertend oder teilweise beleidigend wahrgenommen wird, wird häufig relativiert und mit „zu empfindlich“ abgetan. Gleichzeitig entsteht der Eindruck, dass Fehler und Fehlverhalten innerhalb des eigenen Teams kaum hinterfragt werden.
Die zweite Führungskraft identifiziert sich stark mit der Marke Rauch. Würde man es mit einem Fußballer vergleichen, könnte man sagen: Er hat vermutlich schon als Kind in Rauch-Bettwäsche geschlafen. Diese Verbundenheit ist positiv, allerdings wirken Entscheidungen bei Projekten häufig wechselhaft. Prioritäten ändern sich teilweise sehr schnell, wodurch eine klare Linie schwer erkennbar ist.
Die dritte Führungskraft legt großen Wert auf die Außendarstellung der Abteilung. Durch regelmäßige LinkedIn-Beiträge entsteht teilweise der Eindruck einer idealisierten Parallelwelt – fast wie ein eigenes Marvel-Multiversum –, die nicht immer mit den Erfahr
Kommunikation
Teilweise werden Aufgaben übergeben, ohne dass auf Rückfragen ausreichend eingegangen wird. Dadurch bleibt oft unklar, was konkret erwartet wird oder wie der aktuelle Stand ist.
Auch in internen Meetings entsteht häufig der Eindruck, dass Probleme eher beschönigt als offen angesprochen werden. Zudem äußern sich immer wieder Personen zu Themen, die nicht in ihren Verantwortungsbereich fallen, und geben dazu ihre Meinung ab, ohne die notwendigen Hintergründe zu kennen.
Eine direkte, offene und ehrliche Kommunikation findet aus meiner Sicht nicht statt und scheint auch nicht erwünscht zu sein. Stattdessen wird mit großem Nachdruck versucht, ein positives Bild der Abteilung zu vermitteln – ein Bild, das nach meiner Wahrnehmung von vielen Mitgliedern der Abteilung nicht geteilt wird.
Gleichberechtigung
Hier ist mir nichts negatives aufgefallen während meiner Zeit.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben sind teilweise durchaus interessant, allerdings nicht außergewöhnlich. Frustrierend ist aus meiner Sicht, dass Mitarbeitende regelmäßig dazu aufgefordert werden, Konzepte oder Strategien auszuarbeiten, die zunächst spannend und vielversprechend wirken. In vielen Fällen werden diese Ideen jedoch anschließend nicht weiterverfolgt oder umgesetzt.
Dieses Muster hat sich nach meiner Wahrnehmung mehrfach wiederholt. Mit der Zeit stellt sich daher die Frage, warum so viel Zeit und Energie in die Ausarbeitung solcher Konzepte investiert wird, wenn am Ende nur ein geringer Teil davon tatsächlich umgesetzt wird.